INDUSTRIAL TECHNOLOGY
Standorttreue trotz negativem Ergebnis © Semperit

Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Wimpassing

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Das Forschungs- und Entwicklungszentrum in Wimpassing

Redaktion 22.03.2018

Standorttreue trotz negativem Ergebnis

Semperit bleibt Wimpassing im Schwarzatale treu

WIMPASSING. Mit tief greifenden Restrukturierungsmaßnahmen bekennt sich der Kautschuk- und Kunststoffproduzent Semperit AG Holding zu seinem Traditionsstandort Wimpassing im Schwarzatale, wo er mehr als 700 Mitarbeiter beschäftigt. Acht Millionen Euro werden in die Operationshandschuhproduktion und in das Mischwerk investiert. Bei der Bilanzpräsentation stellte der neue Vorstandsvorsitzende Martin Füllenbach fest, dass dadurch auch die Arbeitsplätze gesichert seien.

Als einzigartig im Konzern hob er hervor, dass am Standort Wimpassing in allen vier Segmenten produziert werde und dass hier auch Forschung und Entwicklung stationiert seien. „Im Rahmen der derzeitigen Restrukturierungen setzen wir auch einen starken Fokus auf den bestehenden Mischbetrieb, wo Gummi- und Kunststoffmischungen für unsere diversen Produkte zusammengestellt werden“, betonte Füllenbach. Um weiterhin mit Neuheiten und Innovationen punkten zu können, widmet sich ein aus 125 Personen zusammengesetztes Team ausschließlich der F&E mit dem Startvorteil, dass man Innovationen gleich in der Produktion am Standort testen könne.

Wimpassing ist im Konzern der einzige Produktionsort für Operationshandschuhe, wofür ein besonders geschultes Personals verantwortlich ist. Pro Jahr werden etwa 150 Millionen Paar erzeugt. Außerdem werden hier auch Handläufe für Rolltreppen, Hydraulik- und Industrieschläuche, Spritzgussartikel sowie Elastomer- und Verschleißschutzplatten hergestellt.

„Extrem unzufrieden“

Im Geschäftsjahr 2017 hat die Semperit AG Holding zwar ihren Umsatz um 2,6 Prozent auf 874,2 Millionen Euro steigern können, musste aber ein bereinigtes Ergebnis nach Steuern mit minus 43,3 Millionen Euro hinnehmen. „Wir sind mit der Ergebnisentwicklung im abgelaufenen Geschäftsjahr extrem unzufrieden und sehen drastischen Handlungsbedarf“, sagte Füllenbach. „Daher haben wir zu Jahresbeginn 2018 eine Restrukturierung eingeleitet, die in erster Linie auf eine Rückkehr zu angemessenen Renditen abzielt und bereits erste Früchte trägt. Die bisher identifizierten Verbesserungspotenziale werden wir in den nächsten Quartalen und Jahren konsequent ausschöpfen. Eine wesentliche Rolle wird die Optimierung der operativen Geschäftsprozesse spielen, hier orten wir positive Effekte im mittleren zweistelligen Millionenbereich. Der Weg zu einer langfristig gesunden, starken und profitablen Semperit Gruppe führt weiters über eine klare Komplexitätsreduktion.“

Die börsennotierte Semperit AG Holding ist eine international ausgerichtete Unternehmensgruppe, die in den Sektoren Medizin und Industrie hochspezialisierte Produkte aus Kautschuk entwickelt, produziert und in über 100 Länder weltweit vertreibt: Untersuchungs- und Operationshandschuhe, Hydraulik- und Industrieschläuche, Fördergurte, Rolltreppen-Handläufe, Bauprofile, Seilbahnringe und Produkte für den Eisenbahnoberbau. Die Zentrale des österreichischen Traditionsunternehmens, das seit 1824 besteht, befindet sich in Wien. Die Semperit Gruppe beschäftigt weltweit rund 6.840 Mitarbeiter, davon rund 3.700 in Asien und mehr als 800 in Österreich (Wien und Produktionsstandort Wimpassing, Niederösterreich). Zur Gruppe gehören weltweit 16 Produktionsstandorte sowie zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Europa, Asien, Australien und Amerika. (pj)

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