HEALTH ECONOMY
Pharmabranche spürt kräftigen Rückenwind © APA/AFP/Gerard Julien
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Redaktion 31.10.2019

Pharmabranche spürt kräftigen Rückenwind

Die jüngsten Quartalsergebnisse der Branche sind gut; 2019 könnte für die Industrie ein Spitzenjahr werden.

••• Von Martin Rümmele

WIEN/NEW YORK. Von wegen Preisdruck der öffentlichen Kassen und ökonomischer Druck zur Auslagerung: Die Pharmakonzerne melden durch die Bank für das dritte Quartal Rekordergebnisse, und viele Branchenriesen korrigieren sogar die Erwartungen für das Gesamtjahr nach oben.

Zuwachs trotz Klagen

Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson etwa wird deutlich optimistischer für das laufende Geschäftsjahr. Der Konzern erwartet nun ein portfoliobereinigtes Umsatzplus von 4,5 bis 5,0%, nachdem er zuvor 3,2 bis 3,7% auf dem Zettel hatte. Auch der Gewinn pro Aktie soll noch mehr steigen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Konzern hatte seine Prognose bereits zur Jahreshälfte angehoben, obwohl das Unternehmen in diesem Jahr mit mehreren Rechtsstreitigkeiten zu kämpfen hat. Anfang Oktober wurde bekannt, dass Johnson & Johnson einen wichtigen US-Prozess um süchtig machende Schmerzmittel durch einen Vergleich abwenden konnte.

Sogar Generika im Plus

Auch die Schweizer Riesen Novartis und Roche sehen positiv in die Zukunft: Novartis ist auch im dritten Quartal weiter gewachsen. Das gute Abschneiden verdankt der Pharmakonzern vor allem der Absatzentwicklung seiner Wachstumstreiber, zu denen etwa das Schuppenflechtmittel Cosentyx oder das Herzmittel Entresto gehören. Für das Gesamtjahr hat das Management die Prognose zum dritten Mal in diesem Jahr erhöht. Auch die Generikasparte Sandoz konnte dank starker Volumensteigerungen den Preisverfall mehr als ausgleichen. Im dritten Quartal setzte Novartis mit den Nachahmerprodukten 2,5 Mrd. USD um, was ein Plus von 3% bedeutete. Roche legt sich ebenfalls die Latte zum dritten Mal in diesem Jahr höher. Der Umsatz dürfte 2019 um einen hohen einstelligen Prozentbetrag steigen, teilte der weltgrößte Hersteller von Krebsmedikamenten mit.

Der Pharmakonzern AstraZeneca hat im dritten Quartal vor allem dank starker Zuwächse in China zugelegt: Die Produkterlöse kletterten von Juli bis Ende September um 18% auf 6,13 Mrd. USD. Analysten hatten im Schnitt mit 5,86 Mrd. gerechnet. Neben dem China-Geschäft, das um 40% zulegte, profitierte AstraZeneca von einer starken Nachfrage nach neueren Medikamenten, darunter die gegen Krebs entwickelten Mittel Tagrisso und Lynparza.

Eli Lilly enttäuscht Analysten

Auch der US-Pharmakonzern Eli Lilly erhöhte das Ergebnisziel für heuer nach einem Ergebnisplus von 9% im dritten Quartal. Der Quartalsumsatz stieg um ein Viertel, was aber weniger war, als Analysten erwartet hatten.

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