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Bitte nur Fragen zu meinen Antworten
Redaktion 02.04.2021

Bitte nur Fragen zu meinen Antworten

Oder warum Politiker von Journalisten offenbar nur Fragen auf die eigenen Antworten wünschen.

Kommentar ••• Von Dinko Fejzuli

VERKEHRTE WELTEN. Diese Woche lud Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck zu einer Pressekonferenz zum Thema „Forschung und Innovation als Weg aus der Krise”.

Die ORF-Wirtschaftsjournalistin Alexandra Siebenhofer nutzte die Gelegenheit und sprach Schramböck darauf an, dass sie in den Chatprotokollen von und rund um den heutigen Öbag-Chef Thomas Schmid im Dezember 2017 aufgetaucht sei, in denen es sinngemäß darum geht, dass Schmid darin fordert, die Agenden etwa für den Verbund nicht im Wirtschaftsministerium zu verorten, weil es dort Missmanagement gebe.

Schramböck war von der Frage offenbar etwas überrascht und maßregelte daraufhin die Journalistin mit der Aufforderung, gefälligst Fragen zum Thema der PK zu stellen. Sie sei danach durchaus bereit, auch auf diese Frage einzu­gehen.

Siebenhofer selbst schien ob der Replik Schramböcks überrascht zu sein, denn kurz herrschte Schweigen, doch Siebenhofer beharrte daraufhin trotzdem auf ihrer Frage, die die Ministerin mit Ausflüchten nicht beantwortete.  Wie es scheint, hatte die Ministerin offenbar ihre Antworten parat und wünschte nun von Journalisten passende Fragen dazu

Wollen Sie Fragenkataloge verschicken?

Sind wir jetzt so weit, dass Parteien als ­Nächstes Fragenkataloge an Medien verschickent, die diese dann brav bei Pressekonferenzen aufgesagt werden, damit Politiker ihre dazu passenden ­Floskeln loswerden dürfen? Hoffentlich nicht.

Und es stellt sich an dieser Stelle – abermals – die Frage, wie denn die anderen, anwesenden Kolleginnen und Kollegen auf so ein Politikerverhalten reagieren sollen, denn irgendwann ist auch der Zeitpunkt erreicht, wo dann alle Journalisten einfach aufstehen und dieses Pressekonferenz-Schauspiel verlassen sollten.

Es gibt Grenzen und diese bestehen auch deshalb, weil sie von beiden Seiten respektiert ­werden. Politiker trampeln derzeit auf ihnen aber eher mutwillig herum.

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