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In der Kreativwirtschaft herrscht Zuversicht © Panthermedia.net/Brock Jones
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Dinko Fejzuli 09.02.2018

In der Kreativwirtschaft herrscht Zuversicht

Die aktuelle Umfrage der Kreativwirtschaft Austria zeugt von einem positiven Ausblick auf 2018 innerhalb der Branche.

••• Von Dinko Fejzuli

Die Kreativwirtschaft zeigt sich in Hinblick auf ihre wirtschaftliche Entwicklung für die kommenden zwölf Monate optimistisch. Das umfasst sowohl die zukünftige Auftragslage sowie die Gesamtumsätze, im Besonderen den Exportumsatz und den Anstieg der Beschäftigungszahlen.

Der Fokus bei den Neuinvestitionen liegt im Bereich Innovation und Digitalisierung. Von der neuen Bundesregierung erwarten sich die befragten Kreativwirtschaftsunternehmen vor allem eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie einen nachhaltigen Abbau der Bürokratie.

Hohe Erwartungen

Das zeigt eine aktuelle Umfrage der Kreativwirtschaft Austria zur Lage der Kreativwirtschaft, die Auskunft darüber gibt, wie die Erwartungen und die wirtschaftliche Selbsteinschätzung der Kreativwirtschaft in Österreich ist.

Dafür werden jeweils im Frühjahr und Herbst mit repräsentativen Umfragen die Erwartungen der Kreativwirtschaftsunternehmen in Österreich hinsichtlich der kommenden zwölf Monate ermittelt. Die wirtschaftliche Lage des Sektors wird so regelmäßig dokumentiert, aktuelle Entwicklungen können verfolgt und Trends und Wendepunkte frühzeitig erkannt werden.
Was auffällt, ist, dass die Kreativwirtschaft ihre Erwartungen in puncto künftige Auftragslage besser einschätzt als der Durchschnitt aller. So rechnen 42% der Befragten in der Kreativwirtschaft mit einer steigenden Auftragslage in den kommenden zwölf Monaten – drei Prozent mehr als alle anderen
Generell belegt der Kreativwirtschaftsbarometer eine überdurchschnittlich positive Wirtschaftsentwicklung in der Kreativwirtschaft, was von den Kreativunternehmen selbst auch so wahrgenommen wird. Dies wird vor allem an der erwähnten optimistischen Erwartungshaltung der zukünftigen Auftragslage sowie den Gesamtumsätzen und steigenden Beschäftigungszahlen ersichtlich.

Steigende Exporte

Besonders erfreulich sind die zu erwartenden steigenden Exportumsätze in der Kreativwirtschaft. Daran zeigt sich für die Kreativwirtschaft auf internationaler Ebene eine überdurchschnittlich erfolgreiche Entwicklung. Für die Kreativwirtschaft ist das Agieren auf internationalen Märkten aufgrund eines begrenzten Heimmarkts in Österreich von besonderer Relevanz.

Weniger Bürokratie

Von der neuen Bundesregierung erwarten sich die Kreativunternehmen eine Senkung der Lohnnebenkosten sowie einen nachhaltigen Abbau der Bürokratie.

Eine Verminderung der Lohnnebenkosten hat für die Kreativwirtschaft deshalb eine besondere Relevanz, da sie laut dem „Siebenten Österreichischen Kreativwirtschaftsbericht” weiterhin kleinbetrieblich strukturiert ist und die Unternehmen durchschnittlich aber etwas „größer” werden.
Damit sind pro Unternehmen mehr Personen beschäftigt, was das Erzielen höherer Umsätze mit notwendig macht. Bürokratische Belastungen werden insbesondere beim Arbeitsrecht, der Arbeitszeitregelung sowie der Steuergesetzgebung ver­ortet.
Interessant ist auch, dass große Unternehmen die Steuergesetzgebung als weniger belastend wahrnehmen als KMU.
Dass die Kreativwirtschaft eine sehr aktive Akteurin im Innovationssystem ist, wird im vorliegenden Kreativwirtschaftsbarometer vor allem anhand des hohen Investitionsverhaltens der Kreativschaffenden im Bereich „Innovation und Digitalisierung” deutlich.
Dies zeigte sich auch schon im Siebenten Österreichischen Kreativwirtschaftsbericht. Kreativschaffende punkten mit dem neuesten Stand der Technik, setzen auf innovative Produkte, Verfahren oder Technologien sowie im alltäglichen Betrieb auf die Nutzung neuartiger Softwareanwendungen und Internettechnologien. Damit sind Kreativschaffende wichtige Impulsgeber für Innovationen und spielen eine entscheidende Rolle für die Digitalisierung.

Treiber für Innovationen

Kreativleistungen sind also Treiber für Innovationen in der Wirtschaft, insbesondere wenn es um das Schaffen immaterieller Vermögenswerte, Dienstleistungs- und Prozessinnovationen oder neue Geschäftsmodelle geht. Die Entwicklung neuer Verfahren und Lösungsstrategien für sämtliche gesellschaftliche Bereiche, z.B. neuartige soziale Praktiken, die Probleme oder Bedürfnisse besser als bisher lösen sollen, wird eine immer größer werdende Bedeutung erhalten als rein technologisch basierte Lösungen. Aus diesem Grund sollen nichtforschungsbasierte Innovationen in einen erweiterten Innovationsbegriff einfließen und in den Instrumenten der regionalen, österreichischen und europäischen Innovationspolitik, in Richtlinien und in Förderkriterien systematisch verankert werden.

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