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Ein Bot ging wählen © APA/AFP/Leon Neal

Während Clintons Bots negative Tweets verschickten, twitterten die Trump-Bots hauptsächlich Positives.

© APA/AFP/Leon Neal

Während Clintons Bots negative Tweets verschickten, twitterten die Trump-Bots hauptsächlich Positives.

Nataša nikolić 11.11.2016

Ein Bot ging wählen

Forscher glauben, dass Bots mit automatisierten Tweets das Wahlergebnis in den USA beeinflusst haben.

••• Von Nataša Nikolic

LOS ANGELES. Haben Roboter den Wahlausgang in den USA beeinflusst und sind sie mitverantwortlich für den unerwarteten Sieg des vermeintlich ungeliebten Republikaners Donald Trump? Ja, sagen Wissenschaftler der University of Southern California (USC). Sie fanden heraus, dass rund 19% aller Tweets über die beiden Präsidentschaftskandidaten Trump und Clinton von Robotern erzeugt wurden.

Jeder 5. Tweet war gefälscht

Zu diesem Ergebnis kamen die Forscher, nachdem sie im Zeitraum vom 16. September bis 21. Oktober 2016 rund 20 Mio. Tweets analysiert hatten, die mit der Wahl in Verbindung standen. „Software-Roboter, die sich als Menschen ausgeben, beeinflussen den politischen Diskurs im Social Web so stark wie nie zuvor und könnten die Aufrichtigkeit der US-Präsidentschaftswahl 2016 beeinflussen”, sagt Emilio Ferrara vom Information Sciences Institute und der USC Viterbi School of Engineering.

Im Untersuchungszeitraum fanden die Forscher heraus, dass 3,8 Mio. der Kurznachrichten von Bots produziert wurden. „Die Präsenz dieser Bots kann die Dynamik der politischen Diskussion auf drei Wegen beeinflussen: Der Einfluss könnte von Accounts stammen, die mit schädlichen Absichten geführt werden. Zweitens: Die politische Meinung zur Neuausrichtung tut sich noch weiter auseinander. Und drittens wird die Verbreitung von falschen und unbestätigten Informationen verstärkt”, so die Studien-Autoren.

Intelligente Bots

Welches Lager mehr gefakte Tweets versendet hat, verrät die Studie nicht. Allerdings gaben die Experten preis, dass die Trump-Bots hauptsächlich ­positive Tweets verschickt haben, welche die Popularität des Kandidaten vorantreiben sollten. Die Bots von Clinton hätten hingegen eher versucht, ihren Gegner zu kritisieren und schlechtzumachen.

Hinter den Bots stecken komplizierte Algorithmen, die es ermöglichen, Tweets zu versenden, zu kommentieren, zu teilen und sogar Vorlieben für die Kandidaten auszudrücken. Außerdem können sie Konversationen mit anderen Usern führen und damit täuschend echt wirken.

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