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Creativ Club Austria, Sprachrohr der Vielfalt © CCA/Heidi Pein
© CCA/Heidi Pein

Redaktion 02.04.2021

Creativ Club Austria, Sprachrohr der Vielfalt

Vizepräsident Patrik Partl und Geschäftsführer Reini Schwarzinger über den diesjährigen Concours.

••• Von Dinko Fejzuli

Das Rennen um den wichtigsten Kreativpreis des Landes ist eröffnet. Seit seiner Gründung strebt der Creativ Club Austria danach, Kreativarbeiten sowie deren Machern und Auftraggebern eine Bühne zu bieten. medianet nahm dies zum Anlass und bat Patrik Partl (Brokkoli), Vizepräsident Creativ Club Austria, und Reini Schwarzinger, Geschäftsführer Creativ Club Austria, zum Interview.


medianet:
Es gibt eine neue CCA-Kampagne – was war die Vorgabe an die Kreativen?
Patrik Partl: Die CCA-Kampagne kommt immer aus den Reihen der CCA-Mitglieder, das Briefing vom Vorstand. Wir versuchen, dem Kreativteam dabei weitestgehend freie Hand zu lassen. In diesem Jahr kommt die Kampagne von der Agentur 101. Wir bedanken uns beim gesamten Team für Idee, Konzept, Design und Umsetzung.
Reini Schwarzinger: Für uns war wichtig, zu zeigen, dass der Creativ Club Austria nicht nur die Venus ist und die Venus selbst auch nicht alles ist. Gerade in dieser Krisenzeit zeigt und relativiert sich das.

Der CCA macht die Leistungen der Branche sichtbar, fördert den kreativen Fortschritt und das Miteinander, das Vernetzen und das gegenseitige Helfen. Unsere Bestrebungen dahingehend als auch die Vielfalt der Branche, die wir vertreten, und vor allem die Relevanz von Kreativität sollen durch die Kampagne verstärkt ins Licht gerückt werden. ‚101' hat diesen Blick über den Tellerrand geworfen und unsere Anliegen in kunstvolle Sujets und in einen pointierten Claim übersetzt.


medianet:
Man hat mehrere Bildebenen und Bildsprachen – die Kampagne läuft über das ganze Jahr verteilt. Wie schafft man es da, den roten Faden nicht zu verlieren?
Schwarzinger: Im Zentrum stehen die Kategorien des Venus-Awards, die unsere tägliche Arbeit und die Vielfalt der Branche widerspiegeln. Genauso facettenreich zeigt sich die Kampagne, immer begleitet Claim ‚Beyond Category', der verdeutlicht, dass wir mehr als nur die Venus sind. Umso mehr freut es uns, das ganze Jahr über mit unterschiedlichen Sujets zu überraschen und diese Facetten zeigen zu können.

medianet:
Kommen wir zur Venus: Welchen Rückschluss zieht man aus dem Sprung bei den Gratis-Einreichungen von 700 auf 1.400?
Partl: Die Verdoppelung der Einreichzahlen im Vorjahr hat gezeigt, dass der Entfall der Einreichgebühren richtig war, aber auch, dass der CCA-Venus-Award in der Branche begehrt ist. Ganz besonders freut uns, dass wir einige Ersteinreicher und Einreichungen auch von Agenturen und Studios außerhalb Wiens im Bewerb begrüßen durften. Der intensivere Dialog mit den Bundesländern ist uns besonders wichtig.
Schwarzinger: Es war finanziell eine große Herausforderung für den Creativ Club Austria, aber es ging sich schlussendlich doch gut aus – auch dank unseren großartigen Partnern und Sponsoren, die uns trotz der herausfordernden Situation die Treue gehalten haben.

Interessant ist ja immer auch, was von den Notlösungen bleibt: Bei uns bleiben zumindest für heuer die gratis Einreichgebühren – wir verrechnen eine Bearbeitungsgebühr von 20 Euro, die aber im Falle einer Auszeichnung mit der Abschlussrechnung gutgeschrieben wird. Die Online-Vorjury hat sich bewährt und wird ebenfalls bleiben.


medianet: Wer hat eingereicht, der bisher nicht eingereicht hat?

