WIEN. Künstliche Intelligenz gewinnt im Mediendesign zunehmend an Bedeutung. Laut Werbe Akademie des WIFI Wien wird sie in vielen Bereichen bereits als Produktivitätswerkzeug eingesetzt, etwa bei Variantenproduktion, Bildbearbeitung oder der Anpassung von Inhalten für unterschiedliche Kanäle. Der Fokus im Designprozess verschiebe sich dadurch zunehmend vom reinen Produzieren hin zu kuratierenden und entscheidenden Aufgaben.
Handwerk bleibt entscheidend
Sepp Wiesbauer, Lehrgangsleiter an der Werbe Akademie des WIFI Wien, erklärte: „KI ist für viele Designer inzwischen wie ein sehr schneller Assistent. Sie liefert Optionen, aber sie nimmt dir die Verantwortung nicht ab.“ Die Qualität entstehe dort, wo Konzept, Typografie, Bildsprache und Markenlogik zusammenspielen. Wiesbauer ergänzte: „Ob das KI-Ergebnis richtig oder falsch - oder zumindest gut oder schlecht - ist, kann nur beurteilen, wer sein Handwerk versteht.“
Einsatzbereiche im Designprozess
Im Praxisalltag werde KI vor allem dort eingesetzt, wo viele Varianten oder Wiederholungen erforderlich sind. Dazu zählen laut Werbe Akademie Ideation und Variantenproduktion für Visuals oder Layoutansätze, Bildbearbeitung und Compositing sowie die Ableitung von Inhalten für verschiedene Kanäle. Auch erste Video- und Motion-Vorlagen würden bereits genutzt, etwa für Previsualisierungen oder Social-Media-Formate. Mit der steigenden Menge an KI-generierten Inhalten wachse jedoch auch die Bedeutung klarer Regeln und transparenter Prozesse im Umgang mit solchen Inhalten.
Transparenz und Vertrauen
Wiesbauer erklärte dazu: „Die Frage ist nicht, ob KI Bilder erzeugen kann. Das kann sie.“ Entscheidend sei vielmehr, ob Markenidentität und Gestaltungslogik langfristig erkennbar bleiben. „Wer KI ohne Designsystem, ohne Guidelines und ohne klare Freigaben nutzt, produziert schnell, aber nicht unbedingt richtig.“ Für Unternehmen und Kommunikationsabteilungen gewinne daher die Dokumentation von Entstehungsprozessen, Kennzeichnung von KI-Inhalten sowie klare Freigabestrukturen an Bedeutung.
Diplomlehrgang startet im April
Die Werbe Akademie des WIFI Wien greift diese Entwicklungen im Diplomlehrgang Mediendesign auf. Dort soll laut Veranstalter vermittelt werden, wie KI als Werkzeug in professionelle Designprozesse integriert werden kann, während Gestalter weiterhin die kreative und strategische Verantwortung übernehmen. (red)
