HEALTH ECONOMY
Arbeit macht krank © PantherMedia/Zdenˇek Malý

Die Unfallversicherung will die Prävention im Hinblick auf arbeitsbedingte Krebserkrankungen stark ausbauen.

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Die Unfallversicherung will die Prävention im Hinblick auf arbeitsbedingte Krebserkrankungen stark ausbauen.

Redaktion 14.02.2020

Arbeit macht krank

Schwerpunkt Krebs – Teil 2 Arbeitsbedingte Krebsfälle kosten EU-weit 2,4 Mrd. € pro Jahr. Die AUVA will helfen.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Während die Therapiekosten für Krebs steigen, sinken nicht zuletzt aufgrund erfolgreicher Therapien die wirtschaftlichen Folgekosten von Krebs. Die indirekten Kosten von Krebs etwa durch Arbeitsausfälle betrugen 1995 in Europa noch 77 Mrd. € und sanken bis 2018 bei steigenden Erkrankungszahlen um 9% auf 70 Mrd. €. Das sei wiederum der Effekt der Verringerung der Krebs-Mortalität in der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter um 20% in diesem Zeitraum, stellte nun ein Bericht des Schwedischen Instituts für Gesundheitsökonomie (IHE) fest

1.800 Todesfälle in Österreich

Hoch sind allerdings auch die Kosten, die durch arbeitsbedingte Krebserkrankungen entstehen. Laut der „Roadmap on Carcinogens”, an der neben anderen Institutionen die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz beteiligt ist, liegen diese Kosten EU-weit bei 2,4 Mrd. € pro Jahr. Pro Jahr sterben rund 1.800 Menschen in Österreich durch arbeitsbedingten Krebs; das sind viermal so viele wie durch Verkehrsunfälle. Auf diese Zahlen machte die Unfallversicherung AUVA anlässlich des Weltkrebstages im Februar aufmerksam und kündigte an, auch 2020 die Prävention beruflicher Krebserkrankungen im Fokus ihrer Aktivitäten zu behalten.

Zehn Prozent durch Arbeit

„Hochgerechnet stehen etwa zehn Prozent der insgesamt 20.000 Krebstoten pro Jahr in Österreich mit der Arbeit in Zusammenhang”, berichtet die AUVA. Viele dieser Fälle könnten durch die richtigen Schutzmaßnahmen im Umgang mit krebserzeugenden Stoffen am Arbeitsplatz verhindert werden.

„Jede berufliche Krebs­erkrankung ist eine zu viel”, betonte Daniela Zechner, Direktorin der AUVA; ihrem Präventions­auftrag folgend, widme sich die AUVA daher noch ein weiteres Jahr der Information und der Bewusstseinsbildung rund um krebserzeugende Arbeitsstoffe. „Je weniger sichtbar Gefahren sind, desto höher das Risiko, diese falsch einzuschätzen oder gar zu übersehen”, sagte Zechner, denn neben menschlichem Leid verursachen berufliche Krebserkrankungen auch hohe volkswirtschaftliche Folge­kosten.

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