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Alles nur ein Komplott? © Pixabay
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Redaktion 13.08.2020

Alles nur ein Komplott?

marketagent.com ist Corona-Verschwörungstheorien auf der Spur.

BADEN. Woran denken Sie, wenn Sie „Bill Gates“ hören? Microsoft wäre in unserer „alten Normalität“ wohl die spontane Antwort der meisten gewesen. Dass sein Name dieser Tage aber vielmehr mit wilden Verschwörungsmythen in Verbindung gebracht wird, beweist einmal mehr, dass wir uns aktuell in einer Ausnahmesituation befinden. Nämlich nicht nur im Kampf gegen Covid-19 selbst, sondern vermehrt gegen abstruse Theorien, die im Zusammenhang mit dem Virus herumschwirren. In einer repräsentativen Befragung wollte das Online Research Institut Marketagent nun von den Österreichern wissen, was es ihrer Meinung nach mit diesen Ideologien auf sich hat und ob sie der ein oder anderen Verschwörungstheorie nicht doch ein Fünkchen Wahrheit zusprechen. Zumindest drei von zehn sind der Ansicht, dass an vielen Theorien mehr dran sein könnte, als die offiziellen Stellen zugeben.

„Das Corona-Virus ist nicht schlimmer als eine normale Grippe“, „5G-Sendemasten sind für die Verbreitung des Corona-Virus verantwortlich“ oder „Alkohol und Nikotin schützen vor dem Corona-Virus“ … Verschwörungstheorien haben derzeit Hochkonjunktur und liefern irreführende Informationen rund um die Corona-Pandemie. „Laut den bisher gemachten Erfahrungen der Österreicher entpuppen sich dabei insbesondere Online-Kanäle als wahre Brutstätten für Falschmeldungen. Potenzial schlummert dabei allen voran auf Facebook (58%) und YouTube (47%), aber auch so manche Aussage aus dem Freundes- und Bekanntenkreis hat schon einmal die Skepsis der Befragten geweckt (46%)“, hält Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl fest.

Wem können wir denn nun vertrauen?
Tatsächlich schweben viele dieser Mythen im virtuellen Raum herum. Es ist daher wenig verwunderlich, dass sich Online-Kanäle wie Facebook, Instagram & Co im Vertrauensranking nur im einstelligen Prozentbereich bewegen. Ganz vorne rangiert mit 74% hingegen das familiäre Umfeld, also Eltern, die eigenen Kinder oder Verwandte, aber auch dem Partner wird mit 72% hohes Vertrauen bei der Meinungsbildung entgegengebracht. Und auch dem ORF ist es gelungen, mehr als die Hälfte der Österreicher in Punkto Vertrauen auf seiner Seite zu haben – sowohl was die Corona-Berichterstattungen im Fernsehen betrifft (53%), als auch jene über ihre Online-Plattform orf.at (48%). Nicht zu vergessen natürlich das Radio, das sich ebenfalls mit rund 48% auf dem vierten Platz wiederfindet.

Wie viel Wahrheitsgehalt steckt dahinter?
Vor allem das Gerücht, das Corona-Virus sei nicht viel schlimmer als eine normale Grippe hält sich hartnäckig und findet zahlreiche Anhänger. Dass daran etwas Wahres dran sein könnte, stimmen die Österreicher im Schnitt zu 27% zu. Dem vermeintlichen Plan, dass das Virus als biologische Waffe entwickelt und freigesetzt wurde, sprechen sie immerhin 22% Wahrheitsgehalt zu. Und dem Mythos, die Corona-Krise wäre ein Vorwand, um die Freiheitsrechte der Menschen dauerhaft einzuschränken, schenken sie zu 16% Glauben. Die Geheimgesellschaften-Theorie bekommt von den Österreichern 14% Wahrheitsgehalt, die Theorie zu dem bereits entwickelten Impfstoff ebenfalls 14%.

So manche Behauptung rund um die Hintergründe des Corona-Virus wird aber auch als vollkommen abstrus abgetan. So zum Beispiel die These, Alkohol und Nikotin würden vor Covid-19 schützen. Oder die Unterstellung, die neuen 5G-Sendemasten wären für die Verbreitung des Corona-Virus (mit-) verantwortlich. Diesen beiden Theorien schreiben rund 8 von 10 überhaupt keinen Wahrheitsgehalt zu. Und auch Bill Gates kann ein wenig aufatmen. Dass er Menschen mit Impfungen Mikrochips implantieren und sie so kontrollieren möchte, erscheint 62% als vollkommen absurd.

Dass Verschwörungstheorien in Summe aber nicht verharmlost und nur als Abstrusität selbsternannter Wahrheitsfinder abgetan werden können, zeigt die folgende Zahl: So zeigt sich knapp die Hälfte der heimischen Bevölkerung darüber besorgt, dass die Verbreitung solcher Ideologien sogar eine Gefahr für die Demokratie darstellen könnte (46%). Und ist eine Person einmal von einer Theorie überzeugt, ist es laut Einschätzung der Befragten schwer, sie zu bekehren. (red)

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