INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Kaum Hoffnung für ATB Spielberg © APA/EXPA/ Dominik Angerer

Die steirische ATB ist insolvent, ihre Maschinen sollen nach Polen und Serbien gehen.

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Die steirische ATB ist insolvent, ihre Maschinen sollen nach Polen und Serbien gehen.

Redaktion 28.08.2020

Kaum Hoffnung für ATB Spielberg

Die chinesische Mutter Wolong zieht ihren Sanierungsplan für den Standort Spielberg durch.

SPIELBERG/WIEN. Die ATB Spielberg GmbH hält auch nach der Solidaritätskundgebung ehemaliger Mitarbeiter an ihrem
Sanierungsplan fest.

Maschinen sind noch da Wie der Spielberger E-Motorenbauer Wolong-ATB in einer Aussendung mitteilte, werde mit den Verlagerungsvorbereitungen begonnen – „auf Basis des gerichtlichen Beschlusses, der keine aufschiebende Wirkung hat“, ist das Unternehmen überzeugt. Wolong-ATB bezog sich damit auf die Entscheidung des Konkursrichters in der vergangenen Woche – da hatte die ATB-Gruppe ein Angebot für den Maschinenpark der insolventen GmbH gelegt und vom Konkursrichter den Zuschlag bekommen. Daraufhin wurde von der ATB-Gruppe angekündigt, dass die Maschinen demnächst nach Polen und Serbien zu anderen Unternehmen
der ATB-Gruppe abtransportiert werden würden. Das sei Teil des Sanierungskonzepts und werde so auch umgesetzt. Die Betriebsräte hatten daraufhin zusammen mit der Arbeiterkammer Steiermark Rekurs gegen die Entscheidung des Richters angekündigt. Zu Redaktionsschluss waren die Maschinen aber jedenfalls noch da. ATB-Spielberg Betriebsratsvorsitzender Michael Leitner erklärte auf APA-Nachfrage, dass der befürchtete Abtransport der Maschinen vorerst noch nicht im Gange war; darauf hätten die Mitarbeiter auch im Urlaub ein Auge geworfen.

Verlagerung bis Ende 2020 „Die Produktion an den anderen Standorten soll so rasch wie möglich aufgenommen werden, um den Kunden und Lieferanten größtmögliche Kontinuität zu sichern“, hieß es weiter in der Aussendung. Informatio
nen und Berichte des Betriebsrats, der Gewerkschaft und der Arbeiterkammer würden nicht vollständig den Tatsachen entsprechen: „Diese schüren nur weiter falsche Hoffnungen der Belegschaft und führen zur Verunsicherung.“ Die Verlagerung soll bis Ende 2020 abgeschlossen sein, parallel soll der Fokus in Spielberg künftig auf Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Kundenservice liegen, so die Pläne der Geschäftsführung. Darüber hinaus sei der Aufbau eines Distributionszentrums angedacht. „Der Eigentümer hat lange um den Standort in Spielberg gekämpft und über die letzten Jahre mit Gesellschafterzuschüssen von über 20 Mio. Euro unterstützt. Nachdem der globale Markt für die Industrie nachhaltig schwer von der Coronakrise getroffen wurde, ist das nicht mehr darstellbar“, wurde einmal mehr betont. Der Maschinenpark soll in die Wolong-Werke Polen und Serbien verlegt werden. Eine kleine Abteilung für F&E und Vertrieb soll in Spielberg verbleiben, laut Gewerkschaft eine Augenauswischerei; 360 der 400 Mitarbeiter sind bereits zur Kündigung angemeldet. (APA/hk)

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