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Ein Regenbogen macht noch nicht lesben- und schwulenfreundlich © APA AFP Joe Klamar

Die Regenbogenflagge (vor dem Wiener Rathaus) bei der Euro Pride 2019 in Wien.

© APA AFP Joe Klamar

Die Regenbogenflagge (vor dem Wiener Rathaus) bei der Euro Pride 2019 in Wien.

Redaktion 11.07.2019

Ein Regenbogen macht noch nicht lesben- und schwulenfreundlich

Zum LGBT+ Pride-Monat werben Unternehmen mit Regenbögen auf ihren Produkten & Dienstleistungen und stellen sich so als LGBT+ freundlich dar.

BERLIN. Dabei ist es schwer zu erkennen, ob Unternehmen sich wirklich für Vielfalt einsetzen oder nur versuchen durch Pinkwashing ihren Umsatz zu steigern. Das Arbeitgebersiegel für LGBT+ Diversity Champions “Pride 500” gibt eine Orientierung und zeigt auf, welche Unternehmen sich für LGBT+ Diversity ernsthaft einsetzen. Zu den bisherigen ausgezeichneten Unternehmen gehören u. a. Coca-Cola, SAP, Vodafone oder White & Case.

Im Juni und Juli finden in über 70 deutschen Städten die jährlichen CSDs (Christopher Street Days) statt. An diesen Tagen wird für die Rechte für LGBT+ Menschen sowie gegen Diskriminierung und Ausgrenzung demonstriert. Immer mehr Unternehmen nehmen an diesen Paraden mit Laufgruppen oder auch großen Trucks teil. Außerdem nehmen viele Unternehmen die beiden Monate zum Anlass, um für Produkte mit dem Regenbogen zu werben - von Einkaufstaschen, Turnschuhen, Flüge, Kreditkarten bis hin zu Marmeladen. Mit einem progressiven und LGBT+ wertschätzenden Image können
Unternehmen viel Geld verdienen. Allein in Deutschland liegt die Kaufkraft von LGBT+ nach Schätzungen zwischen 50 und 100 Milliarden Euro jährlich. Für Verbraucher und Arbeitnehmer ist es allerdings schwierig herauszufinden, inwiefern Unternehmen wirklich LGBT+ freundlich sind oder reines Pinkwashing betreiben, um sie als Kunden zu gewinnen. Zudem garantiert die Teilnahme eines Unternehmens an einem CSD noch nicht, dass dieses sich auch für ihre LGBT+ Mitarbeitenden einsetzt oder dass es zumindest einen Teil der “Regenbogen-Gewinne” an Projekte der LGBT+ Community spendet.

Farbe zeigen
Seit 2016 zeichnet die Uhlala Group mit dem Arbeitgebersiegel Pride 500 Unternehmenund Organisationen für ihr LGBT+ Diversity Management aus. Arbeitgeber können mit der Teilnahme an einem Audit zeigen, wie inklusiv ihr Unternehmen wirklich ist. Sie durchlaufen einen Auditprozess, bei dem sie Fragen zu den Themenbereichen Unternehmensstruktur, Mitarbeitende und Personal, Kommunikation und Sichtbarkeitsowie rechtlicher Rahmen und Regelungen beantworten müssen, z. B. ob das Unternehmen eine Ansprechperson für die Belange von LGBT+ hat oder ob es Trainings für Führungskräfte gibt, an Schulungen zu LGBT+ Themen teilzunehmen. Erreichen die Unternehmen mindestens 50 % der Punkte, erhalten sie das Arbeitgebersiegel in Bronze, Silber oder Gold - abhängig davon wie hoch ihre Punktezahl ausfallen. Siegelträger sind bereits u. a. Bayer, Coca-Cola, Enterprise, IBM, Johnson & Johnson, Pfizer, SAP, Siemens, Simmons & Simmons, Vodafone und White & Case.

“Wir wollen mit dem Arbeitgebersiegel und dem damit verbundem Audit die Unternehmen & Organisationen unterstützen, die sich bereits mit verschiedenen Maßnahmen für ihre LGBT+ Mitarbeitenden einsetzen”, erläutert Stuart Cameron, Gründer von Pride 500. “Darüber hinaus erhalten die am Audit teilnehmenden Arbeitgeber eine detaillierte Auswertung, die zeigt in welchen Bereichen noch Handlungsbedarf besteht. So wollen wir einen Anstoß dazu geben Strukturen unternehmensintern zu verändern, um so die Arbeitssituation von LGBT+ weiter zu verbessern. Durch die Zertifizierung können Unternehmen belegen, dass ihr LGBT+ Engagement ehrlich und authentisch ist.” (red)

#Diversity #OutAtWork #LGBT #EmployerBranding #Pride #CSD

Weitere Informationen unter www.Pride500.com

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