••• Von Sabine Stehrer
WIEN. Rund elf Millionen Menschen erkrankten im Jahr 2024 weltweit an Tuberkulose (Tbc), 1,5 Millionen starben daran. In Österreich lag die Zahl derjenigen, die sich mit der Lungenkrankheit ansteckten, zuletzt bei zirka 400. Zwischen 30 und 50 Menschen sterben hierzulande jedes Jahr an Tbc. Die Zahlen würden zeigen, dass die Neuerkrankungen leicht sinken, hieß es dazu anlässlich des Welttuberkulosetags am 24. März seitens des Österreichischen Tuberkulose Vereins (ÖTBV). Dessen Präsident, Lungenfacharzt Meinhard Kneussl, meinte dazu: „Dieser Trend ist zwar ein kleiner Lichtblick, aber kein Grund zur Entwarnung.“ Es müsse im Gegenteil vor der Lungenkrankheit gewarnt werden. Denn Tbc sei keine Krankheit der Vergangenheit, sondern präsent und gefährlich. 87% aller Fälle würden auf 30 Hochlastländer entfallen, acht Staaten stehen für 67% des weltweiten Fallaufkommens: Bangladesch, China, Indien, Indonesien, die Demokratische Republik Kongo, Pakistan und die Philippinen. Über die Zuwanderung würde die Tuberkulose aus diesen Ländern nach Österreich gelangen. „Für Österreich bedeutet das, dass die Tbc-Lage im Land kontinuierlich beobachtet werden muss“, sagt ÖTBV-Präsident Kneussl und ergänzt: „Im Gesundheitssystem müssen entsprechende Kapazitäten bereitgehalten werden.“ Besonders anfällig für Tbc, die durch Tröpfcheninfektion übertragen wird, sind Menschen mit Diabetes und HIV, Raucher, Alkoholiker und Unterernährte. Die Lungenkrankheit äußert sich durch Husten, Fieber und einen Gewichtsverlust. Diagnostiziert wird Tbc durch einen Test auf die Bakterien, die sie auslösen und bildgebende Verfahren wie ein Röntgen.
Sorge wegen Resistenzen
Behandelt wird Tuberkulose mit einer Kombination aus mehreren Antibiotika, die über einige Monate eingenommen werden. Sorge bereitet in dem Zusammenhang dem ÖTBV die Ausbreitung von Tbc-Formen, die medikamentenresistent sind. Kneussl: „Resistente Tuberkulose ist im schlimmsten Fall nicht mehr therapierbar.“ Umso wichtiger sei die lückenlose und konsequente Behandlung von Infizierten.
