WIEN. „Krieg, Hoffnungslosigkeit und Flucht aus der Heimat sind für viele Menschen zur grausamen Realität geworden“, sagt Werner Kerschbaum, Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes; „auf der Suche nach Schutz werden viele Familien unfreiwillig voneinander getrennt und verlieren jeglichen Kontakt zu ihren Angehörigen.“ Das Rote Kreuz ist oft die letzte Hoffnung, verlorene Familienmitglieder ausfindig zu machen.
Bei der Suche nach Vermissten setzt die Rotkreuz-Bewegung auf die Webseite „Trace the Face“ – www.tracetheface.org. Über diese Plattform können Flüchtlinge in Europa durch die Veröffentlichung des eigenen Fotos nach vermissten Familienangehörigen suchen. „Über 1.665 Fotos sind bereits online“, so Kerschbaum, „von diesen konnte in über 40 Fällen der Kontakt zwischen den Familienmitgliedern wieder hergestellt werden.“ Erst kürzlich konnte der 17jährige Afghane Rashed über Trace The Face und mithilfe des Rotkreuz-Suchdiensts seinen Bruder und seine Mutter ausfindig machen.
„Je mehr Menschen über ‚Trace The Face‘ Bescheid wissen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass getrennte Familien wieder in Kontakt miteinander treten können“, sagt der Rotkreuz-Generalsekretär. Zudem leide auch die Integrationsfähigkeit von Flüchtlingen in ihrer neuen Heimat, wenn sie nicht wissen, ob ihre Familienangehörigen noch am Leben sind.
An der Initiative sind 28 nationale Rotkreuz-Gesellschaften und das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) beteiligt. (red)
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