LUXURY BRANDS & RETAIL
Perfekt inszenierter Luxus

Mit den großen Plaids „Les Hippomobiles” aus Kaschmir bringt Gianpaolo Pagni ein wenig Humor in die noble Hermès-Kollektion.

Mit den großen Plaids „Les Hippomobiles” aus Kaschmir bringt Gianpaolo Pagni ein wenig Humor in die noble Hermès-Kollektion.

Anna M. Del Medico 05.07.2019

Perfekt inszenierter Luxus

Hermès präsentierte seine neueste Home Collection in einer ehemaligen Sporthalle in Mailand.

Mailand/Paris. Ab 1974 wurde in einer Halle in einem ruhigen Hinterhof des belebten Brera-Viertels der baskische Ballsport „Pelota” vor bis zu 1.200 Zuschauern zelebriert. Das
ist mittlerweile Geschichte. Denkmalgerecht saniert, hat sich die „La Pelota” zu einem gefragten Spielfeld namhafter Marken verwandelt. Und jedes Jahr fragen sich Besucher des Fuori Salone, des Programms außerhalb der Mailänder Möbelmesse inmitten der Stadt, wer in diesem Jahr die ehemalige Sporthalle in der Via Palermo bespielen darf; sie gehört zu den begehrtesten Event-Locations der zweitgrößten Stadt Italiens.

Ein Parcours aus Stein

Charlotte Macaux Perelman gestaltete die Inszenierung von Hermès; seit 2014 hat sie mit Alexis Fabry die künstlerische Leitung von Hermès Maison inne, eines der kleineren „Metiérs” von Hermès (dazu gehören „Art de vivre” und „Arts de la Table”). Für „La Pelota” schuf sie als Ausstellungsarchitektur eine Trockenmauer aus hellen und dunklen Steinen, als trennende und zugleich überschaubare Struktur eines begehbaren Parcours, und entführt die Besucher auf eine Reise durch die neue Kollektion. Und die Rechnung ging auf: Die farbenfrohen Objekte vor diesem erdigen Hintergrund zu zeigen, schuf einen starken Kontrast und verhindert, dass sie gewissermaßen in einen Wettstreit mit einer lauten, grellen Umgebung treten mussten. Von hängenden Stoffen und Tapeten bis hin zu wunderschönen Vasen und Schalen konnten die typischen Farben und Motive von Hermès für sich selbst sprechen.

Luxus-Update für Zuhause

Doch was inspirierte Hermès und Charlotte Macaux Perelman zu ihrer neuesten Homme Collection mit ihren besonderen, handwerklich gefertigten Objekten? Lange musste man wohl nicht suchen. Der unangefochtene Hersteller exquisiter Luxusgüter wandte sich einfach gängigen Materialien zu, wie sie für Alltagsgegenstände verwendet werden – Granit, Bronze, Porzellan und sogar Leder.
Das Grundprinzip war einfach: Die für die Gestaltung von Haushaltsgegenständen verwendeten Materialien spielen eine entscheidende Rolle bei der Festlegung der endgültigen Gestaltung und Form und beeinflussen Variablen wie die Linien und Muster, die sie annehmen. „In diesem Jahr wollten wir das Material ‚roh' bearbeiten”, führte Charlotte Macaux Perelman anlässlich der Eröffnung der Präsentation zur Wahl der Materialien aus und verwies auch auf die „ungedeckten” Leder, bei denen die natürliche Oberfläche der Häute erhalten bleibt, und die Textur von Holz und Stein …
Nimmt man die Summe aller Teile, so war die Inszenierung und sind die gezeigten Objekte wohl auch eine Hommage an die große Bedeutung von Materialität im Design.

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL