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DMB. vollzieht den Generationswechsel © Paul Ballot
© Paul Ballot

Redaktion 13.05.2022

DMB. vollzieht den Generationswechsel

Jürgen Vanicek, Moana Merzel und Marcello Demner führen künftig DMB. Mariusz Jan Demner wird Holding-Chairman.

••• Von Dinko Fejzuli

WIEN. Die Disruption von allem und jedem hat schon seit Jahren auch die Werbebranche gebeutelt und zu massiven Veränderungen, oft genug auch zu Verwerfungen geführt. Statt nicht wiederkehrende Zeiten zu bejammern, haben Mariusz Jan und Marcello Demner gemeinsam mit der Führungsriege ihrer Agenturgruppe an der Weiterentwicklung und Ausweitung von Potenzialen und Geschäftsfeldern gearbeitet, die das bisherige Spielfeld zumindest für die Demner.Group beträchtlich erweitert haben.

Kreativität ist die DNA

„Im Zentrum allen Handelns steht die Kreativität, seit jeher Kern der DNA von DMB.”, so quasi das Motto der Agentur, denn ohne sie gäbe es keine spektakulären Kampagnen, keinen Markenmagnetismus und keine wirksame Differenzierung zur Konkurrenz.

Und dieses Ziel, über die Werbung hinaus alle kundenrelevanten Bereiche mit Kreativität zu versorgen, hat zuletzt im Vorjahr zum viel beachteten und erfolgreichen Launch der Consultingcompany Fly’ – „Creative Strategies for Growth” geführt.
Neu in der DMB.Group ist auch die Etablierung des DMB. Accelerator, mit dem nicht nur Start-ups und junge Unternehmen unterstützt werden; man geht auch mit eigenem Geld ins unternehmerische Risiko und lebt quasi jeden Schritt dieser Kunden auch hautnah mit.
Auch die Positionierung der ebenfalls zur Holding gehörenden Media1 als Marken-­Mediaagentur hat sich ausgezahlt – sie hat sich in den letzten Jahren zur größten unabhän­gigen Mediaagentur des Landes entwickelt und ist heuer unter den Top 5 des aktuellen Focus-Mediaagenturen-Rankings. Seit zwei Jahren ist sie zudem als „Local Planet Austria” Teil eines globalen, gleichfalls unab­hängigen Mediaagenturnetzwerks.
Diese Dynamik der Weiterentwicklungen in der Gruppe führt u.a. auch zu einer Neuverteilung von Aufgaben bei der DMB. und wird durch die nun in ihren verschiedenen Positionen wirkenden Personen auch nach außen sichtbar.

Bewährtes Team

Marcello Demner, zuständig für New Business & Business Development, sowie Jürgen Vanicek, Leiter Beratung, wurden zu Geschäftsführern bestellt. Sie werden gemeinsam mit Moana Merzel, bereits bisher Mitglied der Geschäftsführung, sowie dem bewährten Team der Geschäftsleitung „dafür sorgen, dass die Agentur in ihrer Leistungsfähigkeit für Kunden noch weiter ausgebaut wird, um auch künftig zuzusichern, was bisher schon wichtigstes Ziel von DMB. war: Kunden mit außerordentlichen Strategien und außerordentlichen Ideen zu außerordentlichen Erfolgen zu verhelfen”, so die Agenturvertreter in einem Gespräch mit medianet.

Mariusz Jan Demner konzentriert sich künftig auf seine Aufgaben als Chairman der Gruppen-Holding und sieht sich seinem Ziel einen großen Schritt näher: „Ich habe in den letzten Jahren Weichen gestellt, um die Demner.Group von einer inhabergeführten zu einer inhabergelenkten Unternehmung zu entwickeln. Da bin ich mit den aktuellen strukturellen und personellen Entwicklungen deutlich weitergekommen. Ich werde zwar für einige langjährige Kunden weiterhin die Letztverantwortung tragen, mich aber künftig deutlich stärker Mentoring- und Coaching-Aufgaben innerhalb des Hauses widmen und – wie schon bisher – in solcher Funktion auch dem Topmanagement von Kunden zur Verfügung stehen.”

Differenzierung schaffen

Angesprochen auf die aktuelle und künftige Entwicklung der Agentur, spricht Marcello Demner davon, dass es wichtig sei „das zu eng gewordene klassische Werbeagentur-Spielfeld zu erweitern”. Kreativität stehe immer im Zentrum des Handelns, sie sei die DNA der Agentur, bloß drücke sich Kreativität bei DMB. eben nicht bloß in einem Plakat oder einen Werbespot aus, sondern wird nun in mehr Bereichen wirksam, mit denen sich DMB. einen weitaus größeren Wirkungsradius geschaffen hat. „Auch ein Stratege muss ein Kreativer sein, sonst fehlt ihm Wesentliches, um eine Differenzierung zu schaffen. Strategen dürfen heute eben nicht nur in Strategien denken, sondern gleichzeitig auch in Kommunikation, die Unterschiede schafft”, so Mariusz Jan Demner.

