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Der ORF feiert am Berg die Dachgleiche © ORF/Thomas Ramstorfer

Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor.

© ORF/Thomas Ramstorfer

Alexander Wrabetz, ORF-Generaldirektor.

Redaktion 27.08.2020

Der ORF feiert am Berg die Dachgleiche

Trotz coronabedingter Verzögerungen liegt man im Zeitplan – FM4 ist bereits umgezogen – in zwei Jahren folgen Ö3 und Ö1.

••• Von Dinko Fejzuli

Anlässlich der Dachgleiche auf der ORF-Baustelle bat medianet ORF-Generaldirektor Wrabetz zum kurzen Interview über den Fortlauf auf der Baustelle.

medianet: Herr Generaldirektor: Auf vielen Baustellen hat Corona für eine massive Verzögerung gesorgt. Wie sieht die Lage auf der ORF-Baustelle aus?
Alexander Wrabetz: Das ORFMedienstandortprojekt befindet sich im Plan. Natürlich mussten zu Beginn der Coronakrise im März auch im ORF-Zentrum die Bauarbeiten gestoppt werden. Der Baubetrieb ist aber sowohl im Bereich des Neubaus als auch der zu sanierenden Objekte so rasch es möglich war wieder angelaufen – selbstverständlich unter Einhaltung der notwendigen Sicherheitsmaßnahmen. Aus heutiger Sicht werden sich daraus keine wesentlichen Verzögerungen im Gesamtplan ergeben. Die Dachgleiche für das Ö3- und Ö1-Haus sowie den Multimedialen Newsroom feiern wir plangemäß. Mein Dank gilt hier Pius Strobl, Hubert Püllbeck und dem ganzen Medienstandortteam.

medianet: Nicht nur zeitlich, sondern auch finanziell hat sich
Corona auf etliche Baustellen ausgewirkt. Auch das Baubudget im ORF-Zentrum bzw. das Projekt musste, unabhängig von Corona, angepasst werden. Werden Sie im Finanzrahmen bleiben können?
Wrabetz: Die Coronakrise hat natürlich auch den ORF wirtschaftlich schwer getroffen, unter anderem durch den Rückgang der Werbeerträge und des Programmentgelts. Das Baubudget werden wir aber aus heutiger Sicht wie geplant einhalten können.

medianet: FM4 ist bereits übersiedelt. Wie sind die Erfahrungen am neuen Standort? Welche Rückschlüsse lässt das für die anderen Radiosender zu?
Wrabetz: Die Übersiedlung von FM4 in die neuen Studios war ein historisches Datum. Seither wird im ORF-Zentrum trimedial für Fernsehen, Radio und Online produziert. Die Erfahrungen sind bisher sehr gut und haben gezeigt, dass FM4 durch die Übersiedelung nichts von seiner Mar
kenstärke oder seinem Charakter eingebüßt hat. Mit dem neuen Mediencampus schafft der ORF die Grundlagen für die öffentlich-rechtliche Medienproduktion der kommenden 30 Jahre.

medianet: Ab 2022 sollen dann auch Ö1 und Ö3 in die Zentrale
wechseln. Welche Veränderungen nach innen erwarten Sie sich vom neuen, dann gemeinsamen Standort?
Wrabetz: Der ORF steht vor einer doppelten Herausforderung: Wir müssen einerseits unsere klassischen linearen Sender in Radio und Fernsehen betreiben, wie es das Publikum von uns erwartet. Andererseits müssen wir uns auf das Streamingzeitalter vorbereiten, wie es vor allem das junge Publikum erwartet. ‚We need to ride two horses‘, wie BBC-Chef Hall gesagt hat. Der ORF muss sich vom klassischen Public Service Broadcaster zur Public Service-Plattform weiterentwickeln; der ORF-Player, an dem wir mit Hochdruck arbeiten, ist hier unser Leitprojekt.

medianet: Werden die letzten Mitarbeiter, die dann 2022 auf den gemeinsamen Standort wechseln, von einem Generaldirektor Wrabetz begrüßt werden?
Wrabetz: Darüber denke ich jetzt noch nicht nach.

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