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ORF: Wrabetz will 7,7 Prozent Gebührenplus APA/Georg Hochmuth

ORF-Generaldirektor stellt Antrag auf Gebührenerhöhung

APA/Georg Hochmuth

ORF-Generaldirektor stellt Antrag auf Gebührenerhöhung

Redaktion 05.12.2016

ORF: Wrabetz will 7,7 Prozent Gebührenplus

Sparpaket geplant: Bis 2021 300 Millionen, 300 Stellen weniger, Aus für Start-up-Cluster

WIEN. ORF-Chef Alexander Wrabetz wird Mitte Dezember im Stiftungsrat eine Valorisierung des Programmentgelts um 7,7 Prozent beantragen. Zugleich stellt er ein 300 Mio. € schweres "Struktur- und Kostensenkungsprogramm" bis 2021 in Aussicht. Das kündigt Wrabetz am Montag an.  Für die Gebührenzahler bedeute die Anhebung 1,25 € mehr Teilnehmerentgelt "pro Monat und Haushalt" bzw. vier Cent pro Tag mehr als bisher. Die ORF-Kunden würden damit künftig 56 statt 52 Cent pro Tag für den ORF zahlen, rechnet er vor. Das monatliche Programmentgelt beträgt dann 17,41 €; dazu kommen noch Radio- und Fernsehgebühren sowie der Kunstförderbeitrag (dieses Geld geht aber ins Bundesbudget, nicht an den ORF) und die Landesabgabe dort, wo sie eingehoben wird (diese geht ins jeweilige Landesbudget).

Im vorläufigen Finanzplan, der im November an die Stiftungsräte ging, gab es noch eine "Finanzierungslücke" von rund 42 Mio. €. Wobei, wie Wrabetz erneut betonte, das ursprüngliche "Delta", das der frühere Kaufmännische Direktor Richard Grasl, der Wrabetz' Kontrahent bei der jüngsten ORF-Wahl war, übergeben habe, 80 Mio. betrug; 28 Mio. der Lücke würden im kommenden Jahr durch das Gebührenplus gedeckt werden, das mit Jahresmitte schlagend wird. Der Rest - "und damit zwei Drittel", wie Wrabetz unterstreicht - soll durch Einsparungen hereinkommen.

600 Pensionierungen, 300 Nachbesetzungen
Dem Stiftungsrat, wo vor allem die ÖVP-Vertreter vehement auf Einsparungen und Strukturreformen pochen, will Wrabetz in der Finanzvorschau bis 2021 nämlich ein 300 Mio. € schweres Sparpaket vorlegen, das auch - aber nicht nur - den Abbau von 300 Stellen bedeutet. Er werde aber "keine Rasenmähermethoden" anwenden, verspricht der ORF-Chef, der am Montagvormittag auch die Mitarbeiter über seine Pläne informierte. "In den kommenden Jahren haben wir aufgrund von Pensionierungen einen relativ starken natürlichen Abgang", die Reduktion soll somit durch Nicht-Nachbesetzungen gelingen.

Aus für Start-up-Cluster
Dazu ist auch eine "massive Reduktion aller nicht zum unmittelbaren Kerngeschäft gehörenden Aktivitäten" geplant. Der erst heuer lancierte Start-up-Cluster, ein Projekt Gradls, soll bald wieder Geschichte sein. Auch die "Strategie bei Flimmit werden wir überdenken", sagt Wrabetz. Denn bei der Streaming-Plattform sei "der kommerzielle Plan nicht in dem Ausmaß aufgegangen wie geplant, wir müssen die Kosten stark reduzieren". Der ORF-Chef stellt eine Konzentration auf "nichtkommerzielle Angebote" in Aussicht, man werde schlicht weniger Rechte kaufen. Umgekehrt würden die Mittel für die österreichische Filmwirtschaft mit 100 Mio. € 2017 um fünf Mio. € erhöht.

Output soll nicht sinken
"Der Output soll im Wesentlichen gleich bleiben", versichert Wrabetz trotz der Sparpläne. Als "Schwerpunkte fortschreiben und ausbauen" will die ORF-Führung den Informationsbereich, Investitionen in den österreichischen Film" sowie die "moderate Weiterentwicklung von ORF III". Bei ORFeins "muss es Änderungen geben", daran hält er fest - doch man müsse sich angesichts der Budgetsituation "nach der Decke strecken". Dass der ORF übermäßig viel für Hollywood-Ware und Sportrechte ausgibt, wie die Privatsender kritisieren, weist er zurück: "Für amerikanische Filme und Serien geben wir drei Prozent unseres Umsatzes aus, und diese Mittel ausschließlich aus Werbeerlösen in ORFeins, nicht aus Gebührengeldern. Bei den Sportrechten orientieren wir uns nicht an den Erwartungen der Privatsender, sondern an jenen der Gebührenzahler."

Deadline 15. Dezember
Der ORF-Stiftungsrat tagt am 15. Dezember. Laut ORF-Gesetz hat der Generaldirektor alle fünf Jahre bis zu diesem Termin einen Gebührenantrag zu stellen; zuletzt wurden die Gebühren vor fünf Jahren erhöht, damals um sieben Prozent. (APA/red)

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