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Öffentliche Hand warb im ersten Quartal um fast 35 Millionen Euro APA Georg Hochmuth

Unter den Ministerien war das Infrastrukturressort von Jörg Leichtfried (SPÖ) am werbefreudigsten.

APA Georg Hochmuth

Unter den Ministerien war das Infrastrukturressort von Jörg Leichtfried (SPÖ) am werbefreudigsten.

Redaktion 19.06.2017

Öffentliche Hand warb im ersten Quartal um fast 35 Millionen Euro

Die Stadt Wien gibt mehr als doppelt so viel für Werbung aus als alle anderen Bundesländer zusammen.

WIEN. 34,6 Mio. € hat die öffentliche Hand im ersten Quartal 2017 in Werbung investiert. Die Bundesregierung gab 4,7 Mio. € aus, die Stadt Wien 4,1 Mio. €, die restlichen acht Bundesländer zusammen 1,8 Mio. €. Zählt man die Beteiligungen der Stadt Wien hinzu, betrugen die Werbeausgaben der Hauptstadt ungefähr sechs Mio. €, geht aus der Medientransparenzdatenbank hervor.

Der größte Anteil der öffentlichen Werbegelder entfiel auf die "Kronen Zeitung"; das reichweitenstarke Medienhaus lukrierte im ersten Jahresviertel rund 3,8 Mio. €. Dahinter folgten die Gratistageszeitungen "Heute" mit 2,5 Mio. € und "Österreich" mit 2,4 Mio. €. Zusammen kamen die drei Boulevardmedien auf 8,7 Mio. €.

Unter den Ministerien war das Infrastrukturressort von Jörg Leichtfried (SPÖ) am werbefreudigsten: Eine Mio. € wurde der Kommunikationsbehörde KommAustria gemeldet; dahinter liegt das ebenfalls SPÖ-geführte Verteidigungsministerium mit 765.000 €. Am drittspendabelsten war das Kanzleramt mit 634.000 €, vor dem Landwirtschaftsministerium mit 591.000 €.

Von den großen staatsnahen Unternehmen gehörten die ÖBB heuer bisher zu den eifrigsten Werbern: Die Bundesbahnen gaben zwischen Jänner und März 2017 rund 1,4 Mio. € aus; nicht viel weniger waren es bei der Post mit 1,2 Mio. €. Die Telekom Austria sowie die OMV sind nicht meldepflichtig, da der Anteil der öffentlichen Hand unter 50% liegt.

Seit dem Inkrafttreten des Medientransparenzgesetzes Mitte 2012 müssen öffentliche Stellen für jedes Quartal ihre Werbeaufwendungen und Inseratenzahlungen angeben - allerdings erst ab Überschreiten einer Bagatellgrenze von 5.000 €, was vom Rechnungshof bereits kritisch angemerkt wurde. Die Ausgabenhöhe wird an die KommAustria gemeldet und von dieser veröffentlicht. Die seither gemeldete Summe beläuft sich mittlerweile auf rund 902 Mio. €. Grund für die Verabschiedung des Medientransparenzgesetzes war die jahrelange Kritik an hohen öffentlichen Inseratenaufträgen für Boulevard- und Gratismedien. (APA)

Info: Die vollständigen Daten sind auf der Webseite der RTR-GmbH unter http://go.apa.at/OzDWArMF abrufbar.

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