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DACH-Digitalgipfel: Zwischen DSGVO, Digitalgiganten und ePrivacy © iab austria Christoph Breneis

Roger Baur, Alexandra Vetrovsky-Brychta, André Eckert, Thomas Duhr (v.l.)

© iab austria Christoph Breneis

Roger Baur, Alexandra Vetrovsky-Brychta, André Eckert, Thomas Duhr (v.l.)

Redaktion 28.01.2019

DACH-Digitalgipfel: Zwischen DSGVO, Digitalgiganten und ePrivacy

Österreich, Deutschland und die Schweiz schließen sich zusammen, um Digitalwirtschaft weiterzuentwickeln.

WIEN. Das interactive advertising bureau austria (iab austria) hat vergangenen Donnerstag erstmals zum DACH-Digitalgipfel eingeladen. Gemeinsam mit Schwesterverbänden aus Deutschland und der Schweiz hat sich die größte Interessensvertretung der heimischen Digitalwirtschaft den Herausforderungen im Digitalmarketing angenommen.

Seit Inkrafttreten der EU-DSGVO hat sich die Digitalbranche stark verändert. Bei einer aktuellen Umfrage des iab austria mit dem Marktforschungsinstitut Mindtake gaben 60,5 Prozent der 170 befragten Unternehmen an, dass sich die Datenschutzgrundverordnung „sehr negativ“ oder „negativ“ auf die Werbebudgets und Digitalumsätze ausgewirkt habe. Dies hat zur Folge, dass Budgets gekürzt oder umgeschichtet werden. Die Hauptprofiteure sind dabei die internationalen Digitalgiganten wie Facebook, Amazon und Co.  iab-austria-Vizepräsidentin Alexandra Vetrovsky-Brychta (Bisnode) zeigte die österreichische Perspektive auf: „Die Folgen für den heimischen Standort sind durch den Abfluss von Wertschöpfung zu den Digitalgiganten deutlich zu spüren.“

Die Auswirkungen sind auf den Werbemärkten Deutschlands und der Schweiz ebenfalls zu spüren. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V  und die IAB Switzerland vertreten die Interessen ihrer heimischen Digitalmärkte. Die Organisationen wollen ein einheitliches Gütesiegel im deutschsprachigen Raum einführen, um einheitliche Qualitätskriterien und höhere Brand Safety zu garantieren. In der Werbung soll durch einen erweiterten Code of Conduct Transparenz und Qualität im „programmatic advertising“ geschaffen werden. Ein wichtiges Projekt stellen die einheitlichen Aus- und Weiterbildungsstandards dar. In internationaler Zusammenarbeit  werden die Angebote für Kurse und Lehrgänge zum Thema Digitalmarketing erweitert.

Die drohende ePrivacy-Verordnung birgt für die Digitalstandorte deutliche Risiken. Sie würde das Targeting massiv einschränken und den internationalen Digitalgiganten in die Hände spielen. „An der Digitalwirtschaft hängen Arbeitsplätze, Medienvielfalt, Innovation und das kostenlose Internet. All das ist in Gefahr“, so Vetrovsky-Brychta über den vorliegenden Entwurf der Verordnung. Im „Trilog“ zwischen BVDW, IAB Switzerland und iab austria will die DACH-Region ihre Synergien bündeln. „Zusammen sind wir stärker“, sagt iab-Präsident André Eckert. (red)

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