Community im Fokus bei der Fachkonferenz Sport & Marke in Wien
© Gabriele Griessenböck 
Nico Langmann, Rollstuhltennisspieler Patrick Minar, Managing Director, Casinos Austria und Österreichische Lotterien Janine Flock, Skeleton-Pilotin mit Veranstalter Hans-Willy Brockes
MARKETING & MEDIA Redaktion 29.04.2026

Community im Fokus bei der Fachkonferenz Sport & Marke in Wien

Die Fachkonferenz rückte die Bedeutung von Communitys als strategischen Faktor im Sportbusiness in den Mittelpunkt. Diskutiert wurden Ansätze für nachhaltige Markenbindung, digitale Erlösmodelle und wirksames Sponsoring.

WIEN. Bei der Fachkonferenz Sport & Marke trafen sich am 27. April mehr als 500 Teilnehmer im Hilton Danube Waterfront Hotel, um zentrale Entwicklungen im Sportmarketing zu erörtern. In zehn Fachforen wurde der Wandel von kurzfristiger Aufmerksamkeit hin zu langfristiger Markenbindung und wirtschaftlicher Wirkung thematisiert. Im Mittelpunkt stand laut Veranstalter die Rolle der Community als wesentlicher Faktor für Wachstum und Relevanz.

Community als strategischer Faktor
Die Bedeutung aktiver Netzwerke aus Fans, Nutzern und Kunden ziehe sich laut Veranstaltern durch alle Bereiche des Sportbusiness. Hans-Willy Brockes, Geschäftsführer von ESB Marketing Netzwerk, sagte: „Wer diese Beziehung gezielt aufbaut und pflegt, schafft mehr als nur Reichweite. Es geht um Vertrauen, Loyalität und am Ende auch um konkrete Geschäftsimpulse.“

Auch Michaela Schmidt, Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport, betonte in ihrer Eröffnungsrede: „Der Wert einer Sportorganisation bemisst sich nicht mehr nur an Erfolgen, sondern daran, ob es gelingt Menschen dauerhaft einzubinden.“
Für Janine Flock sei es notwendig, Inhalte aktiv zu kommunizieren: „Es reicht heutzutage nicht mehr nur Athletin und erfolgreich zu sein, sondern man muss seine Geschichten und Themen aktiv platzieren und diese über verschiedene Kanäle authentisch kommunizieren.“

Von Sichtbarkeit zu Wirkung
In den Fachforen wurde laut Bericht deutlich, dass Sponsoring über klassische Sichtbarkeit hinausgehe und stärker auf Interaktion, Daten und Storytelling setze. Nicole Krieg von Mastercard verwies auf Studienergebnisse, wonach 67 Prozent der Europäer mehr Engagement von Marken für persönliche Interessen erwarten. Die Partnerschaft zwischen Mastercard und der Österreichische Sporthilfe wurde als Beispiel für langfristige Aktivierung genannt. „Es geht nicht nur um Sichtbarkeit, sondern um Relevanz. Ohne lokale Partner wie die Österreichische Sporthilfe ist es für ein globales Unternehmen wie Mastercard schwierig lokal Fuß zu fassen und aus Sichtbarkeit Erlebbarkeit zu machen“, sagte Krieg.

Clubmarketing und Markenentwicklung
Am Beispiel von SK Rapid Wien wurde gezeigt, wie Tradition und digitale Innovation verbunden werden können. David Stockinger und David Görges von Beyer Görges erklärten, wie eine veraltete Systemlandschaft in ein modulares Markenökosystem überführt worden sei. Ziel sei es gewesen, den Markenkern zu bewahren und gleichzeitig neue digitale Kontaktpunkte zu schaffen. Die Entwicklung zeige laut Darstellung, dass Markenbindung dort entstehe, wo Inhalte relevant seien und Interaktion ermöglicht werde.

Plattform für Austausch
Die Konferenz habe erneut als Treffpunkt für Entscheidungsträger aus Sport und Wirtschaft gedient. Mehr als 80 Experten diskutierten aktuelle Trends und Strategien. Vertreter von Organisationen und Unternehmen wie SK Rapid Wien, Handball Ligen Austria, win2day ICE Hockey League, Sky Österreich, Sturm Graz, NHL, Eintracht Frankfurt, Coca-Cola, ÖFB, Mastercard und Allianz nahmen teil. Abschließend resümierte Brockes: „Die Zukunft gehört denen, die aus Fans eine echte Community machen und echte Werte kommunizieren.“ (red)

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