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ORF plant heuer und 2018 mit schwarzer Null © ORF Guenther Pichlkostner

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz betonte, das "Jahr 2018 wurde, wie schon 2017, ohne die Realisierung von Einmalerlösen ausgeglichen geplant".

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ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz betonte, das "Jahr 2018 wurde, wie schon 2017, ohne die Realisierung von Einmalerlösen ausgeglichen geplant".

Redaktion 22.11.2017

ORF plant heuer und 2018 mit schwarzer Null

Ohne Einmalerlöse - Sparprogramm wird fortgeschrieben.

WIEN. Der ORF will im Jahr 2018 ausgeglichen bilanzieren. Ermöglichen soll das nicht nur das erste Jahr, in dem die 2017 in Kraft getretene Gebührenanpassung komplett wirksam wird, sondern auch die Fortschreibung des Sparprogramms, das unter anderem den Abbau von 48 Vollzeit-Äquivalenten vorsieht. Dies geht aus dem Finanzplan hervor, der dieser Tage an die Stiftungsräte des ORF verschickt wurde.

In der Einleitung zu den der APA vorliegenden Unterlagen betonen ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und Andreas Nadler, Kaufmännischer Direktor, das "Jahr 2018 wurde, wie schon 2017, ohne die Realisierung von Einmalerlösen ausgeglichen geplant". Das heißt, dass ein allfällig zu realisierender (Teil-)Verkauf von Liegenschaften, namentlich am Standort Funkhaus, schlicht zusätzliche Einkünfte in die Kassen spülen werde, die schwarze Null aber nicht davon abhängt.

Wrabetz und Nadler betonen weiters, dass somit "zum zweiten Mal in Folge das strukturelle Defizit des Jahres 2016 durch vorwiegend kostenseitige Maßnahmen geschlossen wurde". Trotz im April in Kraft getretener Gebührenanpassung (um 6,5 Prozent) habe man es zu Beginn der Planung für 2018 mit einem "Finanzierungsdelta" von rund 72 Mio. € zu tun gehabt. Gründe seien Kostensteigerungen unter anderem für die Sport-Großereignisse des kommenden Jahres - Olympia und Fußball-WM -, aber auch durch gesetzliche Änderungen. An kostendämpfenden Maßnahmen nennt die ORF-Führung unter anderem die bereits realisierte Zusammenlegung von "Guten Morgen Österreich" mit der "Heute"-Nachmittagsstrecke zu einer neuen Daytime, das Aussetzen der Pensionskassenbeiträge 2018, die Reduktion um 48 Vollzeit-Stellen oder ein "Einfrieren des überwiegenden Teils der Sachkostenbudgets".

Beim Umsatz rechnet man insgesamt mit 989 Mio. € aus Programmentgelten, Werbung und sonstigen Umsatzerlösen. Dies wäre gegenüber dem ursprünglichen Finanzplan 2017 (967,4 Mio.) eine deutliche Steigerung. Die aktuelle Vorschau für das laufende Jahr fällt aber besser aus, der ORF rechnet für 2017 mit 983,3 Mio. € Umsatz, womit der Finanzplan 2018 nur ein Plus von 0,6 Prozent vorsieht.

Mit Abstand größter Einnahmeposten sind weiterhin die Gebühren, die 2018 635,2 Mio. € bringen sollen. Für 2017 waren 622,7 Mio. € geplant, die Vorschau verspricht 624,8 Mio. Den Anstieg gegenüber heuer erklären Wrabetz und Nadler damit, "dass im Jahr 2018 erstmals ganzjährig die im Jahr 2017 erhöhten Teilnehmergebühren zum Tragen kommen". Sie rechnen außerdem mit 8.150 Gebührenzahlern mehr. Und sie rechnen auch vor, dass man für 2018 von 323.233 Gebührenbefreiten ausgeht, wodurch dem ORF voraussichtlich 64,1 Mio. € entgehen würden. Dass die Planung für 2018 "ambitioniert" ist, räumt der Antrag an den Stiftungsrat ein. Es brauche dafür auch eine "Optimierung des Einhebungsmanagements" bei der GIS. Das heißt konkret etwa, dass bisher selbstständige Mitarbeiter des externen Kundendiensts angestellt werden.

225,6 Mio. € will der ORF 2018 mit Werbung einnehmen. Man geht dabei von einem "dynamischen Wachstum im Medium TV" aus und von "einem leichten Rückgang der Marktanteile". Unter dem Strich plant man damit einen Betrag, der über jenem des Finanzplans 2017 liegt, aber unter der aktuellen Vorschau, denn heuer erwartet man 228,6 Mio. € Werbegeld.

Bei den Ausgaben kosten die sportlichen Großereignisse 5,5 Mio. € mehr, erläutert der ORF. Insgesamt beträgt der Sachaufwand 2018 603,1 Mio. € und liegt damit sowohl über dem Plan 2017 als auch der aktuellen Vorschau. Zugleich wird "die deutliche Senkung des Personalaufwands" hervorgehoben: Die Mitarbeiter sollen 2018 359,3 Mio. € kosten. Für das aktuelle Jahr rechnet man mit 367,1 Mio., geringfügig mehr als ursprünglich geplant (366,7 Mio.) "Das Ziel des Personalabbaus" werde kontinuierlich verfolgt, heißt es. Zugleich weisen Wrabetz und Nadler aber auch auf Risiken dadurch hin: So könnte der geplante Urlaubs-Abbau "möglicherweise nur teilweise erfolgen", eventuell müsste die Urlaubsrückstellung sogar erhöht werden. Auch Mehrkosten durch Mehrarbeit könnten entstehen.

Bei der Stiftungsratssitzung kommenden Donnerstag steht der Beschluss über den Finanz- und Stellenplan für 2018 noch nicht an. Das ist wie jedes Jahr bei der letzten Sitzung des Jahres, heuer am 21. Dezember, vorgesehen. (APA)

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