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Erdogan verhilft Opposition durch Äußerung zu Twitter-Erfolg © APA/AFP/Adem Altan

Wenn das Volk sage, es sei "genug", dann werde er abtreten, twitterte Erdogan und löste damit einen Twitter-Sturm aus.

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Wenn das Volk sage, es sei "genug", dann werde er abtreten, twitterte Erdogan und löste damit einen Twitter-Sturm aus.

Redaktion 09.05.2018

Erdogan verhilft Opposition durch Äußerung zu Twitter-Erfolg

Präsident löst mit Satz zu seinem möglichen Rückzug einen Twitter-Sturm aus.

ISTANBUL/ANKARA. Wenn das Volk sage, es sei "genug", dann werde er abtreten - mit diesen Worten in einer Rede vor seiner Parlamentsfraktion hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Twitter-Sturm ausgelöst. Hunderttausende verbreiteten das türkische Wort "Tamam" („genug“) als Hashtag am Dienstag über den Kurznachrichtendienst.

Bis zum Nachmittag war "Tamam" mit mehr als 500.000 Tweets sogar weltweit ein Toptrend bei Twitter. Zahlreiche Twitter-Nutzer verbreiteten schlicht das Wörtchen "Tamam", andere schrieben "Tamam" so oft es in die Twitter-Zeile passte. Andere fügten Slogans hinzu wie "Bitte geh' einfach jetzt".

Auch Erdogans Herausforderer bei der Präsidentenwahl am 24. Juni griffen Erdogans Äußerungen rasch auf. "Tamam", schrieb Meral Aksener, die für die rechtsnationalistische IYI-Partei antritt. "Vakit Tamam!" („Die Zeit ist vorbei“), schrieb auch der Kandidat Muharrem Ince der linksnationalistischen CHP, während der Vorsitzende der proislamischen Saadet-Partei, Temel Karamollaoglu, twitterte: "Tamam Insallah" („Genug, so Gott will“).

"Wenn eines Tages die Nation sagt 'genug', dann werden Wir beiseite treten", hatte Erdogan gesagt, wobei er von sich selbst in der ersten Person Plural sprach. Seinen Gegnern warf er vor, als einziges Ziel zu haben, "Recep Tayyip Erdogan zu zerstören". Er vertraue aber auf Gott, dass "unsere Nation am 24. Juni diesem Team der Zerstörung erneut eine verdiente Lektion erteilen wird".

Erdogan hatte Mitte April überraschend vorgezogene Parlaments-und Präsidentschaftswahlen für den 24. Juni ausgerufen. Der islamisch-konservative Politiker hat die türkische Gesellschaft zutiefst gespalten, doch hat er weiter auch großen Rückhalt und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass er wiedergewählt wird. (APA/AFP/dpa)

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