HEALTH ECONOMY
Starke Technik © Fresenius

Medizintechnikkonzerne und Gesundheitsdienstleister können ihre Geschäfte während der Pandemie ausbauen.

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Medizintechnikkonzerne und Gesundheitsdienstleister können ihre Geschäfte während der Pandemie ausbauen.

Redaktion 06.11.2020

Starke Technik

Medizintechnikhersteller profitieren von der Pandemie ­stärker als die Pharmabranche. Das zeigt das dritte Quartal.

WIEN/BERLIN/LONDON. Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen bei vielen Medizintechnikherstellern Zuwächse, Testkits für Corona-Tests, Intensivmedizinische Geräte und Bildgebung wachsen.

Siemens wächst

Der deutsche Medizintechnikkonzern Siemens Healthineers will etwa im bevorstehenden Geschäftsjahr 2020/21 allein mit Corona-Antigentests einen Umsatz von mindestens 100 Mio. € erzielen. Das kündigte Finanzchef Jochen Schmitz bei der Vorstellung der Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019/2020 an. „Das kann in Abhängigkeit von der Nachfrage deutlich mehr werden”, sagte Schmitz. Siemens Healthineers hat einen Antigen-Schnelltest auf das Coronavirus entwickelt und ist dabei, ihn auf den Markt zu bringen. Zuvor hatte das Erlanger Unternehmen PCR-Tests und Antikörper-Tests auf den Markt gebracht und damit nach eigenen Angaben einen höheren zweistelligen Millionenbetrag umgesetzt. Siemens Healthineers war 2018 an die Börse gegangen und hatte sich damit vom Mutterkonzern Siemens praktisch losgelöst. Allerdings hält Siemens noch 79% der Healthineers-Aktien. Zuwächse bei Tests und damit im Medizintechnikgeschäft meldet auch der Pharmariese Roche (siehe Seite 70).

Drägerwerk ganz stark

Eine hohe Nachfrage nach seinen Produkten in der Corona-Pandemie hat auch dem deutschen Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk im dritten Quartal einen Gewinnsprung beschert. Der Gewinn stieg von Juli bis September auf 81,5 Mio. €; im Vorjahr hatte Drägerwerk hier 3,7 Mio. € ausgewiesen. Der Umsatz stieg um rund 30% auf 862,5 Mio. €. Dräger stellt Schutzmasken her, aber auch Produkte für die Behandlung von Coronapatienten, wie etwa Beatmungsgeräte.

Der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius, zu dem auch die österreichische Vamed-Gruppe gehört, profitiert von einem starken Dialysegeschäft und einer Erholung bei seiner Klinikkette Helios. Im dritten Quartal fiel das Konzernergebnis zwar um vier Prozent auf 427 Mio. €, währungsbereinigt stand allerdings ein Plus von 1% zu Buche. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 5% auf 8,9 Mrd. €. (red)

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