Jubiläum des Wiener Töchtertags
© APA/Tobias Steinmaurer
MARKETING & MEDIA Redaktion 23.04.2026

Jubiläum des Wiener Töchtertags

Der Wiener Töchtertag zeigt steigendes Interesse von Mädchen an technischen Lehrberufen.

WIEN. Der Wiener Töchtertag begeht heute sein 25-jähriges Jubiläum. Laut aktuellen Daten der WKO-Lehrlingsstatistik zeigt sich dabei ein anhaltender Trend: Der Anteil von Mädchen in technischen Lehrberufen nimmt seit Jahren zu.

In mehreren Berufsfeldern ist dieser Anstieg messbar. So erhöhte sich etwa in der Lehrberufsgruppe Chemie/Kunststoff der Frauenanteil innerhalb von zehn Jahren von 30,9 auf 39,9 Prozent. Auch in der Informatik sowie in EDV- und Kommunikationstechnik stieg er von 9,6 auf 12,4 Prozent. In klassischen technischen Bereichen wie Metall oder Bau nähert sich der Anteil der 10-Prozent-Marke.

„Mädchen sind in technischen Berufen angekommen“
Besonders deutlich fällt die Entwicklung in absoluten Zahlen aus: Im Bereich Informatik befinden sich aktuell 751 Mädchen in Ausbildung, was einer mehr als fünffachen Steigerung seit 2014 entspricht. In einzelnen Zukunftsberufen wie Applikationsentwicklung – Coding oder Chemieverfahrenstechnik liegt der Frauenanteil bereits bei rund 25 Prozent.

Verena Wiesinger, Vorsitzende von Frau in der Wirtschaft Wien, bezeichnet diese Entwicklung als klares Signal. „Diese Zahlen sind ein zukunftsweisendes Signal: Mädchen gehen zunehmend in technische Berufe – und das mit großem Erfolg. Das ist ein Gewinn für die jungen Frauen und zugleich für den Wirtschaftsstandort, der dringend qualifizierte Fachkräfte benötigt. Mädchen sind in technischen Berufen angekommen – jetzt geht es darum, diesen Fortschritt nachhaltig abzusichern“, so Wiesinger.

Fachkräftebedarf und Potenzial
Vor dem Hintergrund steigenden Fachkräftebedarfs und zunehmender Digitalisierung sieht Wiesinger weiteren Handlungsbedarf: „Die großen Zukunftsthemen – Digitalisierung, Künstliche Intelligenz und wirtschaftliche Resilienz – brauchen alle Talente.“ Es sei daher notwendig, das Potenzial junger Frauen gezielt zu fördern.

Neben strukturellen Rahmenbedingungen verweist sie auch auf gesellschaftliche Faktoren. Frauen agierten häufig vorsichtiger bei finanziellen Entscheidungen oder unternehmerischen Schritten. Daher brauche es neben Information auch Maßnahmen zur Stärkung von Selbstvertrauen und wirtschaftlicher Kompetenz.

Mut zu neuen Perspektiven
Anlässlich des Jubiläums richtet Wiesinger einen Appell an junge Mädchen: „Der Wiener Töchtertag ist für mich der Tag der mutigen Perspektiven und neuen zukunftsweisenden Wege. Mädchen sollen sich nicht von überholten Rollenbildern einschränken lassen, sondern ihre Interessen und Talente ausleben und mit Freude verfolgen – gerade auch in technischen Berufen. Mehr Frauen in technologie- und innovationsgetriebenen Branchen stärken nicht nur individuelle Karrierechancen, sondern auch den Wirtschaftsstandort insgesamt.“

Im Jubiläumsjahr wird das Angebot ausgeweitet: Erstmals steht der Töchtertag Mädchen aller Altersstufen offen – vom Kindergarten bis zur Matura. Betriebe aus unterschiedlichen Branchen ermöglichen Einblicke, insbesondere in technische und handwerkliche Berufe. (red)

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