Prall gefüllte Kassen
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Alexander Biach kann für 2018 innerhalb der Sozialversicherung auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken.
HEALTH ECONOMY Katrin Pfanner 05.07.2019

Prall gefüllte Kassen

Die heimischen Sozialversicherungsträger melden für 2018 einen Überschuss in der Höhe von 260,25 Mio. Euro.

••• Von Katrin Pfanner

WIEN. Rund 300 Mio. € soll die aktuelle Sozialversicherungsreform nach den Vorstellungen von ÖVP und FPÖ pro Jahr einsparen und die Krankenkassen schlanker und effizienter machen. Jetzt zeigt sich, dass diese auch bisher schon positiv wirtschaften. Österreichs Sozialversicherung (Kranken-, Unfall- und Pensionsversicherung zusammen) hat im nun vorliegenden Ergebnis für das Gesamtjahr 2018 einen Überschuss von 260,25 Mio. € verzeichnet.

Reformen greifen

„Die schon bisher ambitionierten Reformschritte der Sozialversicherungen haben sich ausgezahlt”, freute sich Alexander Biach, scheidender Vorsitzender des Hauptverbands der österreichischen Sozialversicherungsträger: „Das ist ein absolutes Rekordergebnis mit Leistungsreserven, die uns die Möglichkeiten für moderne, neue Leistungen geben. Stabile Finanzen sind gerade hinsichtlich der bevorstehenden Fusion der Träger ein wichtiger Sicherheitsfaktor, auf den die Versichertengemeinschaft vertrauen kann.”

Die Gesamtgebarungsübersicht der vergangenen zehn Jahre zeige, dass die Sozialversicherung finanziell so gut dastehe, wie nie zuvor. Im Jahr 2008 gab es noch ein Minus von fast 47 Mio. €. Ab 2010 folgten dann aufgrund der Kassensanierung Jahre der Überschüsse wie 2010 mit plus 385,7 Mio. €; 2015 setzte es wieder ein Minus von 12 Mio. €, 2017 bereits 85 Mio. € Überschuss und im abgelaufenen Berichtsjahr 2018, aufgebessert durch Reservenauflösungen in den Gebietskrankenkassen in Niederösterreich, Salzburg und Oberösterreich, eben noch mehr.
Besonders bemerkenswert aus Biachs Sicht ist, dass das positive Gesamtergebnis 2018 weitgehend ohne Zuschüsse geschafft wurde. So flossen in den Jahren 2010 und 2011 insgesamt 200 Mio. € an Strukturfondszuschüssen in die Sozialversicherung und es gab einen Entschuldungszuschuss in Höhe von 450 Mio. € im Jahr 2010. Im Berichtsjahr 2018 waren es hingegen nur noch 10 Mio. € aus dem Strukturfonds. „Damit stemmte die Sozialversicherung ihre gesamte operative Tätigkeit, zahlreiche Innovationen und die Leistungsharmonisierung aus eigener Kraft”, sagt Biach.

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