Mehr als Zittern
© Merz Pharma Austria/APA-Fotoservice/Martin Hörmandinger
Parkinson Nurse Sigrid Zimmermann, Petra Schwingenschuh (via Videocall), Parkinson Gesellschaft, und Studienleiter Werner Poewe.
HEALTH ECONOMY Redaktion 03.04.2026

Mehr als Zittern

Im Vorfeld des Welt-Parkinson-Tages am 11. April stellen Experten Forderungen zu der neurologischen Krankheit.

•• Von Sabine Stehrer

WIEN. Es müsse mehr Investitionen in die Parkinson-Forschung geben, um mehr über die Ursachen der neurologischen Krankheit zu erfahren und so neue Therapien entwickeln zu können: Das ist eine der Forderungen, die Experten im Vorfeld des Welt-Parkinson-Tages am 11. April stellen. Weiters treten sie dafür ein, dass innovative Therapien erstattet werden und es mehr Parkinson Nurses gibt, also Pflegekräfte mit Spezialausbildung zur Betreuung von Erkrankten. Zugleich wird auf Missverständnisse rund um die Krankheit aufmerksam gemacht. „In der öffentlichen Wahrnehmung wird Parkinson oft auf das Zittern reduziert“, sagt die Vizepräsidentin der Österreichischen Parkinson Gesellschaft Petra Schwingenschuh.

Die Krankheit führe aber nicht nur zum Zittern, sondern könne eine Vielzahl von motorischen Symptomen verursachen, die den Alltag beeinträchtigen. Und auch Angststörungen, Depressionen, Schlafstörungen, Schmerzen, Konzentrationsstörungen und eine verminderte Geruchswahrnehmung können zu den Beschwerden zählen. Ebenfalls ein Missverständnis: Parkinson werde oft als Erkrankung des hohen Alters wahrgenommen. Viele Patienten sind laut Schwingenschuh bei der Diagnose aber erst zwischen 40 und 60 Jahre alt und stehen mitten im Berufsleben. „Die Erkrankung betrifft daher häufig auch die Arbeit, die Familie und die soziale Teilhabe.“

Oft müssten Betroffene ihre Arbeitszeit reduzieren, früher in Pension gehen als geplant oder den Beruf aufgeben, weiß Parkinson Nurse Sigrid Zimmermann. Besonders tückisch: Trotz an sich wirksamer Therapie können die Symptome in sogenannten OFF-Phasen plötzlich wieder auftreten.

25.000 Erkrankte in Österreich
Die neurologische Krankheit, bei der Nervenzellen im Gehirn nach und nach zugrundegehen und weniger des Botenstoffs Dopamin produzieren, sei zwar nach wie vor nicht heilbar, sagt Werner Poewe, Leiter von aktuell laufenden internationalen Parkinson Studien an der Medizinischen Universität Innsbruck. Die intensiven Forschungen und die Fortschritte der vergangenen Jahre würden aber darauf hoffen lassen.

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