INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Mit der Hydranten-App zum Löschwasser © Energie AG

Mödlhammer, Windtner, Freinbichler, Hasenleithner, Mayer (v.l.)

© Energie AG

Mödlhammer, Windtner, Freinbichler, Hasenleithner, Mayer (v.l.)

Paul Christian Jezek 27.10.2016

Mit der Hydranten-App zum Löschwasser

Energie AG und Start-up wasserkarte.info starten Kooperation

WIEN. wasserkarte.info ist ein innovatives Werkzeug für die Sicherstellung der Feuerlöschversorgung. Die neue App erfasst alle Hydranten, deren Lage und Zustand. Zur Umsetzung dieser revolutionären und weltweit einzigartigen Idee haben die Energie AG und wasserkarte.info eine weitreichende Kooperation vereinbart: Beide Unternehmen wollen das Online-Portal www.wasserkarte.info zur zentralen, jederzeit aktuellen und mobilen Informationsdrehscheibe rund um Hydranten und deren Wartung machen. Die App, mit der Feuerwehren und Dienstleister per „Augmented Reality“ direkt zu den Hydrantenstandorten gelotst werden, steht ab sofort auf Tablet und Smartphone zur Verfügung.

„Wir beschreiten mit Augmented Reality, einer virtuellen Navigation am Smartphone-Display, absolutes Neuland und bringen Feuerwehren und Dienstleister an die technologische Weltspitze“, sagt Gabriel Freinbichler, App-Erfinder und Geschäftsführer der wasserkarte.info GmbH. „Wir wollen durch diese Kooperation den bisherigen Informationsbruch überwinden und unterstützen den Aufbau einer zentralen Datendrehscheibe, die Vorteile für alle Nutzer bringt“, erläutert Leo Windtner, Generaldirektor der Energie AG Oberösterreich.

online-Verwaltung für mehr als 200.000 Hydranten
Diese Kooperation bringt auch einen Technologiesprung mit sich, der das an sich wenig spektakuläre Thema der Löschwasserverzeichnisse für Feuerwehren auf eine völlig neue Ebene hebt. Freinbichler hat die App bereits so weiterentwickelt, dass die Nutzer der dazugehörenden Smartphone-App an der technologischen Weltspitze mitspielen.

„Mittels Augmented Reality werden in das Kamerabild des Smartphones Navigationsinformationen eingeblendet, die in Echtzeit anzeigen, in welcher Richtung und Entfernung der nächste Hydrant zu finden ist“, erklärt Freinbichler. Diese weltweit einzigartige Funktion eines Head-up-Displays ist für iOS- und Android-Betriebssysteme in den jeweiligen App-Stores verfügbar. Insgesamt sind in Österreich, Deutschland und Italien bereits 200.000 Hydranten in der Plattform erfasst, die laufend aktualisiert und bearbeitet wird.

Hoch erfreut über diese brandneue technische Errungenschaft zeigt sich auch Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer: „Die Gemeinden sind Träger der Freiwilligen Feuerwehren. Wir sind sogar gesetzlich dazu verpflichtet, welche zu haben. Im Einzelfall geht es oft um jede Sekunde, da kann es von großem Wert sein, wenn sich die Mannschaft schon am Weg zum Einsatz informieren kann, wo ihr nächster Hydrant zur Wasserentnahme zur Verfügung steht. Das ist nicht nur in Ballungsräumen ein wichtiger Punkt, sondern auch im ländlichen Raum, wo das Versorgungsnetz mit Hydranten jedes Jahr wächst. Diese App kann wertvolle Dienste leisten und dabei mithelfen, den Einsatz möglichst effektiv abzuwickeln.“

Arbeitserleichterung für Feuerwehren
Angetan von der neuen App zeigt sich mit Robert Mayer, Mitglied des Bundesfeuerwehrverbands und ein echter Nutzer: „Mit der wasserkarte.info steht den Feuerwehren ein Werkzeug zur Verfügung, das gerade im Einsatz und der Einsatzvorbereitung eine deutliche Erleichterung mit sich bringt.“

Die App kann ja mehr als nur Daten verwalten: Vor allem im Bereich der Löschwasserförderung sind Module enthalten, die die Feuerwehren bei der idealen Platzierung der Pumpen unterstützen. Mit der integrierten hydraulischen Berechnung (Druckverluste in den Schläuchen durch Höhenunterschiede) kann der genaue Standort von Pumpen lokalisiert werden, um das Löschwasser zum Ziel zu bringen. (pj)

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