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Verbund macht’s leiser © Verbund

Verbund Kraftwerk Malta

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Verbund Kraftwerk Malta

Paul Christian Jezek 04.05.2017

Verbund macht’s leiser

Maßnahmen zur Minderung des Pumpschalls im Kraftwerk Malta-Hauptstufe gestartet.

MÖLLTAL. Um die Schallauswirkung im Pumpbetrieb des Kraftwerks Malta-Hauptstufe zu mindern, hat Verbund auf Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen ein technisches Maßnahmenpaket erarbeitet, das nun der Behörde im Rahmen eines Wasserrechtsverfahrens vorgestellt und in Folge von Verbund zügig umgesetzt wird.

Das Kraftwerk Malta-Hauptstufe im Kärntner Mölltal steht jeden Tag im Einsatz, um die aufgrund der volatilen Einspeisung von Windkraftanlagen und Photovoltaik zunehmenden Schwankungen im heimischen Stromnetz effizient und CO2-frei auszugleichen. Bei Bedarf kann das Kraftwerk im Turbinenbetrieb Strom ins Netz einspeisen oder im Überschussfall durch zwei Pumpen Strom aus dem Netz nehmen und zwischenspeichern.

Während dieses Pumpbetriebs kommt es zu Schallemissionen, die von der lokalen Bevölkerung als stark störend empfunden werden. Um Klarheit zu erhalten, wurden ein schalltechnisches und, darauf aufbauend, ein umweltmedizinisches Gutachten in Auftrag gegeben, die den Handlungsbedarf gezeigt haben. Im Rahmen des direkten Dialogs mit einer in den Gemeinden Reißeck und Mühldorf gegründeten Bürgerinitiative, mit den beiden Gemeinden sowie mit dem Land Kärnten und der zuständigen Behörde wurde seitens Verbund zugesichert, mögliche technische Maßnahmen zur Minderung der Schallauswirkung im Pumpbetrieb des Kraftwerks Malta-Hauptstufe zu erarbeiten und - nach Prüfung der Wirksamkeit - auch zügig umzusetzen.

Auf Basis der beiden unabhängigen Gutachten wurden von einem internen Expertenteam unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse technische Konzepte ausgearbeitet, deren Umsetzung eine maßgebliche Verbesserung der aktuellen Situation versprechen. Dabei mussten die technischen Besonderheiten der Anlage mit machbaren Lösungsansätzen kombiniert werden. Ziel der Untersuchungen war und ist es, in enger Abstimmung mit dem Umweltmediziner einen Schall-Immissionsstatus zu erreichen, der weitestgehend den örtlichen Umfeldbedingungen entspricht. Über diese Untersuchungen erfolgten regelmäßige Informationen an die Bürgerinitiative, die beiden Gemeinden, das Land Kärnten und an die zuständige Behörde.

Nachdem sich eine technische Lösung als bestgeeignet abzeichnete, wurde zur Schaffung einer Rechtsbasis von Verbund die für das Kraftwerk genehmigungsrechtlich zuständige Oberste Wasserrechtsbehörde über den Status quo und die geplanten technischen Schall-Minderungsmaßnahmen informiert. Darauf aufbauend, hat nun die Oberste Wasserrechtsbehörde ein formelles Verfahren nach dem Wasserrechtsgesetz für die geplanten Um- und Einbauten an der Kraftwerksanlage eingeleitet. Dieses beinhaltet vorab eine Mitevaluierung der Zweckmäßigkeit der beabsichtigten Maßnahmen und am Ende der Umsetzung eine entsprechende Überprüfung.

Die Ende März am Standort durchgeführten Schwingungsmessungen an den Pumpen haben in Verbindung mit zeitgleichen Schallmessungen bestätigt, dass eine nennenswerte Dämpfung der störenden Schallfrequenz durch einen nachgeschalteten „Schalldämpfer“ (auch als Resonator bezeichnet) machbar ist; daraufhin wurde ein Fertigungsauftrag für einen eigens für die Anlage entwickelten Pilotresonator erteilt. Der durch die besonderen Anforderungen aufwendige Fertigungsprozess wird voraussichtlich Mitte Mai abgeschlossen sein.

Nach dem Einbau des Resonators an der ersten Pumpe werden weitere Versuche zur Optimierung der Schallminderung gestartet, begleitet durch Schallmessungen bei den Anrainern durch externe Sachverständige unter Aufsicht der Behörde. Mit ersten Ergebnissen ist diesen Sommer zu rechnen, die Aufschluss über die weiteren Schritte geben werden. (pj)

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