INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Forschung bringt industrielle Wertschöpfung © Wintersteiger
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Redaktion 25.01.2018

Forschung bringt industrielle Wertschöpfung

Wissenschafts-Kooperationen als Forschungs- und Jobmotor für die oberösterreichische Wirtschaft.

LINZ. Im Rahmen einer Studie, die vom Standortressort des Landes OÖ und der Industriellenvereinigung OÖ in Auftrag gegeben worden ist, wurden die Wirkungen der Beteiligung von oö. Unternehmen am COMET-Programm (Competence Centers for Excellent Technologies) auf den Wirtschafts- und Forschungsstandort Oberösterreich untersucht.

Demnach gibt es im Rahmen des COMET-Programms fünf laufende K2-Zentren, 18 laufende bzw. genehmigte K1-Zentren sowie 26 laufende bzw. genehmigte K-Projekte. Insgesamt bestehen damit 49 K-Zentren oder K-Projekte in Österreich. Die meisten davon liegen in der Steiermark, wo drei K2-Zentren, sechs K1-Zentren sowie 14 K-Projekte angesiedelt sind. In Oberösterreich gibt es ein K2-Zentrum sowie vier K1-Zentren und vier K-Projekte und damit nach der Steiermark die meisten COMET-Aktivitäten unter den Bundesländern.

COMET-Zentren und –Projekte in Oberösterreich
Das oberösterreichische K2-Zentrum „Austrian Center of Competence in Mechatronics (ACCM)“ beschäftigt sich mit der Prozesssimulation in der Mechatronik, mechanischen Systemen sowie Sensorik und Signalverarbeitung. Seit 2013 ist das Zentrum vollständig in die Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) integriert und mit 2017 ausgelaufen. Das Nachfolgezentrum „Symbiotic Mechatronics“ wurde 2017 genehmigt und ist jetzt im Aufbau.

Dazu kommen die vier K1-Zentren K1-Met (Competence center for excellent technologies in advanced metallurgical and environmental process development), Pro2Future (Products and production system of the future), SCCH (Software competence center Hagenberg) und WOOD (Wood: next generation materials and processes – from fundamentals to implementations) mit den folgenden Forschungsfragestellungen:
+ K1-MET: Metallurgie, Umwelt, Prozesstechnologie, Industrieanlagen
+ Pro2Future: Cyber Physical Systems, Internet of Things, Industrie 4.0, kognitive Robotik, maschinelles Erkennen, Predictive Analytics
+ SCCH: Wissensbasierte Methoden, Softwaresysteme und Datenanalyse, Bildanalyse, Integrierte Softwaretechnik, Softwareentwicklung
+ Wood: Holz, Holz-Chemie, Verbundwerkstoffe, Biopolymere, Naturfasern.

Die vier in Oberösterreich ansässigen K-Projekte
+ Amoree: Prozessoptimierung in der Aluminium- und Magnesiumverarbeitung, Energieeffizienz, Ressourceneffizienz
+ HOPL: Metaheuristik, stochastische Optimierung, evolutionäre Algorithmen, datenbasierte Strukturidentifizierung, Prozessoptimierung, simulationsbasierte Optimierung in Produktion und Logistik
+ imPACts: Prozessanalyse, Prozessoptimierung, Messungs- und Bewertungstechnologie, Information Mining für die Chemieindustrie
+ ZPT+: zerstörungsfreies Testverfahren, Materialwissenschaften, Qualitätskontrolle, Messungstechnologien, Bewertungstechnologien.

Zugang zu F&E-Ressourcen
Eine Online-Umfrage unter den am COMET-Programm teilnehmenden Unternehmen zeigte, dass die Hauptmotive für eine Beteiligung am COMET-Programm für die Firmen der Zugang zu thematisch relevanter wissenschaftlicher Kompetenz sowie zu externen F&E-Ressourcen über die Zentren bzw. die wissenschaftlichen Partner sowie Aufbau bzw. die verstärkte Einbindung in strategische F&E-Netzwerke sind. Die direkte Entwicklung von Produkt-, Dienstleistungs- oder Prozessinnovationen spielt zwar ebenfalls eine Rolle, im Vergleich zu den genannten Punkten allerdings in geringerem Ausmaß. Dementsprechend ist in den meisten Fällen der Gewinn von neuem Wissen bzw. von neuen technologischen Grundlagen das unmittelbare Ergebnis der COMET-Aktivitäten in den Unternehmen; langfristig ergeben sich daraus vor allem Folgeprojekte mit wissenschaftlichen Partnern und ein besserer Zugang zu wissenschaftlichen Ergebnissen.

Weiters wirkt sich die Teilnahme am COMET-Programm positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen aus: Rund zwei Drittel der befragten Unternehmen gab an, dass sich diese durch die Beteiligung an COMET-Aktivitäten in ihrem Betrieb erhöht hat. Als wesentlich wird dabei gesehen, dass sich die Innovationsfähigkeit des Unternehmens selbst durch die COMET-Beteiligung erhöht. Die Beteiligung der OÖ Unternehmen am COMET-Programm wirkt sich dabei nicht nur positiv auf die Unternehmen selbst aus, sondern induziert bei diesen auch zusätzliche Investitionen in Forschung & Entwicklung und in die Produktion sowie auch in die Schaffung von Arbeitsplätzen.

Strong Users
Es gibt eine besonders aktive Unternehmensgruppe, die sich in ganz Österreich an COMET-Aktivitäten beteiligt und deutlich mehr investiert als die anderen. Dies sind die Unternehmen, die sowohl in Oberösterreich als auch in anderen Bundesländern beteiligt sind („Strong Users“). Diese Unternehmen zeigten auch das mit Abstand höchste finanzielle Engagement am COMET-Programm. Hauptmotive für die Beteiligung an COMET-Aktivitäten außerhalb von Oberösterreich sind vor allem die Kompetenzen der wissenschaftlichen Partner und bestehende Kontakte sowie fehlende Themenschwerpunkte in Oberösterreich; umgekehrt sind vor allem bestehende Kontakte und passende Themenschwerpunkte die Hauptgründe für die Beteiligung an COMET-Aktivitäten innerhalb von Oberösterreich.

Unterschiede hinsichtlich der Gründe für die Beteiligung lassen sich am ehesten zwischen der Gruppe der „Strong Users“ und den beiden anderen Gruppen darstellen. So spielen für die „Strong Users“ die Motive „Neue Prozesse entwickeln“, „Attraktivität der Unternehmenspartner“, „Erreichen der Technologieführerschaft“ und „Schaffung von Wettbewerbsvorteilen“ eine deutlich kleinere Rolle als in den beiden anderen Gruppen; dagegen steht für sie die Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen mehr im Vordergrund als bei den anderen Unternehmen.

Unternehmen, die nur außerhalb von Oberösterreich an COMET-Aktivitäten beteiligt sind, sehen deutlich seltener eine Steigerung ihrer Wettbewerbsfähigkeit durch das Programm; auch ergeben sich bei diesen seltener Folgeprojekte und Entwicklungspartnerschaften und sie investieren etwas seltener zusätzlich in F&E. Am häufigsten konnten die Unternehmen der Gruppe der „Strong Users“ Folgeprojekte mit Wissenschaftspartnern und Unternehmenspartnern durchführen - sie sind auch häufiger in langfristige Entwicklungspartnerschaften eingebunden. (pj)

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