Marcello Demner ergänzt: „Ich freue mich, dass wir seit geraumer Zeit nicht mehr warten müssen, bis wir zu Pitches eingeladen werden; viele der New Business-Kunden gewinnen wir bereits bei der Diskussion der Ziele und sind oft schon bei der Erstellung des Briefings eingebunden. Das halte ich letztlich auch für den effizienteren Weg.”
Um all diese Aufgabe zu bewältigen, müsse man aber auch über das entsprechende Personal verfügen, so Moana Merzel, langjähriges Mitglied der DMB.-Führungsriege, die für die kaufmännischen Agenden sowie Human Resources zuständig ist. Hier könne man inhouse auf ein breites Spektrum an Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, aber auch Freelancern zurückgreifen; man bilde selbst den Nachwuchs aus, greife aber auch – und das national und international – bei Bedarf auf Externe zu. Dabei suche man nach der idealen Mischung von Kommunikations­expertenen aus der Agenturwelt, Absolventen und Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern aus der Kommunikationsbranche, aber auch gerne Kundenberaterinnen und Kundenberater, die selbst früher auf der Kundenseite gestanden sind. „Das Wichtigste in unserem Job sind Neugier, Herz und Verstand”, so Merzel über die Job Description. Und: Man müsse als Agenturleitung auch Veränderung zulassen. „In einer so großen Agentur haben wir viele kreative Köpfe mit unterschiedlichen Talenten, da wollen wir das selbstbestimmte und eigenverantwortliche Arbeiten fördern. Also schaffen wir Rahmenbedingungen, die das berufliche und private Leben in Einklang bringen. Wir sind bereits letztes Jahr auf ein ‚Full Flex'-Modell umgestiegen und überlassen es unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Abstimmung mit ihren Leads, von wo und nach Möglichkeit auch wann sie arbeiten wollen”, so Merzel.
Den „Niedergang der Netzwerkagenturen in Österreich”, wie Mariusz Jan Demner den in den letzten Jahren vollzogenen Rückzug etlicher Internationaler Player aus dem heimischen Markt nennt, sieht er gleichzeitig auch als Quelle für neue Mitarbeiter: „Wenn die Multis hierzulande einen Laden dichtmachen, sind plötzlich Leute verfügbar, die sich unter anderem als One Man/Women Shows selbstständig machen. Man nützt deren Angebot und arbeite auch auf dieser Basis gut zusammen.”

Der wesentliche Unterschied

Apropos International: Bei DMB. denkt man immer schon über die eigenen Grenzen hinaus – neuerdings auch bei der Kollaboration mit Dritten. So öffnet man sich deutlich in Richtung Partnerschaften. Jürgen Vanicek, der nach mehr als zehn Jahren in der Schweiz zu DMB. gestoßen ist: „Ich war selbst als Business Director und Mitglied der Geschäftsleitung bei einem der großen Multis, die ja internationales Know-how und ein Expertennetzwerk für sich reklamieren. Ich war überrascht, dass ich das auch bei DMB. in Wien vorgefunden habe, wo von Wien aus über ein Dutzend Länder bearbeitet werden. Da konnte ich ansetzen und das noch verstärken.”

Wesentlich dabei sei eben nur, dass man wissen müssen, welche Dinge man inhouse bündeln wolle und was man an Expertise von außen dazuholt. Und, so Vanicek über einen der wesentlichen Unterschiede, die dann für Kunden einen Vorteil bringen würden: „Ich sehe, wir sind in der Entscheidungsfindung und Umsetzung von neuen Ideen und Strukturen viel agiler als Netzwerkagenturen.” Als Geschäftsführung denke man interdisziplinär, um auch die Breite der Kreativität zu fördern. „Und was sich dann nach außen spiegelt, ist das geschärfte Leistungsangebot. Unsere Heritage ist die Markenführung, aber darüber hinaus haben wir durch die unterschiedlichen Initiativen und die starke digitale Ausrichtung der letzten Jahre sehr viele neue Leistungsspektren”, so Vanicek.
Betrachtet man die Demner.Group, so hat sich diese über Jahre auch ein erquickliches Auslandsgeschäft erarbeitet; vor allem Italien hat sich als lohnender Markt erwiesen.
So wolle man den Ausbau von Kunden wie Europas größter Apfelmarke „Marlene”, für die nicht nur in Italien, sondern in mehreren Kontinenten DMB.-Werbung zu sehen ist, oder für Darbo weiter vorantreiben, so Marcello Demner. Man wachse aber auch mit Kunden wie der XXXLutz-Gruppe in der Schweiz und im CEE-Raum sowie mit Start-ups wie dem Neoh-Riegel, der gerade am Sprung nach Nordamerika ist. „Wir konnten mit unserer Arbeit zu einer enormen Steigerung in der Unternehmensbewertung beitragen.”

Focus-Ranking: Platz eins

Zum Schluss des Interviews kommt man noch darauf zu sprechen, wie wichtig es ist, gerade in Krisen nicht zu erstarren, sondern zu reagieren. „Ich bin bei DMB. ausgerechnet zum ersten Corona-Lockdown angetreten”, so Jürgen Vanicek. „In dieser Zeit haben wir mit einer herausragenden Schar von Talenten und Kämpfern aus der Krise Chancen entwickeln können. Mit Arbeit, die unsere Kunden weitergebracht und damit auch der Agentur weitergeholfen hat. Nach zwei Jahren Corona zeigt das Focus-Ranking DMB. mit Respektabstand zu den Mitbewerbern wiederum auf Platz 1. What a ride.”

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