HEALTH ECONOMY
Novartis baut Werk im Tiroler Unterland aus © Novartis
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Redaktion 16.09.2022

Novartis baut Werk im Tiroler Unterland aus

75 Mio. Euro investiert der Pharmakonzern Novartis in die biotechnologische Produktion in Schaftenau.

••• Von Martin Rümmele

SCHAFTENAU. Die Generikatochter Sandoz mit dem Werk in Kundl wird wie berichtet an die Börse gebracht, die Biopharmazie im benachbarten Schaftenau wird ausgebaut – der Pharmakonzern Novartis stärkt damit insgesamt den Standort Österreich. Konkret entsteht zur Stärkung der Kapazitäten in der frühen Biopharmazeutika-Entwicklung eine neue Anlage zur technischen Entwicklung von Biopharmazeutika in Tirol. Eine ebenfalls neue Pilotanlage für sogenannte Medical Devices wie Auto-Injektoren und Pens gehört ebenfalls zur Entwicklung des Standorts. Das Investitionsvolumen beläuft sich in Summe auf rund 75 Mio. €.

Insgesamt investiert Novartis an drei Standorten in Europa in den kommenden Jahren rund 300 Mio. € in die Entwicklung modernster Biopharmazeutika. Neben Schaftenau sind weitere Investitionsschwerpunkte auch am Novartis Campus in Basel (Schweiz) und in Mengeš (Slowenien) geplant. Schaftenau ist das Novartis-Kompetenzzentrum für moderne Zellkulturtechnologie. Der Standort deckt die komplette Wertschöpfungskette für Biopharmazeutika ab – vom Wirkstoff bis zum fertigen Arzneimittel – und spielt deshalb eine zentrale Rolle im globalen Produktionsnetzwerk des Unternehmens.
„Fast die Hälfte aller neu zugelassenen Arzneimittel sind Biopharmazeutika, Tendenz steigend. Kein Wunder, denn sie eröffnen neue Therapieoptionen bei einer Vielzahl von Krankheiten”, erklärt Michael Kocher, Country President Novartis Austria. Zugleich betont er: „Allerdings brauchen diese komplexen biologischen Wirkstoffe viel Erfahrung und Know-how, um sie nahtlos und schnell von der Entwicklung zur klinischen und kommerziellen Produktion zu bringen. In diesem Bereich sind wir in Schaftenau schon heute sehr gut aufgestellt.”

Verband lobt Investment

„Investitionen in dieser Größenordnung sind keine Selbstverständlichkeit. Es ist den Mitarbeitenden in den öster­reichischen Niederlassungen hoch anzurechnen, dass sie sich im internen Wettbewerb durchsetzen können”, sagt Alexander Herzog, Generalsekretär des Pharmaverbands Pharmig.

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