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Österreich intensiviert Wirtschaftskontakte mit Baschkirien © Republik Baschkirien
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Redaktion 04.12.2019

Österreich intensiviert Wirtschaftskontakte mit Baschkirien

Die russische Republik Baschkirien (Baschkortostan) positioniert sich zunehmend als Wirtschaftsstandort.

WIEN/UFA. Eine baschkirische Politik-Delegation war kürzlich mit 40 mitreisenden russischen Firmen in Wien zu Gast, um über das Investitions- und Wirtschaftspotenzial der Republik Baschkirien zu informieren und erste Geschäftskontakte zu knüpfen; u.a. wurden im Zuge des Forums zwei Memoranden und ein Liefervertrag unterschrieben, die die Wirtschaftskooperationen zwischen Österreich und Baschkirien in Zukunft verstärken: Die AMA Marketing plant, mit einer bereits geschaffenen baschkirischen Partnerorganisation zu kooperieren. Schwerpunkt ist ein Wissenstransfer zu Themen wie Nachhaltigkeit, Qualitätsmanagement und -kontrolle, und Zertifizierung. Die Idee dabei ist, das österreichische System AMA adaptiert auf Baschkirien umzulegen.

Präsenz im Landwirtschaftsministerium
Beschlossen wurde vom österreichischen Rinderzuchtverband (www.zar.at) auch die Lieferung mehrerer tausend österreichischer Zuchttiere nach Baschkirien sowie ein Abkommen zur wissenschaftlicher Begleitung von Milch- und Fleischproduktion.

Zudem eröffnet der Austrian Agricultural Cluster (www.aac.or.at) ein Büro im Landwirtschaftsministerium in Ufa. Durch den erleichterten Zugang zum baschkirischen Markt kann am Know-how heimischer Agrartechnikanbieter partizipiert werden.

Langjährige Wirtschaftspartnerschaft: XXXLutz, Lasselsberger, Palfinger ...
Schon seit 1992 besteht eine Kooperationsvereinbarung zwischen der Industrie- und Handelskammer Baschkiriens und der Wirtschaftskammer Österreich. Durch die Vertriebskooperation mit XXXLutz seit drei Jahren sind in Österreich etwa Bürostühle der Firma Metta erhältlich, die in Ufa produziert werden. Im High-Tech-Bereich läuft aktuell das EU-Zulassungs- und Zertifizierungsverfahren für die Produkte der Firma Potok, die in Ufa Leitungen, Fittings und Sprinklerköpfe aus Kunststoffen und Basalt herstellt.

Mit der Lasselsberger Group, der Kronospan-Gruppe und der Palfinger-Gruppe sitzen aktuell bereits drei österreichische Unternehmen in Baschkirien: Die Lasselsberger Group produziert in Ufa rund zehn Mio. Quadratmeter Keramikfliesen pro Jahr, womit derzeit vor allem der regionale Markt bedient wird. Wegen der logistischen Vorteile rücken aber auch andere Regionen, wie Kasachstan, in den Interessenmittelpunkt. Nicht zuletzt deshalb wird die Kapazität des Werkes in Ufa nun annähernd verdoppelt.

Ebenso in Ufa befindet sich seit 2013 ein Werk der Kronospan-Gruppe, in dem jährlich eine Millionen Kubikmeter Spanplatten und ähnliche Produkte produziert werden. Bedient werden die Märkte Volga-Region, Sibirien, Ural, Zentralasien, China, Korea, Japan und Südamerika. Auch hier laufen Projekte zur Kapazitätsverdoppelung sowie zur Installation einer neuen Produktlinie.

Die Palfinger-Gruppe produziert in einem Joint Venture mit Kamaz (dem größten russischen Nutzfahrzeughersteller, der global auf Platz 11 rangiert) in der Stadt Neftekamsk jährlich 80.000 Hydraulikzylinder für Lkws, Krane und Baumaschinen. Bedient werden der innerrussische Markt ebenso wie der asiatische und lateinamerikanische.

Gestraffte Verwaltung und Sonderwirtschaftszonen
Mit seinem eigenen Erdölvorkommen und der petrochemischen Industrie gehört Baschkirien zu den reichsten Republiken Russlands, zählt zu einer der führendsten Ölraffinerien und ist Hauptzulieferer russischer Raffinerien. Die Wirtschaft profitiert inzwischen von gestrafften Verwaltungsvorschriften und von der Errichtung mehrerer Industrieparks.

Investoren profitieren von Sonderwirtschaftszonen, die Bewohnern und angesiedelten Unternehmern Steuervorteile und vereinfachte administrative Prozesse ermöglichen.
Im Export der Republik liegt der Fokus auf den Produkten der chemischen Industrie (Phenole, Kunststoffe und Kautschuk) sowie Metalle und Metallprodukte. In Summe fallen 55,2% des baschkirischen Exports im Wert von 2,405 Mio. USD auf Europab (Steigerung im Vergleich zu 2017: 100,5%).
Baschkirien entwickelt sich in den vergangenen Jahren auch zunehmend zur Tourismusdestination. (red)

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