RSF fordert Entpolitisierung der WZ
© Dana Grohs
Fritz Hausjell (ROG-Präsident).
MARKETING & MEDIA Redaktion 26.02.2026

RSF fordert Entpolitisierung der WZ

Reporter ohne Grenzen stellt fünf Forderungen an Medienminister Babler.

WIEN. Anlässlich der vor Kurzem verstrichenen Bewerbungsfrist für die Neubesetzung der Geschäftsführung der Wiener Zeitung GmbH fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich umfassende Reformen. „Die nach der Einstellung der Wiener Zeitung geschaffene Konstruktion widerspricht in mehrfacher Hinsicht den Grundsätzen eines unabhängigen Journalismus“, erklärt Generalsekretär Martin Wassermair. Für die Neubesetzung der Führungsposition hat die österreichische RSF-Fraktion deshalb einen fünf Punkte umfassenden Forderungskatalog eingebracht.

Gefordert wird ein Ende der parteipolitischen Einflussnahme auf die Führung durch ein transparentes Auswahlverfahren, öffentliche Hearings und die Einbindung von Wissenschaft, Medienpraxis und Zivilgesellschaft. Rücklagen aus den früheren Amtsblatt-Einnahmen, laut Jahresabschluss 2024 über 25 Millionen Euro, sollen außerdem zur Förderung der österreichischen Medienlandschaft verwendet werden.

Weitere Forderungen betreffen einen vollständigen Stopp staatlicher Werbeausgaben bei internationalen Digitalplattformen, klare Qualitätskriterien für WZ.at durch ein neues Wiener-Zeitung-Gesetz sowie den Rückbau neuer Geschäftsfelder bei vollständiger Kostentransparenz.

Fritz Hausjell, Präsident von Reporter ohne Grenzen (RSF) Österreich, sieht Medienminister Andreas Babler (SPÖ) in der Pflicht. „Es liegt in seiner Hand, ob Österreich ein unabhängiges öffentliches Medienunternehmen schafft oder ein politisch steuerbares Instrument behält.“ Die anstehende Neubesetzung der Geschäftsführung der Wiener Zeitung GmbH biete dafür den entscheidenden medienpolitischen Moment. „Die rechtlichen Rahmenbedingungen sind jetzt zu reformieren und langfristige politische Einflussmöglichkeiten für immer zu beenden“, so Hausjell.

Weitere Informationen zu den Forderungen finden Sie unter https://www.rog.at/entpolitisieren-wiener-zeitung-langfassung. (red)

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