MARKETING & MEDIA
Facebook weitet Faktenprüferprogramm auf Österreich und die Schweiz aus © APA Georg Hochmuth
© APA Georg Hochmuth

Redaktion 13.05.2020

Facebook weitet Faktenprüferprogramm auf Österreich und die Schweiz aus

Sobald ein Beitrag von einem Faktenprüfer als falsch eingestuft wird, wird seine Reichweite eingeschränkt.

BERLIN. Um die Verbreitung von Falschinformationen auf unseren Plattformen zu bekämpfen, arbeitet Facebook weltweit bereits mit mehr als 60 unabhängigen, externen Faktenprüfern zusammen, die über 50 Sprachen abdecken. Nun wird das Faktenprüferprogramm ausgeweitet: Die Deutsche Presse-Agentur GmbH (dpa), die seit März 2019 neben dem Recherchebüro Correctiv Partner des Faktenprüferprogramms für Deutschland ist, überprüft ab sofort auch Inhalte aus Österreich und der Schweiz.

Die Prüfer sind fortlaufend tätig, um irreführende Nachrichten, Bilder und Videos auf Facebook und Instagram zu erkennen, und arbeiten sowohl in Deutschland als auch direkt in Österreich und der Schweiz. Die dpa baut in beiden Ländern eigene Faktencheck-Teams auf. Zudem unterstützt in der Startphase das Faktencheck-Team der Austria Presse Agentur (APA) die Aktivitäten der dpa in Österreich. In der Schweiz ist eine ähnliche Vereinbarung mit Keystone-SDA in Vorbereitung.

Eindämmung von Falschinformationen
Sobald ein Beitrag von einem Faktenprüfer als falsch eingestuft wird, wird seine Reichweite auf Facebook und Instagram eingeschränkt und werden den Menschen zusätzlich verlässliche Informationen dieser Partner angezeigt. So können sie selbst besser entscheiden, ob eine Quelle oder eine Nachricht als vertrauenswürdig erachtet werden kann. Zudem werden Personen benachrichtigt, die diese Inhalte bereits geteilt haben oder dies beabsichtigen und werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft worden sind.

Allein im März wurden bezüglich Covid-19 Warnungen zu rund 40 Mio. Beiträgen auf Facebook angezeigt, die auf etwa 4.000 Bewertungen unserer unabhängigen Faktenprüfer basierten. Aufgrund der Warnhinweise haben sich Nutzer in etwa 95% der Fälle den ursprünglich ausgewählten Inhalt letztlich nicht anzeigen lassen.

Ein globales Netzwerk von mehr als 60 Partnern
Alle Programmteilnehmer sind durch das unabhängige International Fact-Checking Network (IFCN) zertifiziert - darunter Nachrichtenagenturen, Medienunternehmen und gemeinnützige Organisationen. In den vergangenen Monaten wurde dieses Programm um zusätzliche Partner und Sprachen erweitert, darunter Reuters in Großbritannien, AFP und dpa in den Benelux-Ländern sowie MyGoPen in Thailand.

Angesichts der Vielzahl an Inhalten sind der manuellen Überprüfung von Beiträgen durch Faktenprüfer Grenzen gesetzt. Deshalb werden die Erkenntnisse aus der Zusammenarbeit auch für die Verbesserung unserer automatisierten Systeme genützt. Mithilfe von Machine Learning können Muster so besser erkannt und die Verbreitung von Falschmeldungen nachhaltig eingeschränkt werden.

Erhöhte Kapazitäten während Covid-19
Während der anhaltenden Krisensituation rund um Covid-19 hat Facebook das International Fact-Checking Network (IFCN) mit einer Mio. USD unterstützt, um die Kapazitäten der Faktenprüfer zu erhöhen. Mittlerweile haben 21 Organisationen Finanzmittel zur Unterstützung von Projekten erhalten, darunter in Italien, Spanien, Frankreich, Kolumbien, Indien, der Republik Kongo und anderen Ländern. Weitere Empfänger werden in den kommenden Wochen bekanntgegeben. Darüber hinaus hat WhatsApp das IFCN mit Fördergeldern in Höhe von insgesamt einer Mio. USD unterstützt, insbesondere die #CoronaVirusFacts-Allianz, die mehr als 100 Organisationen in 45 Ländern umfasst. (red)

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL