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Beweglich bleiben! © Bösmüller/Bernhard Wieland

Work-Balance Als Arbeitgeberin sieht sich Doris Wallner-Bösmüller gefordert, kreative Arbeitswelten für kreative Menschen zu schaffen.

© Bösmüller/Bernhard Wieland

Work-Balance Als Arbeitgeberin sieht sich Doris Wallner-Bösmüller gefordert, kreative Arbeitswelten für kreative Menschen zu schaffen.

Redaktion 14.12.2018

Beweglich bleiben!

Im medianet-Exklusivinterview verrät Doris Wallner-Bösmüller, worauf es in der aktuellen Marktsituation ankommt.

WIEN/STOCKERAU. Das Traditionsunternehmen Bösmüller Print Management bewährt sich bereits seit vier Jahrzehnten am Markt. Geschäftsführerin Doris Wallner-Bösmüller hat ­medianet erklärt, wovon aus ihrer Sicht Zukunftsfähigkeit abhängt.

medianet:
Gerade im jahrhundertealten Druckereigewerbe ist Innovation ein großes Thema. Wie gehen Sie an diese Heraus­forderung heran?
Doris Wallner-Bösmüller: Innovation wird viel zu oft mit tech­nischer Ausstattung gleichgesetzt. Wir verfügen über neueste Maschinen und nutzen modernste Drucktechnologien, sind uns aber dessen bewusst, dass diese allen zur Verfügung stehen und daher nur ein kurzfristiger Marktvorteil sind, bis alle Marktteilnehmer nachgezogen haben.

Für uns ist Innovation viel mehr: Im Grunde genommen jede Verpackungs-Neuentwicklung für Produkte, die es bisher am Markt noch nicht gab. Wir betreuen z.B. ­Lebensmittelprojekte gemeinsam mit den Kunden – von Konstruktion der Prototypen bis zur Serie. Neue Kombinationsverpackungen zählen ebenfalls zu unseren Innovations-Highlights, wenn mit Karton die Qualitätsanmutung verschiedener Produkte erheblich gesteigert wird und diese auch am PoS ­großen Erfolg haben.


medianet:
Welche Rolle spielt dabei die Digitalisierung?
Wallner-Bösmüller: Die Verbindung von Online- und Offline-Welten ist ein zentrales Thema für Konzeption und Produktion einer haptischen Drucksorte oder Verpackung, die durch NFC und/oder Augmented Reality (AR) die Brücke in die digitale Welt schafft – vom statischen Druckprodukt zum digitalen Zahlungsvorgang, zu 3D-Animationen, Hologrammen, Videos, digitalen Gewinnspielen, Gamification-Elementen, etc.

Das sind Entwicklungen, mit denen wir uns in Zusammen­ar­beit mit Digitalagenturen schon seit Jahren befassen und gemeinsame Lösungen umsetzen.


medianet:
Es wird darüber gesprochen, dass immer größere Volumina im Ausland produziert werden. Wie argumentieren Sie bei Kunden?
Wallner-Bösmüller: Für jeden sind unterschiedliche Argumente relevant. Für den einen ist es die Sicherheit, jederzeit in die Produktion kommen zu können.

Beim Andruck mit dabei zu sein, ist für viele Druckproduktionsverantwortliche wesentlich, da sie dann emotional aktiv Anteil am guten Ergebnis haben.
Bei anderen zählt der ökologische Aspekt, weil es aus CO2-Emissionsgründen unverantwortlich ist, schweres Papier Hunderte Kilometer weit durch die Gegend zu fahren. Wieder andere setzen auf Regionalität, da sie wissen, dass jeder Auftrag gleichzeitig auch Arbeitsplätze und Lehrstellen sichert.
Beachtenswert ist auch, dass wir uns jederzeit vor Ort rasch zusammensetzen können, um gemeinsam die besten Lösungen für verkaufsstarke Druckprodukte zu finden. Erfolgreiche Entwicklungen werden durch direkten Dialog rascher Realität und sind durch wirkliches Zuhören und Verstandenwerden auch ein emotional positives Erlebnis.


medianet:
Worauf kommt es an, um auf dem ­österreichischen Drucke­reimarkt auch in Zukunft erfolgreich zu sein?
Wallner-Bösmüller: Wir müssen uns und unsere Leistungen laufend reflektieren und Antworten auf zentrale Fragen geben: Wie schaffe ich heute mit meinem Unternehmen Added Value? Auf welchen Kanälen erreiche ich Kunden – mit welchen Tools, mit welcher Sprache, welchen Bildern und welcher Story?

Wie kreativ kann jemand Lösungen für komplexe Aufgabenstellungen entwickeln? Wie kann ein Kommunikationsinhalt wirkungsvoll in einer ­Drucksorte transportiert werden?
Für die Kombination all dieser Faktoren mit den technisch aktuell zur Verfügung stehenden Produktionsmöglichkeiten muss man immer am Puls der Zeit sein und Trends erkennen. Am Ende geht es um einen spürbaren Nutzen für die Kunden und darum, sie mit den Lösungen emotional zu berühren.

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