HEALTH ECONOMY
Health Economy mit den meisten Gründungen © PantherMedia/AllaSerebrina
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Redaktion 09.07.2021

Health Economy mit den meisten Gründungen

Gesundheitssektor und Sozialbereich sind Motor für Firmengründungen; oft sind es aber Einzelbetriebe.

••• Von Martin Rümmele

WIEN. Die weltgrößten Pharmafirmen haben mit Juni 506 Therapeutika und 260 Impfstoffe gegen Corona in ihrer Forschungspipeline gehabt. 2020 sind ihre Umsätze immerhin um 4,4% gewachsen, während die Weltwirtschaft pandemiebedingt um 3,5% schrumpfte. „Die Coronakrise war somit kein Wachstumstreiber, sondern führte im Gegenteil zu höheren Ausgaben für Forschung und Entwicklung”, analysiert nun die Prüfungs- und Beratungsfirma EY. Das zeigten die vielen neuen (Corona-)Mittel.

Branche kein Krisengewinner

„Das Umsatzwachstum während der Corona-Pandemie lässt zwei interessante Feststellungen zu”, sagt Erich Lehner, Leiter Life Sciences und Managing Partner Markets bei EY Österreich. „Zum einen ist die Widerstandskraft des Pharmasektors in Anbetracht der großen Wirtschaftskrise beeindruckend. Zum anderen ist die Branche kein Krisengewinner, denn Corona führte bei verschiebbaren Behandlungen zu Verzögerungen und beeinträchtigte laufende Forschungs- und Entwicklungsprojekte.” Dass die Branche dennoch gewachsen sei, verdanke sie Erfolgen in der Entwicklung von neuen Medikamenten und auch langfristigen Trends wie der wachsenden und alternden Weltbevölkerung.

Aus den Bilanzen der 21 untersuchten Unternehmen lässt sich laut EY zudem ablesen, dass die Dominanz der Firmen mit Sitz in den USA weiter zunimmt – US-Konzerne erzielten mehr als die Hälfte (51%, 2019 noch 49%) der Umsätze. In der Rangfolge der nach Umsatz größten Unternehmen gab es zudem einige Verschiebungen: Während Pfizer 2019 noch das zweitgrößte Pharmaunternehmen der Welt war, fiel es durch die Ausgründung von Upjohn auf Rang sechs zurück. Neu auf Platz zwei findet sich AbbVie, das durch den Erwerb von Allergan und organisches Wachstum einen Sprung nach vorne machte, berichtet EY. Bei Bristol-Myers Squibb sorgte ein einziges neues Krebsmedikament für einen Umsatzanstieg von rund 10 Mrd. €.
Der operative Gewinn (EBIT) stieg bei den Konzernen im Schnitt nur noch moderat um 2,7%, wobei es zwischen den einzelnen Unternehmen sehr große Unterschiede gab. Im Jahr 2019 hatten sie noch einen satten Gewinnsprung von durchschnittlich 18,7% verzeichnet.

Ausgaben hoch, sinken aber

Deutlich stärker als die Umsätze stiegen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der 21 größten Pharmaunternehmen – insgesamt gingen sie aber leicht zurück. So legten sie im vergangenen Jahr um 9,2% zu, nachdem sie im Jahr davor noch um 9,7% gewachsen waren, heißt es in der Analyse.

„Darin spiegeln sich auch die starken Anstrengungen der Unternehmen wider, schnell Impfstoffe und Medikamente gegen Corona auf den Markt zu bringen”, erklärt Lehner. „Viele Unternehmen sind wirtschaftliche Risiken eingegangen, um in dieser Ausnahmesituation schnell Lösungen zu entwickeln.” Die Pharmaindustrie sei grundlegend eine Branche mit vergleichsweise sehr hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung – im Jahr 2020 waren es bei den betrachteten Unternehmen im Schnitt knapp 20% des Umsatzes.

In Österreich aktiv

Alle der 21 untersuchten Pharmariesen sind auch in Österreich tätig (bis auf Otsuka). Die anderen sind AbbVie, Amgen, Astellas Pharma, AstraZeneca, Bayer, Biogen, Boehringer Ingelheim, Bristol-Myers Squibb, Eli Lilly and Co., Gilead Sciences, GlaxoSmithKline, Johnson & Johnson, Merck & Co, Merck KGaA, Novartis, Novo Nordisk, Pfizer, Roche, Sanofi und Takeda Pharmaceutical, teilte der Beratungsriese EY mit.

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