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Das "Spotify für News" © Newsadoo

Newsadoo hat einen Schulterschluss der Verlage zum Ziel.

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Newsadoo hat einen Schulterschluss der Verlage zum Ziel.

Redaktion 21.06.2018

Das "Spotify für News"

Newsadoo erfindet die Tageszeitung neu.

LINZ. Mit der Digitalisierung verändert sich auch das Konsumverhalten von Nachrichten. Die Nutzer wollen Newsinhalte orts- und zeitunabhängig in unterschiedlicher Form konsumieren, nach Möglichkeit soll dabei nur relevanter Content angezeigt werden. Einige Medienhäuser haben bereits versucht, darauf zu reagieren und eigene Erlösmodelle für die digitale Welt zu entwickeln, bis jetzt nur mit mäßigem Erfolg. Mit Newsadoo wird nun eine breite, gemeinsame Lösung geschaffen, quasi ein Spotify für News. Das Besondere daran: Newsadoo ist als Initiative zu sehen, die einen Schulterschluss der Verlage zum Ziel hat und damit ein digitales Geschäftsmodell etabliert, das für alle Beteiligten funktioniert.

Medien im Wandel
Menschen sind neugierig. Sie wollen wissen, was rund um sie passiert, was in der Welt geschieht. Laut der Digital News Survey 2017 des Reuters Institute geben etwa 94% der Deutschen an, mindestens mehrmals pro Woche Nachrichten zu konsumieren. In Österreich und der Schweiz sind diese Zahlen ähnlich hoch. Während sich das generelle Verlangen nach News also kaum geändert hat, verändert sich mit der Digitalisierung das Konsumverhalten von Nachrichten laufend. Viele Verlagshäuser versuchen, darauf zu reagieren, trotzdem gibt es noch keine Lösung, wie das Geschäftsmodell der Verlage in einer vollständig digitalen Welt weiterhin funktionieren soll. Trotz hoher Investitionen und sehr guten Reichweiten beträgt der Anteil an Digitalumsätzen von Verlagen im Durchschnitt nur rund sieben Prozent; die Reichweiten können bisher im digitalen Segment nicht in Umsätze umgemünzt werden.

Genau hier setzt das Linzer Start-up Newsadoo an, wie Initiator David Böhm erklärt: "Allein Google hat mittlerweile höhere jährliche Werbeumsätze als alle Verlage der Welt zusammen. Und Google und Facebook sind für 96 Prozent des weltweiten (ohne China) Wachstums der Onlinewerbung verantwortlich. Wir glauben schlichtweg nicht, dass einzelne Verlage Lösungen entwickeln können, die sich im kompetitiven, weltweiten Onlinemarkt durchsetzen werden. Es braucht eine volle Fokussierung auf die User, darauf, was sie wollen und wofür sie bereit sind, Geld zu zahlen. Und es braucht eine Kollaboration der Daten der Verlage, um gemeinsam den amerikanischen Giganten etwas entgegensetzen zu können. Wir haben eine Lösung entwickelt, die für alle Beteiligten in der europäischen Verlagsszene funktionieren kann und eine wirkliche Zukunftsperspektive bietet."

Wie wir in Zukunft Nachrichten konsumieren
Das Team von Newsadoo hat sich ausgiebig mit dem Mediennutzungsverhalten der vergangenen Jahre auseinandergesetzt und kombiniert im entwickelten News-Ökosystem http://newsadoo.com/de die daraus gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen. User konsumieren Inhalte nicht mehr aus nur einer Quelle, etwa der Tageszeitung, sondern beziehen ihre Informationen aus vielen Quellen. "Mit Newsadoo bündeln wir den Content aus allen relevanten Quellen an einem Ort, analysieren ihn automatisiert mittels Künstlicher Intelligenz und liefern ihn ganz individuell und mit vielen Zusatzfunktionen zu den Usern", so Böhm zur Kernfunktionalität von Newsadoo. Das Besondere daran: Nachrichten von unterschiedlichen Medien können mit nur einer Anmeldung und einem monatlichen Abo gelesen werden, die Auswahl der Quellen bestimmen die Nutzer dabei selbst. Machine Learning-Algorithmen sorgen dafür, dass die User das bekommen, was sie interessiert und für sie relevant ist. Gleicher oder sehr ähnlicher Content aus unterschiedlichen Quellen wird automatisch erkannt und gebündelt angezeigt.

Schulterschluss europäischer Medienhäuser
Seit Anfang Juni 2018 ist Newsadoo in einer ersten Beta-Version kostenlos nutzbar – derzeit in einer Desktop- und mobilen Version, im Juli folgen die iOS und Android App und ein Alexa Skill. Im Herbst sollen zudem kostenpflichtige Funktionen dazukommen. So sollen dann herkömmliche Inhalte, aber auch Premium-Content, direkt auf der Plattform zu konsumieren sein. Das ist aber nur möglich, wenn es einen Schulterschluss der Medienhäuser gibt, so Böhm. "Wir haben Newsadoo entwickelt, um eine wirklich nachvollziehbare Lösung für die vielfältige, europäische Medienlandschaft zu schaffen. Natürlich wird es nur dann eine disruptive Lösung sein, die Google, Facebook und Co in Europa etwas entgegensetzen kann, wenn die Verlage nach und nach mitziehen. Wir machen den Anfang, haben das System technisch sauber entwickelt und werden jetzt einen Schritt nach dem anderen machen und versuchen, die Verlage ins Boot zu holen."

Derzeit läuft eine Kampagne (Plakat, Radio, TV, Print, Online) mit Fokus auf Oberösterreich, wo eine erste Dynamik unter den Usern erzeugt werden soll. "Das Ziel dabei ist, dass wir einen offiziellen Startpunkt setzen. Wir haben jetzt lange an der Lösung gearbeitet, hatten mehrere Hürden zu überwinden und nun ist es Zeit, hinauszugehen und Menschen dafür zu begeistern", sagt David Böhm. "Wir wollen jetzt die Basis für den Launch unserer Premium-Version gegen Ende des Jahres schaffen. Wir haben nicht nur das Produkt in der ersten Version (MVP) fertiggestellt, sondern auch den Businessplan präzisiert und im letzten Jahr ständig weiterentwickelt. Wir werden jetzt versuchen, die richtigen Leute von unserer Vision zu überzeugen, und auch den richtigen Lead-Investor zu finden, damit wir skalieren und internationale Schritte setzen können." Bisher wurde in das Projekt rund eine Mio. € investiert, die von den Gründern selbst und über eine Förderung durch die FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) aufgebracht wurde.

Über Newsadoo
Das Unternehmen wurde unter der Firma "18th Floor Onlinemedia GmbH" Anfang 2017 in Linz gegründet. Dahinter stehen mit David Böhm, Alexandra Auböck und Susanna Wurm die drei Gründer des Macher Media House (Editoriaverlag GmbH) und mit Paul Lanzerstorfer und Robert Bogner die Gründer von Pulpmedia. Das Start-up wurde kürzlich als eines der "Upper Austria's Hottest/International Start-ups" von der Aussenwirtschaft Österreich und dem Exportcenter OÖ ausgezeichnet. Beim Dublin Tech Summit wurde Newsadoo als eines der spannendsten, internationalen Start-ups im Bereich Artificial Intelligence präsentiert. Demnächst wird Newsadoo beim Fifteen Seconds Festival in Graz, dem Bits & Pretzels in München und bei der IFRA World Publishing Expo und DCX Digital Content Expo in Berlin vorgestellt werden. Für Herbst dieses Jahres wird die erste größere Finanzierungsrunde angestrebt. (red)

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