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Welser Hotellerie schafft perfekten Generationswechsel © Stadt Wels
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Redaktion 26.06.2018

Welser Hotellerie schafft perfekten Generationswechsel

Herzensangelegenheit mit Nachhaltigkeit: Im Welser Tourismus wirkt jetzt die Jugend.

WELS. Sechs der wichtigsten und zudem privat geführten Hotels in Wels haben den Generationenwechsel entweder gerade eben vollzogen oder man steht kurz davor. In zwei dieser gastlichen Häuser haben gar gleich zwei Brüder bzw. zwei Schwestern das Zepter mit Schwung übernommen. Im Vier-Sterne-Hotel Ploberger am Kaiser-Josef-Platz und – ganz in der Nähe – im Hotel Gösserbräu geben seit einiger Zeit Michael und Markus Ploberger bzw. Eva und Anna Wanik den touristischen Ton an und einen entsprechend dynamischen Takt vor. Schließlich heißt es, den Eltern und Verwandten in den Fußstapfen zu folgen und nachhaltig die Betriebe zu entwickeln.

Die Plobergers und die Waniks sind nur zwei Beispiele für die derzeitige optimale Nachfolge-Situation. Sophie Schick mit dem Boutique Hotel Hauser, Alexandra Platzer vom Bayerischen Hof und vom Hotel Alexandra und Paul Schludermann vom Maxlhaid komplettieren die „jungen Wilden“ von Wels. Zusätzlich wird eine moderne Hotelkette auch von Wels aus praktisch familiär gesteuert: Die Amedia-Gruppe hat sich mit Dietmar Pawel einen ebenso engagierten wie mutigen Mann an die Spitze des „Mutterhauses“ in Wels gesetzt.

Zurück zu den Plobergers und den Waniks, um die Welser Nachwuchs-Hotel-Mannschaft kurz an zwei Beispielen zu skizzieren: Michael und Markus Ploberger machten gleich von Anfang an Nägel mit Köpfen. Beide aus verschiedenen Bereichen der Betriebswirtschaft kommend, beide mit wichtiger Auslandserfahrung bestückt, haben sie von Onkel Rudolf und Vater Christian das Haus übernommen. Die beiden stecken voller Ideen, mit fixen Plänen und Umsetzungen. Vier Mio. € werden und wurden in den zwei Abschnitten in diesem Jahr investiert, zwei Drittel des Hotels werden dabei umgekrempelt. Dabei kommen durch Flächenoptimierung nicht nur fünf neue Zimmer dazu, was dann insgesamt 97 vermietbare Einheiten mit 164 Betten ergibt. Es wird zudem, ganz dem Welser Credo entsprechend, konsequent auf LED-Beleuchtung umgestellt. Außerdem wird eine Gebäudesteuerung installiert, die „auch einen Vergleich mit den Top-Fünf-Sterne-Häusern in Österreich nicht scheuen braucht“, sagt Michael Ploberger. Zwei weitere Bauphasen sind schon in den Köpfen der Brüder.

Ähnlich verhält es sich beim Hotel Gösserbräu: Eva, die Betriebswirtin und in vierter Generation im Haus, das urkundlich erstmals im Jahre 1631 erwähnt wurde, arbeitet an der Auslastungssteigerung des Dreistern-Hauses. Denn: Die Zimmer haben Viersterne-Qualität und sind bei Geschäftsreisenden sehr beliebt, die Dienstleistung des Familienbetriebes allerdings auch. „Unser Hauptgeschäft ist natürlich die Gastronomie. Aber mit unseren 21 Zimmern und einer derzeitigen Auslastung von etwa 70 Prozent über das Jahr liegen wir nicht schlecht im Vergleich mit anderen Häusern“, sagt dann Anna, Juristin und für die Finanzen zuständig. Und so schmieden auch die Wanik-Sisters ehrgeizige Pläne: „Wir hoffen, dass wir die geplanten drei neuen Appartements in Kürze in Angriff nehmen können. Dann haben wir auch unser Betten-Angebot entsprechend qualitativ erweitert.“ Gemeinsam – und natürlich unter tatkräftiger Mithilfe der Eltern – sorgen Anna und Eva Wanik alljährlich auch für ein besonders stimmungsvolles Gelingen des „Gösser-Biergarten-Advents“. Denn im Winter nutzen die Waniks – und das ist schon ein wenig ungewöhnlich - ihren schattigen Gastgarten, um die Gäste der Welser Weihnachtswelt Richtung Christkind zu begleiten.

Für beide Geschwisterpaare sind deren Hotels in Wels eine echte Herzensangelegenheit. Für Michael Ploberger, der sich selbst mehr „aus dem technischen Marketing“ kommen sieht, ist Usability eine wichtige Tugend im touristischen Marketing. „Wie gut, dass wir ein Hotelprojekt begleiten dürfen, wo wir frei gestalten können und kein Konzern im Hintergrund ein uniformes Handeln verlangt. Und es ist gut, dass wir mit der Stadt Wels und deren Marketinginstrumentarien von Tourismusverband und Stadt-Marketing beste Ergänzung finden“, sagt Markus Ploberger zu den aus der Sicht der Nachfolge-Generation unbedingt notwendigen emotionalen Bindung zu den Betrieben: „Haus, Mitarbeiter und natürlich Gäste müssen verstanden und in Einklang gebracht werden. Da hilft es schon sehr, dass wir für unsere eigene Sache, sprich das Hotel im Familienbesitz, kämpfen."

Das verbindet auch die anderen „Juniors“ mit den „Brüdern und Schwestern“ von Kaiser-Josef-Platz, wie auch die gemeinsamen Aktivitäten für die Stadt Wels: Sophie Schick etwa engagiert sich nicht nur in „ihrem“ Boutiquehotel Hauser, sondern auch als Landesvorsitzende der ÖHV für ihre Kollegen und Kolleginnen. Paul Schludermann hat am Welser Stadtrand neben seinem Hotel Maxlhaid gemeinsam mit der Stadt das Freizeitzentrum „Maxl-Beach“ etabliert, und die Gösser-Twins Anna und Eva sind maßgeblich am Gelingen des mittlerweile sehr bekannten „Gösser-Biergarten-Advent“ im Rahmen der Welser Weihnachtswelt beteiligt. In der gemeinsamen Arbeit und dem geschlossenen Auftritt sieht die junge Hoteliers-Combo in Wels viele Synergien.

Entsprechend wird mit dem Tourismusverband unter Hochdruck an der Steigerung der Auslastung gewerkt. Green Meetings und die konzentrierte Arbeit durch die Business Touristik Wels sind für alle Beispiele für modernes, zielgruppenorientiertes, nachhaltiges und zudem dienstleistungsorientiertes Marketing. Die soeben gestartete Angebotsgruppe rund um die Rennradregion Wels ist für die Nachfolge-Generation in Wels eine naheliegende Erweiterung in Richtung Individual-Tourismus und Auslastungs-Schub an den Wochenenden und in den Sommermonaten. Da gibt es in Wels, wie in anderen Städten auch, durchaus Luft nach oben. Markus Ploberger: „Einzelkämpfer haben es immer schwerer auf dem Markt. Deshalb ist es perfekt, dass wir in der jungen Generation in Wels gemeinsam an einem Strang ziehen.“ (red)

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