HEALTH ECONOMY
Gefahr Diabetes © PantherMedia/Mihajlo Maricic

Ernährungsumstellung, Beratung via App und Bewegung können das Risiko bei Kindern und Jugendlichen senken.

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Ernährungsumstellung, Beratung via App und Bewegung können das Risiko bei Kindern und Jugendlichen senken.

Martin Rümmele 15.09.2017

Gefahr Diabetes

Eine neue Studie aus Wien zeigt, dass das Diabetesrisiko bei Kindern mit einfachen Maßnahmen gesenkt werden kann.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Übergewicht und Adipositas bei Kindern und Jugendlichen nehmen in besorgniserregendem Ausmaß weltweit zu. Deshalb hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Bekämpfung von Übergewicht und Fettsucht als Gesundheitsziel mit oberster Priorität bis 2020 erklärt. Ein erstes Präventionsprogramm bei Wiener Volksschülern zeigt nun die signifikante Wirkung von Ernährungs- und Bewegungsinterventionen.

„Dicke Kinder sind die kranken Erwachsenen von morgen. Übergewicht und Adipositas in der Kindheit können zu Herzkrankheiten, Diabetes oder anderen chronischen Krankheiten führen, wenn nicht entschieden entgegengesteuert wird”, betonte der Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, bei der Präsentation der Studie. Die sogenannten Wohlstandserkrankungen wie Diabetes müssten langfristig sinken, und eine Reduktion der Belastung durch Übergewicht und Mangel- und Fehlernährung müsse erreicht werden. „Deswegen ist es wichtig, bereits früh mit Prävention und Vorsorge anzufangen”, sagte der Ärztekammerpräsident. „Zunächst sind es kleine Schritte, aber, so wie das Projekt EDDY-young zeigt, mit großer Wirkung.”
„Tatsächlich zeigen aktuelle Zwischenergebnisse des Projekts, dass fundierte Ernährungs- und Bewegungsinterventionen wirken”, betonte Kurt Widhalm, Präsident des Österreichischen Akademischen Instituts für Ernährungsmedizin und Leiter des Projekts.

36% waren übergewichtig

Acht- bis zehnjährige Schüler bekamen über einen Zeitraum von zwei Semestern eine 22-stündige Ernährungs- und Bewegungsintervention, davon acht Unterrichtsstunden zum Thema Ernährung (praktische Experimente und eigens für das Projekt konzipierte Übungen) sowie 16 Bewegungseinheiten. Ergänzt wird das Programm durch den Einsatz einer Smartphone App, mit deren Hilfe die Schüler das erlernte Wissen spielerisch vertiefen können. Der Anteil der übergewichtigen Schüler betrug zu Beginn des Projekts 36%. Bereits nach den ersten sechs Monaten zeigte sich eine signifikante Verbesserung der sportmotorischen Leistungen.

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