MARKETING & MEDIA
Freies Fernsehen Salzburg feiert zehnjähriges Jubiläum © FS1

FS1-Geschäftsführer Alf Altendorf.

© FS1

FS1-Geschäftsführer Alf Altendorf.

Redaktion 21.02.2022

Freies Fernsehen Salzburg feiert zehnjähriges Jubiläum

Geschäftsführer fordert Reform der Medienförderungen; Jubiläum mit multimedialer Kampagne und großer Senderparty im Juli.

SALZBURG. Der nicht-kommerzielle Community-TV-Sender FS1  ("Freies Fernsehen Salzburg") hat anlässlich seines diesjährigen Zehn-Jahres-Jubiläum am Donnerstag,
17. Februar 2022, Bilanz gezogen: Seit 2012 wurden 3.900 Stunden in Eigenproduktion hergestellt, 87.600 Stunden Fernsehen ausgestrahlt und 6.122 Personen ausgebildet. Geschäftsführer Alf Altendorf forderte von Bund und Land eine "überfällige Reform" der Medienförderungen.

"Schon vor mehr als zehn Jahren wurde immer wieder die zumindest teilweise Verwendung der Landesmedienabgabe für Medienförderungen gefordert", erklärte Altendorf anlässlich einer Pressekonferenz. Es könne nicht sein, dass hohe Anteile der GIS-Gebühren - im Jahr 2022 seien es rund 15 Mio. € - jährlich ins Landesbudget fließen würden, aber man dann kaum Mittel für Medienförderungen aufbringe. Der Beitrag des Landes Salzburg aus dieser Einnahme betrage aktuell 0,65 Prozent oder 96.500 € gemeinsam für Salzburgs Community Medien Radiofabrik und FS1.

An die Bundesregierung appellierte Altendorf, die im Regierungsprogramm festgehaltene Erhöhung des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds (NKRF) "endlich in Angriff zu nehmen". Die finanziellen Möglichkeiten von FS1 seien eng. In den beiden Unternehmen "BetriebsgesmbH" und "InfrastrukturgesmbH" würden insgesamt 650.000 € umgesetzt.

Fast genau vor zehn Jahren, am 16. Februar 2012, ging das Programm von FS1 erstmals im Netz der Salzburg AG auf Sendung. Zunächst wurden Vorproduktionen vor allem der Salzburger Kulturszene mit einem Sendeserver aus dem Keller des Kunstquartiers in der Bergstraße in der Stadt Salzburg ausgestrahlt; das Studio wurde dort erst im Juni 2012 eröffnet.

Zuvor wurde zwei Jahre lang am Aufbau eines Netzwerks an Kooperationspartnerschaften gearbeitet. Durch ein intensives Lobbying bei Stadt und Land Salzburg habe man die nötige Kofinanzierung für die 90% Bundesmittel - nationale Rundfunkgebühren des Nichtkommerziellen Rundfunkfonds - stellen können. "Besonders das Land Salzburg - damals noch mit SPÖ-Kulturressort unter David Brenner - stellte sich als Hürde dar, und versuchte den Sender zu blockieren", hieß es in einer Aussendung von FS1.

Das Projekt habe aber nicht verhindert werden können. Zu hoch sei der Anteil der Bundesgelder gewesen, sodass nur geringe Zuschüsse von Stadt und Land erforderlich gewesen seien. Auch sei die Unterstützung von Salzburgs Zivilgesellschaft groß gewesen. Und das professionell aufgezogene, stabile Unternehmen sei Garant dafür, dass trotz demokratischer Elemente für die Sendungsmacherinnen und Sendungsmacher erfolgreich gewirtschaftet werde.

Besonders die letzten beiden Jahre seien für FS1 "extrem erfolgreich" gewesen. "Pandemiebedingt hat sich der Sender als der Partner für digitale Umsetzung für Salzburgs Freie Kulturszene etabliert", erklärte Programm-Geschäftsführer Markus Weisheitinger-Herrmann. Er kündigte weitere Initiativen in diese Richtung an, wie die derzeit laufende Evaluierung einer eigenen Onlineplattform für Kultur.

Begleitet wird das FS1-Jubiläumsjahr von einer multimedialen Kampagne (Online, Radio und TV) mit dem Claim "FERN10". Abgeschlossen wird das Jubiläum mit einer großen öffentlichen Senderparty in der ARGEkultur am Samstag,
2. Juli.

Community-TV ist ein werbefreies, unabhängiges Fernsehen mit Lokalbezug und stellt neben dem öffentlich-rechtlichen und dem privat-kommerziellen Rundfunk eine dritte Säule in der Fernsehlandschaft dar. Mit niederschwelligem Zugang soll es allen Bevölkerungsgruppen leicht möglich sein, selbstständig Fernsehen zu machen. (red)

 

BEWERTEN SIE DIESEN ARTIKEL

TEILEN SIE DIESEN ARTIKEL