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Damit du siehst, wie ich mich fühle © Tunnel23 (5)

Je nachdem, wie ruhig oder hektisch die Umgebung am Bahnhof St. Pölten war, konnte man auf dem DOOH-Screen die entsprechende Reaktion eines autistischen Kindes sehen.

© Tunnel23 (5)

Je nachdem, wie ruhig oder hektisch die Umgebung am Bahnhof St. Pölten war, konnte man auf dem DOOH-Screen die entsprechende Reaktion eines autistischen Kindes sehen.

Redaktion 21.02.2020

Damit du siehst, wie ich mich fühle

Tunnel23 nutzte Künstliche Intelligenz, um mit einer DOOH-Kampagne auf Autismus aufmerksam zu machen.

WIEN. Autismus ist ein weitreichendes gesellschaftliches Problem. Auch in Österreich sind 48.500 Kinder davon betroffen – weltweit eines von 59 Kindern. Autismus ist eine Entwicklungsstörung, die Auswirkungen darauf hat, wie sich eine Person verhält, kommuniziert, mit anderen Menschen in Beziehung tritt und ihre Umwelt wahrnimmt.

Der Mangel an Therapieplätzen und barrierefreien Ausbildungsoptionen hat insbesondere im späteren Arbeitsleben verheerenden Folgen. So sind 80% der Autisten in Österreich arbeitslos – und damit auch von der Gesellschaft ausgeschlossen.

Einblicke in die Gefühlswelt

Anlässlich der Eröffnung des neuen Autismuszentrums Sonnenschein hat die digitale Kreativagentur Tunnel23 eine innovative Digital-Out-of-Home Kampagne gestartet, die vom 21. bis 22. Jänner 2020 im Bahnhof St. Pölten zu sehen war und Einblicke in die Gefühlswelt von Autisten gab. Aufgrund fehlender Reizfilterung nehmen Autisten ihre Umwelt nämlich viel intensiver wahr und reagieren dementsprechend sensibel auf äußere Einflüsse wie Geräusche und Körpernähe.

Mit KI zu mehr Empathie

Diese Hypersensibilität hat Tunnel23 in der Kampagne zum Thema gemacht. Der mit einer Kamera ausgestattete Werbescreen am Bahnhof St. Pölten maß die Körpernähe und Aktivität vorbeigehender Passanten mittels Künstlicher Intelligenz. Je unruhiger und hektischer die Bahnhofsumgebung war, desto ängstlicher wurde das auf dem Werbemittel gezeigte Kind – bis es sich verzweifelt zurückzog. In ruhiger Umgebung spielte das Kind hingegen munter und fröhlich weiter. Im Anschluss wurden die Bahnhofsbesucher über die gezeigten Szenen aufgeklärt und erhielten über den eingeblendeten QR-Code weiterführende Informationen auf ihr Smartphone.

Gesellschaftsrelevantes Thema

„In vielen unserer Kampagnen nutzen wir die faszinierenden Möglichkeiten von Machine Learning. Über die Umsetzung dieses Projekts freuen wir uns jedoch ganz besonders, da wir damit die Öffentlichkeit auf ein wichtiges gesellschaftliches Thema und die ehrenwerte ­Arbeit des Ambulatoriums Sonnenschein aufmerksam machen”, freut sich Michael Katzlberger, Geschäftsführer von Tunnel23.

Die Dreharbeiten für die Kampagne wurden mit autistischen Kindern unter therapeutischer Aufsicht des Ambulatoriums Sonnenschein durchgeführt. Die Produktion der Clips übernahm die Wiener Werbefilmproduktion .lowfidelity – heavy industries unter der Leitung von Alex Gruber. Als Director of Photography zeichnete der Dokumentarist Benjamin Paya verantwortlich, der für den ORF bereits mit Größen wie Greta Thunberg und Arnold Schwarzenegger gearbeitet hat. (red)

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