Partl: Namen zu nennen, würde jetzt den Rahmen sprengen, aber es sind diverse Agenturen, Studios, EPUs, Freelancer und vor allem auch außerhalb Wiens, die im Vorjahr erstmals eingereicht haben. Wir hoffen natürlich, dass sie auch heuer und in Zukunft einreichen.

medianet:
Die Disziplinen fließen mehr und mehr ineinander – welche Folge hat das für die Kategorien?
Partl: Alles verändert sich. Und das ist gut so. Kampagnen werden interaktiver und interdisziplinärer. Das erfordert andere Beurteilungskriterien und ein anderes Denken. Wir hinterfragen deshalb jährlich jede Kategorie und setzen sie, falls nötig, neu auf.
Schwarzinger: Im Vorjahr haben wir mit ‚Creative Strategy' und ‚Creative Effectiveness' zwei Kategorien eingeführt, die wahrscheinlich sogar überfällig waren.

Wir sind sehr glücklich über die Kooperation mit Strategie Austria und die sehr gute Akzeptanz der beiden Kategorien. Da bei dieser Kategorie die Einreichung aus mehreren Elementen besteht, laden wir heuer zu einem Einreichworkshop am Donnerstag, den 22. April, 16 bis 18 Uhr, gemeinsam mit Strategie Austria ein.


medianet:
Sie wollen den CCA zukunftsfit machen – was benötigt es dazu?
Partl: Der Creativ Club Austria feiert 2022 sein 50-jähriges Jubiläum. Da wird es Platz geben, um die Geschichte, die direkt mit der Entwicklung unserer Branche zusammenhängt, zu beleuchten.

Wir haben einige Projekte auf der Agenda, die den Creativ Club Austria zukunftsfit machen werden. Auch wenn die CCA-Venus das Aushängeschild ist und bleiben wird, so müssen wir den Club gemäß des diesjährigen Claims ‚Beyond Category' weiterentwickeln und mit Angeboten und Projekten abseits der CCA-Venus attraktiv machen. Wir werden diese Projekte zum Jubiläum ausrollen und damit für ein sehr spannendes Jahr sorgen, in dem wir mit neuen Initiativen überraschen werden.

Partl: Eines der wichtigsten Zukunftsprojekte ist die Erhöhung des Frauenanteils bei den Mitgliedern.

Österreich hat unzählige weibliche Talente, die das Geschehen am Markt maßgeblich gestalten. Diese Talente laden wir aktiv ein. Dabei setzen wir klare Signale, wie bei der nächsten CCA-Venus-Jury, bei der alle Vorsitzenden Frauen sein werden.
Mit unserer Entscheidung, elf großartige Kreative aus der Branche an die Spitze der heurigen CCA-Venus-Jury zu stellen und damit der weiblichen Seite des Clubs besondere Sichtbarkeit zu geben, wollen wir ein klares Zeichen für unser Bekenntnis setzen, dass wir alle dafür verantwortlich sind, dass Frauen dieselben Chancen, dieselben Voraussetzungen, dieselben Möglichkeiten in der Kommunikationsbranche haben – ausnahmslos.
Das ist aber nur möglich, wenn wir alle genau diese Positionen aber auch entsprechend weiblich besetzen. Die Namen der Vorsitzenden geben wir im April bekannt.


medianet:
Frage zum Schluss – warum soll man Mitglied im CCA werden?
Partl: Der Creativ Club Austria will alles bieten, was Kreative von ihrer Interessenvertretung erwarten: Wir lernen voneinander, inspirieren uns, challengen uns. Wer die Zukunft der Kommunikation mitgestalten will, sollte dabei sein. Die ordentliche Mitgliedschaft ist für ideenschaffende Kreative vorgesehen. Diese Mitgliedschaft setzt voraus, dass man sich mit seinem kreativen Portfolio beim CCA-Vorstand für eine Aufnahme bewirbt.
Schwarzinger: Mit den ‚Friends of Creativity' haben wir heuer eine Mitgliedschaft für alle Interessierten geschaffen. Jeder kann Teil des Clubs sein, ohne Bewerbung.
Partl: Erwähnen dürfen wir noch unsere Veranstaltungen für den Nachwuchs der Branche, die Young Creatives, und das ‚CCA-Frauenzimmer', bei dem die Förderungen, Sichtbarkeit und Vernetzung von Frauen im Vordergrund steht.

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