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Tipps und Tricks für unsere Exporteure © Jeff Mangione

A.C.I.C.Peter Androsch, Geschäftsführender Gesellschafter des Austrian Credit Insurance Counsel, Österreichs führender Spezialmaklergesellschaft für Kredit­versicherungen.

© Jeff Mangione

A.C.I.C.Peter Androsch, Geschäftsführender Gesellschafter des Austrian Credit Insurance Counsel, Österreichs führender Spezialmaklergesellschaft für Kredit­versicherungen.

Redaktion 21.09.2018

Tipps und Tricks für unsere Exporteure

Länderrisiken wie etwa zur Türkei fließen in die Entscheidung über die Versicherbarkeit von Lieferforderungen ein.

WIEN. Die Türkei ist mittlerweile bereits riskanter als Griechenland, zeigt der aktuelle Länderrisikobericht (G-Grade).

„Wir sprechen hier nicht über Börsenkurse, sondern über die Realwirtschaft”, mahnt Peter Androsch, Geschäftsführer beim Kreditversicherungsmakler A.C.I.C. Österreich liefert in die Türkei pro Jahr Waren im Wert von 1,31 Mrd. und Dienstleistungen im Wert von 589 Mio. €.
Die größten Zuwächse gab es im vorigen Jahr bei Stahl- und Eisenexporten (+47%), Zugmaschinen und Kfz (+53%) sowie Mess- und Prüfinstrumenten (+20%). Mit mehr als 17.500 exportieren Tieren ging mehr als die Hälfte aller Zuchtrinder­exporte Österreichs in die Türkei.

Österreich hui, Türkei pfui

Insofern sind die Daten im Länderrisikohandbuch von A.C.I.C. zum 3. Quartal 2018 alarmierend. Basis dafür ist das G-Grade des internationalen Kreditversicherungsmaklernetzwerks AU Group; in Griechenland hat sich dieser Wert aufgrund des positiven Trends beim BIP und anderer Faktoren von 7,5 auf 6,3 verbessert – in der Türkei hingegen stieg der Wert aufgrund des Wertverfalls der Lira und anderer Umstände von 6 auf 6,75. Zum Vergleich: Österreich kommt auf den sehr guten G-Grade-Wert von 1,3.

Die Verschlechterung in der Türkei bedeutet für österreichische Lieferanten, die sich gegen einen Zahlungsausfall ihrer türkischen Kunden absichern wollen, dass dieses Vorhaben immer schwieriger wird.

Was man konkret tun kann

Die Kreditversicherer haben nicht generell von der Absicherung türkischer Risiken Abstand genommen. „Wir beobachten aber, dass sich einige Versicherer türkische Geschäftspartner detaillierter ansehen und teilweise bereits Reduktionen oder gar Aufhebungen der Deckungssummen bei künftigen Geschäften vornehmen”, meint Androsch. Vor allem türkische Unternehmen, die stark von Importen abhängig sind, stehen unter stärkerer Beobachtung, da durch den Wertverlust der Lira Importe ungemein teurer geworden sind.

Den heimischen Firmen ist zu empfehlen, dass sie ihre türkischen Geschäftskunden dazu anhalten, aktiv das Gespräch mit den Kreditversicherern zu suchen. „Es ist wichtig, präventiv über das eigene Businessmodell zu informieren, die Geschäftszahlen zu erläutern und darzulegen, wie das Unternehmen beabsichtigt, die schwierigen ökonomischen Rahmenbedingungen im Land zu meistern”, verrät Androsch, dessen Unternehmen in Österreich bereits rund 14 Mrd. € an kreditversicherten Umsätzen betreut. (pj)

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