INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Ohne Rohstoffe geht in der Industrie gar nichts © Gary Milano

„Raw Materials Charter” Eumicon überreicht „25 Ideen für eine Zukunft Made in Europe” an die EU-Ratspräsidentschaft: Eurochambres-Präs. Ch. Leitl, BM E. Köstinger, Eumicon-Präs. F. Friesenbichler, Eumicon-Gen.-Sekr. R. Stiftner und G. Cozigou (v.l.).

© Gary Milano

„Raw Materials Charter” Eumicon überreicht „25 Ideen für eine Zukunft Made in Europe” an die EU-Ratspräsidentschaft: Eurochambres-Präs. Ch. Leitl, BM E. Köstinger, Eumicon-Präs. F. Friesenbichler, Eumicon-Gen.-Sekr. R. Stiftner und G. Cozigou (v.l.).

Redaktion 19.10.2018

Ohne Rohstoffe geht in der Industrie gar nichts

400 Teilnehmer aus mehr als 30 Nationen diskutierten bei der internationalen Rohstoff-Konferenz Eumicon in Wien.

••• Von Paul Christian Jezek

Unter der Schirmherrschaft der European Mineral Resources Confederation (Eumicon) ist es gelungen, die europäische Rohstoffindustrie zu vernetzen. Ein wesentliches Fundament für eine wettbewerbsfähige Rohstoffwirtschaft „Made in Europe” ist dabei die Raw Materials Charter mit den vier Themenschwerpunkten Access & Trade, Skills & Employment, Energy & Climate und Technology & Innovation, die im Rahmen der Konferenz vorgestellt wurde.

Rohstoff-Nachfrage nimmt zu

„Der Einsatz von Rohstoffen wird durch Energiewende und Digitalisierung nicht abnehmen, im Gegenteil”, erklärte Franz Friesenbichler. Für den Eumicon-Präsidenten ist es wichtig, wirtschaftliche und politische Rahmenbedingen zu schaffen: „Wir entscheiden heute, ob diese Zukunft ‚Made in Europe' oder ‚Made in China' sein soll.”

Daraus resultiere auch die Notwendigkeit, neue Formen der Gewinnung und der Wiederaufbereitung von Rohstoffen voranzutreiben und durch gemeinsame Lösungsansätze die Industrie als Garant für Wachstum und Beschäftigung weiterhin in Europa zu halten.

Die Basis für Hightech

Rund 80 verschiedene Rohstoffe sind allein in einem Smartphone enthalten; mineralische Rohstoffe und Metalle bilden die Grundlagen für Hightech und sind in nahezu allen Gegenständen des Alltags zu finden.

Eumicon-Generalsekretär ­Roman Stiftner konnte Hans Jürgen Kerkhoff (Präsident Wirtschaftsvereinigung Stahl), Mark Rachovides (Präsident Euromines), Martin Iffert (Vorstandsvorsitzender Trimet Aluminium SE) sowie den Vorstandsvorsitzenden der Aurubis AG, Jürgen Schachler, begrüßen. Diskutiert wurde der Aufbau einer neuen Welt, in der Grund- und Rohstoffe genauso essenziell sind wie das Know-how in der Gewinnung und Aufbereitung. Wichtig ist es, die Energiewende zu schaffen und Produktionen nicht an China zu verlieren sowie rechtliche Rahmenbedingungen zu erarbeiten, die den europäischen Markt nicht benachteiligen.

Energieträger der Zukunft

Im nächsten Jahrzehnt muss der Grundstein gelegt werden, um Strategien zu entwickeln und die Herausforderung der Energieveränderung zu stemmen. Wenn Energiewende und Klimaziele erreicht werden sollen, ist eine europäische Harmonisierung notwendig, um gleiche Ausgangsbedingungen zu schaffen.

Im Panel Energy & Climate wurde Wasserstoff als Energieträger der Zukunft vorgestellt; auch die Dekarbonisierung läutet einen fundamentalen Wandel in der Stahlproduktion und im Bereich der Energiesysteme ein.

Circular Economy

Wie kann Sonnen- und Windenergie gespeichert werden? Um den Bedarf in den nächsten zwölf Jahren abzudecken, wären 8.000 Pumpspeicher notwendig. Die RAG integriert Sonne und Wind in Erdspeicher und beschäftigt sich mit der Frage, ob sich auch 100% Wasserstoff in ehemalige Gasspeicher einlagern lässt.

Labor-Ergebnisse auf Basis biogener Lagerstätten zeigen interessante Ergebnisse für Gasspeicher als Enabler für eine Circular Economy. Ein wichtiger Aspekt dabei ist das Recyceln von Metallen, um den Rohstoffzyklus zu schließen.
End of life-Recycling ist das Thema der CCO Montanwerke Brixlegg AG: Das Unternehmen reinigt und bereitet Schrott auf, bis wieder Kupfer daraus wird. Um weltweit den Bedarf von jährlich 200 Mio. t decken zu können, muss jedoch weiter nach Kupfer gesucht werden.

Into the Future

Der zweite Konferenztag stand ganz im Zeichen der Wissenschaft. Unter dem Titel „Raw Materials are the Future” informierten Wissenschaftler über aktuelle ­Forschungserkenntnisse. Es referierten u.a. Thomas Frömmer von RHI Magnesita, Gwenole Cozigou, Direktor für Industrial Transformation and Advanced Value Chains der EU-Kommission, und Peter Moser, Vizerektor der Montanuni Leoben. Wie die Blockchain die Mineralrohstoffindustrie transformieren wird, erklärte Minespider-CEO Nathan Williams.

Ein Höhepunkt war das Interactive Panel „Aufbruch in die Zukunft: Europa als Triebfeder für die globalen Rohstoffmärkte”.

Das Fazit der Eumicon

„Ungeachtet der Bemühungen einer leistungsfähigen Kreislaufwirtschaft ist der Einsatz mineralischer Rohstoffe notwendig, um den Bedarf einer zukunftsorientierten Wirtschaft und einer modernen Gesellschaft zu decken”, zog Eumicon-Präsident Franz Friesenbichler die Bilanz der zwei Konferenztage.

„Unser Know-how in der Bereitstellung von Rohstoffen, unser essentieller Beitrag zum Bergbau und ausgeprägter Umweltschutz sind dafür unverzichtbare Voraussetzungen.”

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