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Rekord-Kartellstrafe für Google wegen Shopping-Suche Emmanuel Dunand AFP

Margarethe Vestager

Emmanuel Dunand AFP

Margarethe Vestager

Redaktion 27.06.2017

Rekord-Kartellstrafe für Google wegen Shopping-Suche

EU-Kommissarin Vestager: US-Suchmaschine hat ihren Einfluss missbraucht - Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Mrd. Euro; Google erwägt Einspruch.

BRÜSSEL. Die EU-Kommission belegt Google wegen seiner Shopping-Suche mit einer Rekord-Wettbewerbsstrafe von 2,42 Mrd. Euro. "Google hat (...) seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber missbraucht", erklärte die zuständige Kommissarin Margrethe Vestager am Dienstag in Brüssel. Der US-Konzern habe "seinen eigenen Preisvergleichsdienst in seinen Suchergebnissen ganz oben platziert und Vergleichsdienste der Konkurrenz herabgestuft".

Die Geldbuße ist mehr als doppelt so hoch wie die bisher höchste Kartellstrafe von 1,06 Mrd. €, die die europäischen Wettbewerbshüter 2009 dem Chipkonzern Intel aufgebrummt hatten. Die EU-Kommission verlangt, dass Google das beanstandete Verhalten innerhalb von 90 Tagen abstellt; sonst drohen Zwangsgelder von bis zu fünf Prozent des durchschnittlichen weltweiten Tagesumsatzes seiner Muttergesellschaft Alphabet.
In der Shopping-Suche von Google werden prominent die von Händlern beim Internet-Konzern platzierten ausführlichen Anzeigen mit Fotos, Preisen und Links präsentiert. Diese Anzeigen sind Teil auch einer ganz normalen Google-Suche. Die EU-Kommission und einige Preissuchmaschinen betrachten das als Bevorzugung eigener Google-Dienste.
Der US-Internetgigant konterte in dem bereits seit 2010 laufenden Verfahren bisher, die mit Fotos und Details "verbesserten" Suchergebnisse in der Shopping-Suche erleichterten den Nutzern die Auswahl und den Kontakt zu Händlern.

"Entscheidung genau ansehen"
In einer ersten Stellungnahme kündigt der US-Internetriese Google an, sich die Entscheidung der EU-Kommission genau ansehen zu wollen. Google erwäge einen Einspruch gegen die Entscheidung, sagte Kent Walker, Senior Vice President und General Counsel des US-Unternehmens, in einem Statement.
Die Art und Weise, wie Google seine User und die Anbieter von Werbung miteinander verbinde, sei für beide Seiten sinnvoll, so Walker: "Bei allem Respekt, wir stimmen den heute verkündeten Schlussfolgerungen der EU-Kommission nicht zu", sagte er. (APA)

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