Der Realität auf die Sprünge helfen
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MARKETING & MEDIA Laura Schott 05.07.2019

Der Realität auf die Sprünge helfen

Augmented Reality gilt als zukunftsträchtiges Marketingtool. In Österreich fehlt es aber noch am Mut zur Umsetzung.

••• Von Laura Schott

Im Sommer vor drei Jahren haben sich plötzlich Scharen an Menschen aufgemacht, um in den Straßen, Parks und an öffentlichen Plätzen Pokémons zu jagen. Denn 20 Jahre nach ihrer Geburt erlebten die Fantasiewesen ein Revival und waren nicht mehr nur auf dem Gameboy-Bildschirm zu sehen, sondern hüpften fröhlich in allen Ecken der Welt herum – bis sie von einem der eine Milliarde Spieler gefangen wurden. Möglich gemacht hat das Augmented Reality – also die Erweiterung der Realität durch virtuelle Informationen. Das Ergebnis: Die User sehen die Welt durch die Tablet- oder Smartphonekamera so, wie sie ist, jedoch erweitert durch Pokémons, die sie durch Wischen auf dem Touchscreen fangen können.

Durch den Hype, den Pokémon Go 2016 auslöste, wurde das Prinzip von Augmented Reality auch der breiten Masse ein Begriff. Marketer beschäftigen sich schon sehr viel länger mit der als vielversprechend gehandelten Technologie. Wie die Branche den Erfolg von Augmented Reality einstuft, hat das Marktforschungsinstitut Marketagent.com für die Österreichische Marketing Gesellschaft herausgefunden.

Zukunftsweisende Technologie

Im Rahmen des Digital Trend Report 2019 wurden 230 Entscheidungsträger aus den Bereichen Werbung, Kommunikation, Medien, PR und Werbung unter anderem zu Marketing-Trends befragt. Knapp 85% gaben dabei an, Augmented Reality als „sehr” oder „eher” zukunftsweisend einzustufen. Wenn es um den eigenen Kenntnisstand zu Augmented Reality geht, schätzen sich hingegen nur 14,5% als sehr und 48% als eher gut informiert ein – was unter anderem auf den Entwicklungsstand von Augmented Reality in Österreich zurückgeführt werden kann: Nur 14,5% der befragten Experten halten die Entwicklung für „sehr” oder „eher” weit fortgeschritten und nur 18% gaben an, Augmented Reality selbst schon einmal genutzt zu haben. Die Umsetzung wird von allen Befragten als eher schwierig eingestuft.

Die Welt virtuell um Dinge zu erweitern, die eigentlich gar nicht da sind, hört sich nach einer gigantischen Erweiterung der Möglichkeiten an – nicht nur für Marketer, sondern auch für Konsumenten. Betrachtet man die Ergebnisse des Digital Trend Reports, scheint die Branche dem Thema Augmented Reality in Österreich aber noch eher skeptisch gegenüberzustehen.

Kreatives Marketing-Potenzial

International wird dem AR-Markt hingegen großes Potenzial vorausgesagt. Digi-Capital, eine Analyse-Plattform für Augmented und Virtual Reality, prognostiziert das Umsatzpotenzial der beiden Technologien auf 150 Mrd. USD. Nur knapp 30 Mio. sollen davon auf Virtual Reality entfallen, der Löwenanteil wird Augmented Reality zugeschrieben, das als die vielversprechendere und vor allem auch praktikablere der beiden verwandten Technologien gehandelt wird.

Kommt Virtual Reality zum Einsatz, wird der User durch die VR-Brille nämlich weitgehend von der Außenwelt abgeschirmt; außerdem wird viel Wert auf Unterstützung der visuellen Komponente durch Audio-Elemente gelegt, um ein tatsächlich „reales” Erlebnis zu kreieren. Kurz gesagt ist VR also sowohl in der Produktion als auch in der Umsetzung einigermaßen aufwendiger als AR, bei der Informationen schlicht und einfach auf einer darüberliegenden Schicht eingeblendet werden.

Große Marken machen es vor

Dass AR deshalb nicht an kreativen Möglichkeiten im Marketing einbüßt, zeigen Best Practices von großen Marken wie Axe, ­Pepsi und Ikea. Letzterer launchte etwa 2017 die iPhone-App Ikea Place, mit der User über 2.000 Einrichtungsgegenstände und Möbelstücke in ihren eigenen vier Wänden maßstabgetreu platzieren können. Axe setzte eine AR-Installation in der Victoria Station in London um, wo ein Sticker auf dem Boden die Passanten aufforderte, nach oben zu blicken. Wer der Aufforderung folgte, konnte sich auf einem Screen selbst sehen – mit einer Besonderheit: Ein Engel fiel von Himmel und landete genau neben einem – Aufmerksamkeit garantiert. Ebenfalls in London ließ Pepsi mittels Augmented Reality Meteoriten einschlagen und UFOs landen.

Wer mit Augmented Reality arbeitet, dem sind in puncto Kreativität jedenfalls keine Grenzen gesetzt. Im Marketing eröffnet AR mit Sicherheit völlig neue Möglichkeiten, zumal die Branche hier erst am Anfang der Entwicklung steht. Auch Mark Zuckerberg ist vom Potenzial von AR überzeugt, der die Technologie als fixen Bestandteil in den Zehn-Jahres-Plan über die Zukunft von Facebook eingeplant hat.

Traut euch doch! Mut zu AR

In Österreich setzt sich unter anderem die Digitalagentur Zensations intensiv mit dem Thema Augmented Reality auseinander und sagt: „Traut euch doch! Es zahlt sich aus, auf die innovative Technologie zu setzen.”

Aus diesem Anlass hat die Agentur kürzlich ein Paper zum kostenlosen Download veröffentlicht, in dem viele Informationen rund um das Thema verständlich aufbereitet sind. Wer also den Anteil jener, die „sehr” gut über AR informiert sind, erhöhen möchte, kann sich das Paper auf www.zensations.at downloaden.

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