INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Speed auch im Umweltrennen Industriellenvereinigung Salzburg
Industriellenvereinigung Salzburg

Redaktion 19.05.2016

Speed auch im Umweltrennen

Energieeffizienz. Warum Atomic 40 Prozent weniger Material braucht als früher und wie im Werk Altenmarkt zwölf Tonnen CO2 eingespart wurden

Moderne Ski sind "ein Albtraum für die Produktion", erklärt Stefan Leberbauer als Director Operations & Supply Chain bei Atomic, wie im Werk in Altenmarkt heute umwelt- und ressourcenschonend produziert wird. Natürlich fertigen die Mitarbeiter mit Begeisterung Skier, vielleicht sogar die besten der Welt. Der Albtraum von Stefan Leberbauer bezieht sich eher auf die Form der Skier. "Früher waren die Ski gerade geschnitten", schildert Leberbauer. "Heute sind sie stark tailliert. Auf Grund der Ski-Geometrie gibt es einen hohen Materialausschuss." Im Werk in Altenmarkt sind das rund 2000 Tonnen pro Jahr, rund 570 Kilogramm die Stunde. Allein 300 Tonnen Holzspäne fallen jährlich an.

Da liegt es auf der Hand, dass sich die Entwickler jeden Tag den Kopf darüber zerbrechen, wie ressourcenschonender - und damit günstiger - produziert werden kann. Unter anderem wird der Holzkern der Skier nun aus zwei Teilen hergestellt und in der Mitte verleimt - damit können bei gleichbleibender Qualität mehr Skier aus einem Block geschnitten werden.

Das Werk am Standort Altenmarkt umfasst heute 46.000 m2 verbaute Fläche und ist das zentrale Entwicklungszentrum für die Division Winter Sports Equipment (WSE) von Amer Sports. Insgesamt werden von Altenmarkt aus fünf weitere Fabriken in Bulgarien, Rumänien und Ungarn betreut. Im "Silicon Valley des Skisports" (O-Ton Atomic-GF Michael Schineis) im Pongau werden jährlich 500.000 Stück Ski erzeugt; 550 Leute arbeiten in der Produktion, insgesamt sind es in Altenmarkt rund 1000 Mitarbeiter.

Wärme kommt zurück

Unter Begleitung des Vereins "umwelt service salzburg" wurde das Werk in Altenmarkt zur "grünen" Fabrik. Dabei wurden folgende Maßnahmen gesetzt:

- Aus dem Kühlwasser der Skipressen wird die Wärme entzogen und für die Heizung des Werks verwendet.

- Auch aus der Späneabsaugung wird die Wärme zurückgewonnen.

- Die Heizung selbst wurde dank mengenvariabler Kreisläufe und effizienterer Umlaufpumpen optimiert.

- Das Druckluftsystem wurde mit automatischen Absperrungen ebenfalls verbessert.

Insgesamt setzt das Werk nun jährlich 12 Tonnen weniger CO2 frei. An Wärme werden 3 Mill. kWh, an Strom über 233.000 kWh eingespart. Damit muss Atomic rund 223.000 Euro weniger für Energie ausgeben. Für die Umsetzung dieser Maßnahmen erhielt Atomic 2015 das Umweltblatt Salzburg.
Die Investitionen waren ebenfalls beachtlich: Insgesamt investierte Amer Sports fast 2 Mill. Euro. Die Umweltschutzmaßnahmen wurden mit 329.000 Euro gefördert.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL

Ihr Kommentar zum Thema