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Trump verspottete Medien bei Journalisten-Dinner © Mandel Ngan/AFP

Donald Trump war zu Gast bei seinen Lieblingsfeinden: Journalisten.

© Mandel Ngan/AFP

Donald Trump war zu Gast bei seinen Lieblingsfeinden: Journalisten.

Redaktion 05.03.2018

Trump verspottete Medien bei Journalisten-Dinner

Der US-Präsident hielt bei einer Journalisten-Vereinigung eine launische Rede.

WASHINGTON. US-Präsident Donald Trump hat sich zu seinen Lieblingsfeinden gewagt - und dort weiter gegen sie gestichelt. Nach einem Jahr voller Frontalangriffe auf die Medien nahm er am Samstagabend (Ortszeit) als Ehrengast am traditionellen Dinner des Gridiron-Clubs teil, einer prestigeträchtigen Journalisten-Vereinigung in Washington.

Von den Mitgliedern wurde er freundlich empfangen, seine 34-minütige Rede hielt er in einem scherzenden Ton. Im vergangenen Jahr war Trump dieser Veranstaltung noch ebenso ferngeblieben wie der alljährlichen Gala der beim Weißen Haus akkreditierten Journalisten, dem Correspondents' Dinner.

Vor den Journalisten verspottete Trump einige Medienunternehmen, darunter "die fehlerhafte ‚New York Times‘“ und den Sender CNN. CNN habe kürzlich im ehemaligen Chefstrategen des Weißen Hauses, Steve Bannon, seinen besten Reporter verloren. "Der Kerl ließ mehr durchsickern als die Titanic", sagte Trump über Bannon, der im August seinen Hut nehmen musste.

Trump ließ sich auch auf die vielen Entlassungen oder Rücktritte im Weißen Haus während seines ersten Amtsjahres ein. Dies sei aufregend und belebend, meinte Trump. "Ich mag Fluktuation. Ich mag Chaos. Das ist wirklich gut", erklärte der Präsident. Dann machte er Witze darüber, wer wohl als nächstes gehen müsse und fragte, ob es wohl Topberater Steve Miller oder seine Frau Melania sein würde. In der vergangenen Woche hatte der personelle Aderlass im Weißen Haus einen neuen Höhepunkt erreicht: Mit Hope Hicks trat die bisherige Kommunikationschefin ab, eine enge Vertraute Trumps.

Über seine jüngsten Ankündigungen über Strafzölle sagte er, sie seien gut für "sterbende Industrien", die das Weiße Haus um Schutz gebeten hätten; er fügte hinzu, für die Printmedien könnte das aber zu spät sein.

Warum Trump diesmal die Einladung des Gridiron-Clubs annahm, ist nicht bekannt. Trumps Verhältnis zu den Medien hat sich seit dem vergangenen Frühjahr weiter verschlechtert. Er bezeichnete sie beispielsweise als "Feind des Volkes" - der Begriff "Fake News" ist inzwischen zum ständigen Vokabular in Trumps Reden und Tweets geworden.

Der Gridiron-Club ist ein relativ kleiner Journalistenverein, dem zumeist die Washingtoner Bürochefs verschiedener Medien angehören. Mitglied kann man nur auf Einladung werden. Die alljährliche Gridiron-Gala ist eine Art Satireshow, bei denen kostümierte Journalisten Politiker in Sketchen und musikalischen Parodien ‚aufspießen‘. Vertreter beider Parteien, der Demokraten und Republikaner, werden eingeladen und halten humorige Ansprachen.

Allerdings geht es traditionell weniger harsch zu als beim Korrespondenten-Dinner. "Singe, don't burn" (Ansengen, nicht verbrennen) ist das Gridiron-Motto. Vermutungen gehen dahin, dass Trump die Veranstaltung als einen Test betrachtete, bevor er entscheidet, ob er diesmal an der Korrespondenten-Gala teilnimmt; diese steht im April an und ist größer und glamouröser, die Reden werden im Fernsehen live übertragen.

Beim Gridiron-Dinner sind dagegen keine Kameras zugelassen. Das heißt, niemand außerhalb des Saales kann sehen, wie der jeweilige Politiker auf die Witzeleien über ihn reagiert. Trump ist zwar gut im Austeilen, aber weniger gut im Einstecken – er gilt als sehr dünnhäutig. (APA/dpa)

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