„2026 setzen wir auf funktionale Produkte“
© Berglandmilch
Josef Braunshofer
MARKETING & MEDIA Redaktion 27.02.2026

„2026 setzen wir auf funktionale Produkte“

Berglandmilch-Geschäftsführer Josef Braunshofer im Interview über aktuelle Herausforderungen und Trends.

Lebensmittel zu produzieren, war mit Sicherheit schon einmal einfacher. Ein großer Erfahrungsschatz in der Führung erhöht jedoch die Resilienz. Über diese verfügt Josef Braunshofer. Der 1963 in Niederösterreich geborene zweifache Familienvater studierte Agrarökonomie an der Universität für Bodenkultur in Wien und absolvierte einen Lehrgang zum Molkereimeister. Er arbeitete beim Molkereiverband NÖ und der Molkereigenossenschaft Erlau. Bereits 1992 wurde er Geschäftsführer (Sias Bohemia und Ybsias Fruchtzubereitungen GmbH), seit 2003 ist er bei der Berglandmilch eGen und bis heute Vorsitzender der Geschäftsführung. ­medianet hat mit ihm über aktuelle Herausforderungen, Trends und Produkte gesprochen.

medianet: Wie geht es dem Unternehmen Berglandmilch Anfang 2026?
Josef Braunshofer: Das Jahr 2025 war von einer guten Nachfrageentwicklung gekennzeichnet. Diese setzt sich auch 2026 fort. Das höhere internationale Rohmilchangebot zu Jahresbeginn 2026 sorgt jedoch für eine herausfordernde Marktentwicklung. In diesem Umfeld entwickeln sich unsere Marken und Neuprodukte jedoch zufriedenstellend.

medianet: Zuletzt gab es auch Kontroversen um das Pricing und die Menge. Was entgegnen Sie dieser Kritik?
Braunshofer: Die Preisgestaltung in der Lebensmittelbranche ist von vielen Faktoren abhängig – von Rohstoffkosten über Energie, Personalkosten bis hin zu Verpackung und Logistik. Unser Ziel ist es, faire Preise für Konsumentinnen und Konsumenten sicherzustellen und gleichzeitig unseren bäuerlichen Eigentümern eine stabile wirtschaftliche Basis zu bieten.

medianet: Kommen wir zu den Produkten. Nach vielen Jahren des Hochhaltens veganer Produkte gibt es einen Trend zurück zu tierischen Produkten. Spüren Sie diesen?
Braunshofer: Ja, wir beobachten, dass Konsumenten wieder bewusster zu hochwertigen Milchprodukten greifen. Dabei geht es weniger um ein „Entweder-oder“, sondern vielmehr um Qualität, Herkunft, Nachhaltigkeit und Transparenz.

medianet: Welche Produkte kamen letztes Jahr gut an?
Braunshofer: Besonders gefragt waren Produkte mit Mehrwert – etwa nachhaltigere Verpackungslösungen wie Mehrwegglas-Produkte, proteinreiche Varianten sowie innovative Geschmacksrichtungen.

medianet: Welche Produkte haben Sie für 2026 in der Pipeline, was steht für Sie hier im Fokus?
Braunshofer: 2026 setzen wir verstärkt auf Innovationen im Bereich funktionaler Produkte. Hier wird es im Zuge des Lattella-Redesign auch eine neue Limited Edition und weitere neue Produkte im Bereich der bunten Palette geben. Ebenso bereichert der Megatrend Protein auch 2026 vor allem unser Käse-Portfolio mit weiteren Innovationen.

medianet: Zukunftsfitte Lebensmittelerzeugung bedeutet nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch Tierwohl. Was hat sich in den letzten Monaten hier getan?
Braunshofer: Tierwohl ist ein zentraler Bestandteil unserer Nachhaltigkeitsstrategie. Wir setzen flächendeckend auf das AMA-Gütesiegel Tierhaltung Plus, mit dem wir unsere Produkte konsequent auszeichnen. Damit informieren wir unsere Konsumentinnen und Konsumenten transparent über die Haltungsform. Zudem arbeiten wir mit unseren bäuerlichen Betrieben an Projekten zur Emissionsreduktion, insbesondere im Bereich Methan. Verbunden mit den Investitionen in erneuerbare Energie an unseren Standorten zeigen wir damit, dass ökologische Verantwortung und Tierwohl Hand in Hand gehen.

medianet: Was lässt Sie als österreichischer Lebensmittelproduzent hoffnungsfroh in die Zukunft blicken?
Braunshofer: Es gibt viele Bereiche, die uns optimistisch stimmen. Im Einzelnen sind dies die hohe Qualität unseres Rohstoffs Milch, die große Wertschätzung der Konsumenten für regionale Lebensmittel, das steigende Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit sowie allgemein die hohe Innovationskraft unserer Branche.

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