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Radio Arabella-Chef Wolfgang Struber wird RTR-Medien-Geschäftsführer © APA / Hans Punz

Wolfgang Struber.

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Wolfgang Struber.

Redaktion 27.06.2022

Radio Arabella-Chef Wolfgang Struber wird RTR-Medien-Geschäftsführer

Setzte sich gegen drei weitere zu Hearings geladene Mitbewerber durch; Ministerium verweist auf "mehrstufigen Auswahlprozess"; Neos üben Kritik: "Türkiser Wunschkandidat".

WIEN. Radio Arabella-Geschäftsführer Wolfgang Struber hat das Rennen um den Geschäftsführungsposten des Fachbereichs Medien in der Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) gemacht, wie das Medienministerium am Freitag, 24. Juni 2022, mitteilte. Die aus vier Personen bestehende Auswahlkommission habe Struber nach den letztwöchigen Hearings mit insgesamt vier Kandidatinnen und Kandidaten auf den ersten Platz gereiht. Medienministerin Susanne Raab (ÖVP) folge mit der Bestellung dem Vorschlag.

Das Gremium habe vor allem "Strubers langjährige Erfahrung als Geschäftsführer eines Medienunternehmens, umfassende kaufmännische Erfahrung sowie die ausgeprägte Fähigkeit, zwischen verschiedenen Interessensgruppen vermitteln zu können, hervorgestrichen", heißt es in der Aussendung des Ministeriums. Der frühere Chef des RTR-Medienbereichs, Oliver Stribl, beendete seine Tätigkeit auf eigenen Wunsch und wechselte in die Geschäftsführung der stadteigenen Wien Holding. Sein Vertrag wäre Mitte August ausgelaufen.

Bei der Suche nach dem Nachfolger verweist das Ministerium auf den "mehrstufigen Auswahlprozess", der "durch das internationale Beratungsunternehmen Deloitte" begleitet wurde. Es gab demnach einen Vorauswahlprozess mit strukturierten Interviews. Besonders berücksichtigt habe man "neben fachlichen Kompetenzen im Medienbereich auch Erfahrungen als Führungskraft größerer Organisationseinheiten und im Management sowie betriebswirtschaftliche Kenntnisse". Die Beratungsfirma habe dann der "aus hohen Beamtinnen des BKA" zusammengesetzten Kommission jene vier Kandidaten vorgeschlagen, die dann auch zum Hearing eingeladen wurden.

Rund um die Hearing-Besetzung war es zuvor zu Unstimmigkeiten gekommen, nachdem sich Sebastian Loudon, Herausgeber des Magazins Datum, nicht unter den Geladenen befand. Loudon wurde trotz Bewerbung nicht berücksichtigt, obwohl er 2017 nach den damaligen Hearings Erstgereihter war. Die Mediensprecherinnen von Grünen und Neos reagierten irritiert und sahen Erklärungsbedarf.

Die Rundfunk- und Telekom Regulierungs-GmbH (RTR) unterstützt die Medienbehörde KommAustria bei den Regulierungsaufgaben im Bereich der elektronischen Audio- und audiovisuellen Medien sowie der Verwaltung der Presseförderung. Zum eigenständigen Verwaltungsbereich des "Medien"-Chefs der RTR zählen die Verwaltung und Vergabe von Mitteln aus dem Digitalisierungsfonds, dem Fernsehfonds Austria sowie der Fonds zur Förderung des nichtkommerziellen Rundfunks und des privaten Rundfunks.

Kritik an der Bestellung kam von NEOS-Mediensprecherin Henrike Brandstötter. Struber sei der "türkise Wunschkandidat" gewesen: "Die Besetzung der RTR-Geschäftsführung wäre eine Chance gewesen, dass die ÖVP zeigt, dass sie aus den vielen Postenskandalen etwas gelernt hat", so Brandstötter. "Hat sie aber nicht. Null. Mit dem Ergebnis, dass wieder einmal eine Besetzung einen Hautgout hat und der neue Geschäftsführer durch die Art der Besetzung beschädigt ist." Die Liste an "Baustellen" sei lang. So müsse etwa eine Medientransparenzdatenbank geschaffen werden, die diesen Namen auch verdiene. "Jede Bürgerin und jeder Bürger muss nachvollziehen können, wohin die 90 Millionen Euro Fördergelder fließen." Außerdem brauche es ein Vier-Augen-Prinzip bei der Fördervergabe, und es müsse sichergestellt werden, dass auch der Beirat "entpolitisiert" wird.

Eine Gratulation kam vom Verband Österreichischer Privatsender. "Wolfgang Struber ist ein erfahrener Manager und ein ausgewiesener Medienexperte. Sein Fachwissen wird für die RTR und deren Arbeit sehr wertvoll sein", so VÖP-Vorsitzender Christian Stögmüller. "Mit Wolfang Struber konnte ein anerkannter Fachexperte mit Praxiserfahrung und umfassender Kenntnis der österreichischen Medienlandschaft als Geschäftsführer der RTR gewonnen werden", gratuliert Angelika Sery-Froschauer, Obfrau der Bundessparte Information und Consulting in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ).

Thomas Pöcheim, Geschäftsführer des Vereins Digitalradio, dem Struber als Obann vorstand, nennt Struber einen "echten Medienexperte mit langjähriger Führungserfahrung und fundierter wirtschaftlicher Expertise". Gemeinsam habe man im Bereich des digital-terrestrischen Hörfunks und mit DAB+ große Erfolge erzielt. (red)

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