HEALTH ECONOMY
Wenn Covid bremst © PantherMedia/lightpoet

Klinische Studien und die Versorgung von Patienten mit Seltenen Erkrankungen sind in Zeiten von Corona schwieriger.

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Klinische Studien und die Versorgung von Patienten mit Seltenen Erkrankungen sind in Zeiten von Corona schwieriger.

Redaktion 12.03.2021

Wenn Covid bremst

Monatsschwerpunkt Seltene Erkrankungen – Teil 2: ­Forschung wird „trotz und wegen Corona” vorangetrieben.

••• Von Martin Rümmele

WIEN / INNSBRUCK. Während intensiv an Therapien gegen Covid-19 gearbeitet wird, ist die Forschung zu sogenannten Seltenen Krankheiten in der Pandemie eingeschränkt worden. Die rasante Entwicklung von Corona-Impfstoffen sieht Dominik Wolf von der MedUni Innsbruck aber für „Rare Diseases” positiv. Eventuell ließen solche Therapieformen den nächsten großen Schritt zu, sagte er: „Wir sind in der Pflicht, die nächsten Schritte zu machen – trotz und gerade wegen der Corona-Pandemie.”

Klinische Studien seien vor allem zu Beginn der Pandemie behindert gewesen; das habe nicht nur Rare Diseases betroffen, sagte Wolf, Leiter der Innsbrucker Universitätsklinik für Innere Medizin V, im APA-Gespräch. Forschungen zu Seltenen Erkrankungen wurden zwar nicht gestoppt, aber vorübergehend „auf Eis gelegt”, ergänzte Kurt Krejcy, Chief Medical Officer beim Wiener Pharmaunternehmen AOP Orphan, das auf Seltene Erkrankungen spezialisiert ist. „Wir haben das Glück, dass wir in die Krankenhäuser gehen und arbeiten dürfen”, sagte Wolf. „In der zweiten Welle haben wir natürlich viele Dinge anders eingeschätzt.” Auch die Patienten hätten es wieder anders eingeschätzt, ins Spital zu gehen.

Komplexe Zulassungen

„Für Patienten, die schon diagnostiziert sind, ist viel getan worden”, sagte Krejcy. Für Patienten mit Seltenen Krankheiten, die noch vor der Diagnose gestanden sind, seien die Auswirkungen schwierig festzustellen. „Da ist es sicher zu Verzögerungen gekommen”, sagte der Mediziner von AOP Orphan. Eine Diagnose­stellung ein Jahr später sei sicher nicht förderlich. Bei den Seltenen Erkrankungen brauche es oft aufwendige ­klinische Studien, um neue Produkte zuzulassen, sagte Wolf. Er betonte die Wichtigkeit der Zusammen­arbeit mit der ­Industrie.

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