INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Haas Waffelmaschinen an Schweizer Unternehmen verkauft © Haas Waffelmaschinen
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Redaktion 14.09.2017

Haas Waffelmaschinen an Schweizer Unternehmen verkauft

Germar Wacker ist neuer CEO.

LEOBENDORF. Paukenschlag unter der Burg Kreuzenstein: Einer der größten Industriebetriebe im Bezirk Korneuburg, die traditionsreiche FHW Franz Haas Waffelmaschinen GmbH, ist an die Schweizer Bühler-Gruppe verkauft worden.

Mit dieser strategischen Akquisition komplettiert Bühler sein Produktportfolio im Bereich Consumer Foods, das im Vorjahr 10% zum Konzernumsatz von 2,45 Mrd. CHF beigetragen hat. Haas erhält Zugang zu den Ressourcen des weltweiten Bühler-Verbunds, vor allem zu den rund 100 Servicestationen und zum Innovations-Netzwerk. "Gemeinsam können wir für unsere Kunden bedeutende Mehrwerte entwickeln und den Haas-Mitarbeitenden zusätzliche Perspektiven eröffnen", kommentiert Bühler-CEO Stefan Scheiber.

Ein weltmeisterliches Unternehmen
Die FHW Franz Haas Waffelmaschinen GmbH ist ein „versteckter Weltmeister“. Jede zweite Waffel, die Menschen irgendwo auf der Welt verspeisen, stammt aus einer Maschine des niederösterreichischen Hightech-Betriebs. Das Familienunternehmen wurde vor mehr als 100 Jahren in Wien als Schlosserei gegründet und begann Mitte des 20. Jahrhunderts mit der Produktion von Waffelmaschinen.

Mit dem jetzt erfolgten Transfer wollen die Alteigentümer langfristig die erfolgreiche Weiterführung des Geschäfts sicherstellen. "Die aktuellen Markt- und Technologie-Trends, die an Wirkung und Geschwindigkeit weiter zunehmen werden, haben uns zu diesem Schritt veranlasst", sagt Aufsichtsrat Johann Haas. Bühler sei führend bei der Verarbeitung von Getreide, Reis, Schokolade, Kaffee und anderen Rohstoffen sowie Anbieter von Druckguss- und Beschichtungstechnologien für die Automobil-, Optik- und Druckfarbenindustrie.

Global aktiv
Der Deal gilt vorbehaltlich der Zustimmung der Wettbewerbsbehörden, das Closing der Transaktion ist für Jahresende geplant. Germar Wacker, zuletzt bei Bombardier, wurde mit 5. September CEO bei Haas.

Die Haas-Gruppe beschäftigt weltweit 1.650 Mitarbeiter, davon 620 am Hauptsitz Leobendorf. Tochterfirmen gibt es in Almere und Ettenleur (Niederlande) sowie in Kopenhagen, Roedkaersbro und Jütland (Dänemark). Niederlassungen bestehen in Curitiba (Brasilien), Richmond (USA) und Shanghai (China). Gefertigt werden Maschinen zur Produktion von Waffeln, Keksen, Eistüten, Hohlhippen, Weichwaffeln, Kuchen und Palatschinken. Die Abnehmer der Haas-Anlagen, die zwischen 400.000 und sechs Mio. € kosten, gehören zur Crème de la Crème der Markenartikelindustrie: Nestlé, Masterfoods, Ferrero, Unilever, Manner oder Loacker.

95 Prozent Exportanteil
Das Herz der Gruppe, die Franz Haas Waffelmaschinen GmbH, hat im Vorjahr den Umsatz von 119,7 auf 131 Mio. € gesteigert und dabei 8,9 Mio. € verdient. Der Bilanzgewinn betrug 26 Mio. €, der Exportanteil liegt bei rund 95%.

Der neue Schweizer Eigentümer Bühler erzielte im Vorjahr einen Gewinn von 143 Mio. CHF und ein operatives Ergebnis von 174 Mio. CHF. (pj)

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